Rigi Anzeiger
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60 Jahre Fröschenzunft Meggen

Meggen: An der Generalversammlung vom 4. Mai 2016 wurde Pascal Feucht, Architekt, zum neuen Präsidenten der Fröschenzunft Meggen gewählt. Im Interview nennt er das Highlight des Jahres und erklärt, was Architektur und Zunftpräsidium gemeinsam haben.

Pascal Feucht mit seinem Sohn Carl-Philip.

Pascal Feucht mit seinem Sohn Carl-Philip.

Was hat dich bewogen, das Amt des Präsidenten der Fröschenzunft Meggen anzunehmen?
Im Jahr 2013 bin ich zum Zunftmeister erkoren und folglich auch als Mitglied in die Fröschenzunft aufgenommen worden. Das Engagement der Zunft war mir und der Familie gegenüber sehr gross. Alle leisteten Unterstützung, zeigten Einsatz. Als die Anfrage für die Nachfolge von Bernhard Gisler als Präsident der Fröschenzunft an mich herangetragen wurde, habe ich mit meiner Partnerin Ivanka nach längerem Überlegen gerne zugesagt. Damit wollen wir auch unseren möglichen Teil zur Gestaltung des Zunftlebens beitragen.

Die Fröschenzunft hat sich gemäss ihren Statuten für die Gestaltung der örtlichen Fasnacht sowie für wohltätige Aktivitäten festgelegt. Was ist dir aufgrund dieser Ziele in den kommenden Jahren wichtig?
Meggen wird immer mehr zu einer heterogenen Gesellschaft mit Einheimischen und Zugezogenen, mit älteren und jüngeren Leuten. Da ist es wichtig, dass gewisse Traditionen erhalten werden können. Deshalb wollen wir unser vielfältiges Angebot weiter pflegen, allenfalls noch ausbauen. Wichtig sind uns neben der Fasnacht die ausserordentlichen sozialen Aktivitäten für Jung und Alt.

Wie viel Zeit wendet die Zunft für wohltätige Zwecke auf?
Wenn ich eine Durchschnittszahl nennen darf, dann sind dies 2000 bis 2500 Mann- oder Fraustunden pro Jahr. Diese Zahl setzt sich zusammen aus ordentlichen Anlässen, wie beispielsweise die Planung und Durchführung von Fasnachtsanlässen, wie Fröschenball, den Fasnachtssonntag mit Umzug und Risottoessen, einem der grössten Event in Meggen. Dann ist der Einsatz an der Megger Chilibi mit der Festwirtschaft zu erwähnen. Auch ausserordentliche Projekte, wie der Bau des Kleintierzoos beim Seniorenzentrum Sunneziel im Jahr 1996 oder die Gestaltung des Erlebnis-Spielplatzes Meggenhorn im Jahr 2006 waren Vorhaben, die unser Engagement forderten.

Die Megger Fasnacht lebt weitgehend von den Inputs der Fröschenzunft. Was bedeutet dir die närrische Zeit?
Es ist die Zeit, in der viele Begegnungen, viele Bekanntschaften möglich sind. Ich treffe auf Leute, die ich nur während der Fasnacht sehe. Es ist aber auch möglich, den Bekanntenkreis mit ganz neuen Personen zu erweitern. Die Fasnacht gestattet, etwas aus dem Alltag herauszutreten, Freude und Humor zu verbreiten. Die Megger Fasnacht lebt aber ganz klar auch von anderen Teilnehmenden, von den Guggenmusigen und von Wagenbaugruppen als auch den vielen Einzelmasken, die das närrische Treiben auf wertvolle Weise mitgestalten, wofür die Zunft sehr dankbar ist.

Die Fröschenzunft engagiert sich während der Fasnachtszeit auch für besondere Begegnungen.
Sehr eindrücklich in Erinnerung geblieben sind mir als Zunftmeister die Besuche in den Kindergärten. Mit vielen leuchtenden Augen bin ich mit dem Zuruf: «Zunftmeister! Zunftmeister!» begrüsst worden. Auch der Auftritt im Seniorenzentrum Sunneziel ist immer ein grosses Erlebnis und für die Betagten ein wichtiges Ereignis. Ältere Witfrauen aus der Zunft werden bei uns nicht vergessen. Zu unseren Anlässen werden die ehrenwerten Damen mit dem Auto abgeholt und wieder heimgefahren, so dass sie weiterhin am Zunftleben teilhaben können. Das hat mich beim Eintritt in die Zunft sehr beeindruckt.

Die Fröschenzunft kann dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiern. Hat sich die Zunft für dieses Jubiläumsjahr besondere Aktivitäten auf die Fahne geschrieben?
Die 60. Generalversammlung fand in der Villa St. Charles Hall statt, untermalt mit Musik – im festlichen Rahmen. Das grosse Highlight ist die Organisation der 1. Augustfeier durch die Fröschenzunft mit einem grossen Festzelt auf dem Pausenplatz des Zentralschulhauses und vielen Aktivitäten. Zudem haben wir mit der Gemeinde zusammen den Spielplatz Meggenhorn wieder normgerecht hergerichtet.

Welches Leitmotiv soll für deine Präsidialjahre gelten?
Für uns gilt in der Zunft: «Wir wollen uns füreinander einsetzen! Nicht nur zunftintern, sondern auch im Umfeld, in der Gesellschaft.» So können wir einen kleinen Teil zum friedlichen Miteinander beitragen.

Und zum Schluss: Was hat Architektur gemeinsam mit dem Zunftpräsidium?
Bei einem Bauprojekt gilt es, verschiedenen Ansprüchen zu genügen und verschiedene Beteiligte zusammenzuführen, damit ein gutes Resultat erreicht wird. Und als Präsident muss man auf die verschiedenen Individuen schauen, um am Schluss gemeinsam etwas auf die Beine stellen zu können.
Interview: Jost Peyer