Rigi Anzeiger
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5,5 Millionen für Wohnen im Alter

Gisikon kauft Gebäude und plant eine Kneipp-Anlage

Trotz ein paar Zweifeln stimmten die Gisikoner dem Erwerb eines Gebäudes für altersgerechtes Wohnen zu. Die Fusion mit den Feuerwehren Root und Honau ist ebenfalls unter Dach und Fach. Zu reden gab an der Gemeindeversammlung die geplante Kneipp-Anlage im Feldhof.

Bereits im Frühling hatte der Gisikoner Gemeinderat den möglichen Erwerb eines Mehrfamilienhauses für altersgerechtes Wohnen bei der neu entstehenden Überbauung Weitblick vorgestellt. An der Gemeindeversammlung vergangener Woche wies Sozialvorsteherin Yolanda Heinrich darauf hin, dass gemäss kantonalem Sozialhilfegesetz die Gemeinden ein angemessenes Angebot im Bereich Wohnen und Umsorgen von älteren Menschen bereithalten müssen: «Zurzeit zählt Gisikon 1150 Einwohner, wovon 108 im AHV-Alter und davon 15 über 80 Jahre alt sind. 244 Personen sind zwischen 50 und 65 Jahre alt. Bis 2030 rechnen wir mit einer Verdoppelung der Personen im AHV-Alter.»

gisikon muri alois
Gemeindepräsident Alois Muri: «Es geht hier nicht um ein Pflegeheim, sondern um ein Gebäude für altersgerechtes Wohnungen.»

 

Elf 2 ½- und 3 ½-Wohnungen umfasst das Gebäude. Im Untergeschoss wird es eine Autoeinstellhalle mit 218 Abstellplätzen für die gesamte Überbauung Weitblick geben. Der Kaufpreis des Mehrfamilienhauses inklusive Erwerbskosten und Reserve für Unvorhergesehenes beträgt 5,5 Millionen Franken. Können alle Wohnungen und Abstellplätze vermietet werden, rechnet der Gemeinderat mit einem jährlichen Überschuss von 77’730 Franken. Im Finanzplan wurde dieser Betrag auf 50’000 Franken festgesetzt. Ein Versammlungsteilnehmer zweifelte, dass Geld damit verdient werden kann und womöglich die Nachfrage zu gering sei. Er stellte ähnliche Projekte vor, die zumeist von einer Stiftung getragen werden und eine Spitex integriert haben. Gemeindepräsident Alois Muri betonte: «Es geht hier nicht um ein Pflegeheim, sondern um ein Gebäude für altersgerechte Wohnungen. Interesse an den Wohnungen gibt es auf jeden Fall. Wir können sie allenfalls auch an junge Personen vermieten.» Yolanda Heinrich ergänzte: «Ich kenne Gemeinden, die das genauso machen.» Ein Arzt stellte das Projekt ebenfalls in Frage und plädierte stattdessen für Pflegebetten. Alois Muri dazu: «Wir haben vier Pflegebetten im Alters- und Pflegeheim Root.» Ein Gisikoner stellte den Antrag, dass die altersgerechten Wohnungen über eine noch zu gründende Stiftung oder Genossenschaft erstellt werden müssen. Dieser wurde nach über einer debattenreichen Stunde abgelehnt und der Gemeinderat erhielt die Zustimmung für den Sonderkredit von 5,5 Millionen, um das Gebäude für altersgerechtes Wohnen zu kaufen.

Feuerwehr, Finanzen und Kneipp-Anlage

Der für die Infrastruktur zuständige Gemeinderat Josef Lötscher freute sich sichtlich, dass die Versammlung der Fusion der Feuerwehr Gisikon mit Root und Honau zustimmte. Als diese Zusammenführung vor zwölf Jahren erstmals ein Thema war, agierte er noch als Feuerwehrkommandant. Nachdem am selben Abend auch die Honauer ihre Zustimmung zur Fusion gaben, konnte Lötscher die Gratulationen aussprechen: Karl Rogenmoser wird die neue Feuerwehr ab 1. Januar 2014 kommandieren, als Vizekommandant wird Thomas Arnet antreten. Die Fusion bedeutet für Gisikon auch, dass Räumlichkeiten der Feuerwehr im Werkhof frei werden. Diese werden im kommenden Jahr für Fahrzeuge und Gerätschaften sowie als Salzlager genutzt und dementsprechend umgebaut. Bis dato musste Gisikon hierfür für die Unterbringung 7800 Franken Miete zahlen. Das fällt nun weg. Die 89 Stimmberechtigten hiessen weiter den Voranschlag 2014 gut, der mit einem Aufwandüberschuss von 68’200 Franken abschliesst.

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Freuten sich über die gelungene Feuerwehrfusion: (v.l.) Thomas Arnet, Karl Rogenmoser und Josef Lötscher.

 

Fragen warf das Projekt einer Kneipp-Anlage im Feldhof auf, welches der Gemeinderat Gisikon im Jahresprogramm aufgenommen hatte. Das Geld (375’000 Franken) stammte aus den vorhandenen Ersatzbeiträgen, welche die ehemalige Grundeigentümerschaft geleistet hatte. «Gibt es eine Bedarfsanalyse für diese Anlage», wollte eine Gisikonerin wissen. Muri verneinte, sagte aber: «Ich weiss, dass eine solche Kneipp-Anlage gesund und gut ist.» Die Nachfolgekosten wurden in Frage gestellt. Da wusste Josef Lötschter von der Kneippanlage in Flühli zu erzählen, die gewinnbringend ist. Gemäss Alois Muri wird das «lässige Projekt» an der nächsten Gemeindeversammlung vorgestellt.