Rigi Anzeiger
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100 Kläranlagen müssen aufrüsten

Region: Am 1. Januar 2016 tritt das neue Gewässerschutzgesetz in Kraft. Viele Kläranlagen (ARA) müssen während der nächsten 20 Jahre eine zusätzliche Reinigungsstufe gegen Spurenstoffe einbauen. Das erfordert Investitionen von über einer Milliarde. Welche ARA aufrüsten müssen wird derzeit ermittelt.

Die ARA in Root

Die ARA in Root

red. In unserem Abwasser befinden sich zahlreiche Mikroverunreinigungen wie Hormone, Kosmetika, Medikamente oder Biozide, wie beispielsweise Insektensprays oder Holzschutzmittel. Hauptverursacher der Mikroverunreinigungen sind Insektizide, Pestizide und Herbizide aus der Landwirtschaft. Trotz des guten Ausbaustandards der Abwasserreinigungsanlagen belasten diese Substanzen unsere Gewässer. Das neue Gewässerschutzgesetz hat zur Folge, dass bei grossen Kläranlagen und bei Kläranlagen an besonders belasteten Gewässern technische Massnahmen zur Entfernung von organischen Spurenstoffen vorgenommen werden müssen. Das betrifft rund 100 der über 700 ARA in der Schweiz.

Alle Kläranlagenbetreiber in der Schweiz müssen jeweils bis 31. März der kantonalen Dienststelle Umwelt und Energie (UWE) melden, wie viele Einwohner an ihre Anlagen angeschlossen sind. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) stellt danach den ARAs bis zum 1. Juni eine Rechnung für 9 Franken pro angeschlossenen Einwohner. Die ARA verrechnen diese Kosten den Gemeinden weiter. Diese Abgaben müsse bis Ende 2040 entrichtet werden oder so lange, bis eine vierte Reinigungsstufe funktionstüchtig installiert ist. Diese vom Bund ab 1. Januar 2016 beschlossene Abwasserabgabe zur Mitfinanzierung der Kläranlagen ist befristet.

«Mit dem Bau zusätzlicher Reinigungsstufen zur Elimination von Spurenstoffen in ausgewählten ARA übernimmt die Schweiz international eine Pionierrolle im Gewässerschutz», erklärt Michael Schärer, Leiter der Sektion Gewässerschutz beim Bundesamt für Umwelt. Eawag-Forscher Adriano Joss, der am EU-Forschungsprojekt Athene beteiligt ist, zieht für den aktuellen Stand der ARA ein ernüchterndes Fazit: «Nach dem aktuellen Stand unseres Wissens gibt es nach wie vor kein biologisches Verfahren, das die Spurenstoffe ausreichend aus dem Abwasser eliminiert.» Die Einführung der so genannten vierten Reinigungsstufe sei deshalb sinnvoll und biete zudem auch eine Chance für den Wissens- und Industriestandort Schweiz.

Im Rigiland muss nur Udligen aufrüsten
Mit der Abwasserabgabe von 9 Franken pro Einwohner lassen sich 75 Prozent der notwendigen Erstinvestitionen von total 1,2 Milliarden Franken finanzieren. Sobald eine ARA mit der zusätzlichen Reinigungsstufe ausgerüstet ist, ist sie von der Abgabepflicht befreit. Bei der ARA Rontal, an welche die Gemeinden Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau und Root angeschlossen sind, werden täglich 7 Millionen Liter Wasser geklärt. «In den nächsten paar Jahren wird aber hier keine vierte Reinigungsstufe eingebaut», erklärte dort Betriebsmeister Ivo Barandun. Das UWE hingegen sagt, dass noch keine definitive Beurteilung statt gefunden habe. Gemäss dem Luzerner Amt für Umwelt und Energie fallen folgende ARA im Kanton unter die Kriterien für eine vierte Reinigungsstufe: Real Rontal, Oberes Wiggertal, Surental, Hochdorf, Buttisholz, Udligenswil und Sempach.

ARA Rontal

ARA Rontal

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