Rigi Anzeiger
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30 Prozent mehr Fahrgäste dank neuen Buslinien

Haltestellen Adligenswil Post und Moos werden aufgehoben

Da staunt der Laie und selbst die Fachleute sind überrascht: Knapp ein Jahr nach der Fahrplan- und Routenänderung der Buslinien 26 und 73 zieht der Verkehrsverbund Luzern (VVL) eine erste Bilanz und vermeldet einen Passagierzuwachs zwischen 20 und 30 Prozent.

Seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember fahren die Busse in dichter Reihenfolge durch Adligenswil.

Seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember fahren die Busse in dichter Reihenfolge durch Adligenswil.

Vor genau einem Jahr befassten sich zahlreiche Leserbriefe mit dem Thema Buslinienwechsel. Vor allem in Adligenswil wehrte man sich vehement gegen die Absicht des VVL, die durch ihr Dorf führenden Buslinien 26 und 73 neu zu legen. Und andere Fahrplanzeiten einzuführen. Der anhaltende Protest bewog schliesslich Daniel Meier, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Luzern (VVL) persönlich einen Informationsabend in Adligenswil zu bestreiten. In dessen Verlauf er es nicht schaffte, die rund 150 ablehnend gesinnten Besucher und frustrierten Busbenützer von den positiven Aspekten des Vorhabens zu überzeugen. Am meisten Beifall erhielten damals jene, die Meier damit drohten, künftig auf die Benützung der Busse zu verzichten. Darüber kann Meier heute wohl insgeheim nur noch schmunzeln. Denn seine Rechnung ist aufgegangen.
«Die Auswertungen der Frequenzen des ersten Halbjahrs 2014 zeigen eine positive Entwicklung bei der Nachfrage im Raum Luzern Ost. Betrachtet wurden die Anzahl Fahrgäste der Linien 26 und 73 auf den Abschnitten Adligenswil-Brüelstrasse und Adligenswil–Unterlöchli. Insgesamt konnte eine Zunahme von rund 20 bis 30 Prozent verzeichnet werden», vermeldet der VVL in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Damit habe sich das «grosse planerische Potential zusätzlicher Fahrgäste entlang der Schädrütistrasse (Stadt Luzern) und Luzernerstrasse (Adligenswil)» als realistisch bestätigt.
«Es ist selbst für uns überraschend, dass das Nachfragewachstum so schnell und relativ deutlich passierte», heisst es in der Medienmitteilung.
Gleichzeitig stellen die Transportunternehmen fest, dass sich die Zuverlässigkeit und damit die Pünktlichkeit des Busverkehrs zu Gunsten der Fahrgäste verbessert habe. Auch die neue Führung der Linie 26 von der Brüelstrasse über Adligenswil–Unterlöchli nach Ebikon Bahnhof und weiter zum MParc werde von den Kundinnen und Kunden positiv aufgenommen.
Allerdings könnten heute erst vorsichtige Einschätzungen der Publikumsreaktionen vorgenommen werden. «Eine abschliessende Beurteilung ist bei Umstellungen im öV gemäss Erfahrungswerten erst nach zwei bis drei Jahren möglich», heisst es beim Verkehrverbund.

Das freut die Autofahrer: Die Haltestelle vor dem viel frequentierten Postvorplatz in Adligenswil wird aufgehoben.

Das freut die Autofahrer: Die Haltestelle vor dem viel frequentierten Postvorplatz in Adligenswil wird aufgehoben.

Vom einstigen Proteststurm aus Adligenswil ist nichts mehr übrig geblieben. Selbst unmittelbar nach dem per 15. Dezember 2013 vollzogenen Linien- und Fahrplanwechsel war es auffallend still geblieben. Kein Wunder: Seither rollen die gelben und die blauen Busse in so dichter Folge wie noch nie durch den Ort und behindern sich zuweilen an den Haltestellen sogar gegenseitig. Und auch die bei der Kirche mitten auf der Hauptstrasse angelegte «provisorische» Haltestelle, die je nach Tageszeit zu massiven Verkehrsbehinderungen führt, scheint kein Thema zu sein.
Trotz Passagierzuwachs läuft noch längst nicht alles rund. «Kurzfristiger Handlungsbedarf besteht insbesondere bei den Anzahl Haltestellen in Adligenswil, der Schlaufenfahrt der Postauto-Linie 73 nach Widspüel und dem Fahrplan der vbl-Linie 26», gesteht der VVL ein. Deshalb würden auf den kommenden Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2014 diverse Anpassungen vorgenommen. Die beiden Haltestellen Adligenswil «Post» und «Moos» werden aufgehoben und die Haltestelle «Widspüel» nur noch in «Lastrichtung» bedient. Das heisst am Morgen nur in Richtung Luzern und am Abend nur in Richtung Udligenswil.
Um die Anschlussoptionen in Rotkreuz besser zu gewährleisten, werden die Abfahrten in Luzern um eine Minute vorverschoben.
Und um dem steigenden Passagieraufkommen Rechnung zu tragen, kommen noch diesen Herbst auf der Postauto-Linie 73 zwei neue Gelenkbusse zum Einsatz.
Schliesslich soll auch der Strassenraum in Luzern Ost angepasst werden. Gemäss Botschaft des Regierungsrates sind im neuen Kantonsstrassenprogramm 2015 bis 2018 bauliche Verbesserungen für die Bushaltestellen zwischen der Stadtgrenze bis Adligenswil Dorf geplant. Das ist die Strasse, die kürzlich grundlegend saniert und verbreitert wurde. Die Umsetzung ist für 2016 vorgesehen.