Rigi Anzeiger
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90 Bewerbungen – und dann Erfolg!

Berufswahlvorbereitung in der 3. Sekundarklasse Niveau B in Root

In wenigen Monaten geht für die Jugendlichen der 3. Sekundarklassen die obligatorische Schulzeit zu Ende. Die Berufswahl steht vor dem Abschluss. Eine Lehrstelle oder eine weiterführende Schule sind das Ziel der Jugendlichen.

Es ist Freitagnachmittag, kurz vor dem freien Wochenende. In der 3. Sekundarklasse B3b von Lehrer Jürg Lötscher steht Lebenskunde mit dem Thema Berufswahl auf dem Programm. 15 Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Dokument «Lehrvertrag» auseinander sowie mit der Frage, wie die Lehre erfolgreich gemeistert werden kann. Anhand des Lehrvertrags einer Schülerin werden mit Hilfe des Presenters und Beamers die wichtigsten Inhalte aufgezeigt und kurz kommentiert. Der Lehrer gibt der Hoffnung Ausdruck, dass bald alle Schülerinnen und Schüler einen Lehrvertrag vorweisen können. Denn die Lehre ist der Eintritt in eine neue Welt.

In vier Kleingruppen bearbeiten die Jugendlichen anschliessend anhand der Broschüre «Wegweiser für die Berufslehre» bestimmte Themen wie «Gesetzliche Bestimmungen», «Drei Lernorte», «Abschlussprüfung» oder Fragen zum Unterschied zwischen einer Ausbildung mit Eidgenössischem Fähigkeitsausweis (EFZ) oder mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA). Innert kurzer Zeit lesen sich die Gruppenmitglieder in die gestellten Aufgaben ein und bringen die Ergebnisse je auf einem Lernplakat zur Darstellung. In der anschliessenden Präsentation informieren die Gruppen ihre Kolleginnen und Kollegen über die gewonnenen Erkenntnisse. So ergibt sich im Klassenverband ein abgerundetes Bild, was zu tun ist, damit die Lehre erfolgreich abgeschlossen werden kann. Mit einer hohen sozialen Kompetenz haben sich die Jugendlichen an die Arbeit gemacht und ihre Resultate verständlich und anschaulich präsentiert.

Lehrer Jürg Lötscher, Verantwortlicher Berufswahl an der Sekundarschule Root, hält fest: «In den drei Sekundarschuljahren kommt der Berufswahlvorbereitung eine grosse Bedeutung zu. Im Rontal hat es viele KMU-Betriebe, die ein breites Angebot an Schnupperlehren, aber auch an interessanten Lehrstellen bieten. Nebst der Arbeit mit Lehrmitteln ist für die Jugendlichen wichtig, ihre Fähigkeiten, Stärken und Neigungen zu kennen und ihnen ihre Chancen aufzuzeigen. Als Einstieg in die Berufswahl haben wir die Zentralschweizer Bildungsmesse (zebi) auf der Allmend sowie verschiedene Betriebe in der näheren Umgebung, wie Roche, Migros oder AMAG besucht. Das möglichst frühe Absolvieren von Schnupperlehren, unterstützt vom Elternhaus und der Schule, bringt den Jugendlichen einen wertvollen Einblick in die Berufsfelder und -welt. Und dann zeigen wir eingehend, wie man sich formell richtig um eine Lehrstelle bewirbt. Der Bewerbungsprozess braucht sehr viel Einsatzwille und Energie. Eine meiner Schülerinnen hat 90 Bewerbungen geschrieben – und erst dann hatte sie Erfolg. Es ist wichtig, dass sich die Jugendlichen bei der Berufswahl mehrere Einstiegsfelder offen halten. Das erhöht die Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Alle vier Wochen führe ich mit den Schülerinnen und Schülern ein Standortgespräch durch, bespreche mit ihnen das Dossier, gebe Rückmeldungen zu den Bewerbungen und mache Vorschläge zu Anpassungen. Die Berufswahlvorbereitung ist für die Lernenden tatsächlich eine grosse Herausforderung.»

 

Schülerinnen und Schüler im Profil

Der Antritt einer Lehrstelle verlangt nebst bestimmten fachlichen und methodischen vor allem auch soziale Kompetenzen, wie Einsatzbereitschaft, Disziplin oder Kommunikations- und Teamfähigkeit.
Zwei Schülerinnen und zwei Schüler haben im Anschluss an die Unterrichtsstunde zur Berufswahl die folgenden Fragen beantwortet:
1. Wie hast du die Berufswahlvorbereitung in der Sekundarschule insgesamt erlebt?
2. Welche Schnupperlehre war für dich das Highlight?
3. Wie steht es nun mit deiner Berufswahl?
4. Welche Ziele setzst du dir für einen erfolgreichen Einstieg in deine Berufslehre?

 

13 ALLE 2376Nurten
1. Es war interessant, mal näher in die Berufe zu schauen. Es war aber auch anstrengend, so viele Informationen und Bewerbungen unter einen Hut zu bringen. Doch diese Anstrengungen haben sich gelohnt.
2. Die beste Schnupperlehre war für mich der Betrieb, bei welchem ich jetzt die Lehrstelle erhalten habe. Ich bin froh, dass ich diese Lehrstelle bekommen habe.
3. Ich kann eine Lehrstelle als Dentalassistentin in Luzern bei Dr. Hans Jans antreten. Ich fand diesen Beruf schon immer interessant.
4. Ich will immer dabei sein, von Anfang an. Denn verpasst man den Anfang, verpasst man sozusagen alles. Mein Leistungsstand soll gleich bleiben wie in der Oberstufe. Egal wie es kommen wird, ich werde alles geben, um die Lehre erfolgreich zu bestehen.

 

Liridon
1. Für mich war sehr interessant, schnuppern zu gehen und dann den Beruf zu wählen, den ich gerne machen würde. Ich war in mancher Schnupperlehre und konnte so meinen Berufswunsch festigen. Jetzt, in der 3. Oberstufe, ist mir die Lehrstellensuche sehr wichtig.
2. Als ich als Elektroplaner schnuppern war, hatte ich das Gefühl, dass diese Schnupperlehre sehr gut war. Ich bekam den Schnupperbericht zurück und alles war sehr gut. Trotz dieser Voraussetzungen bekam ich die Lehrstelle nicht. Ich hatte leider Pech.
3. Leider habe ich noch keine Lehrstelle. Es ist schwierig, als Planer eine Lehrstelle zu finden. Ich werde weiterhin Bewerbungen schreiben und verschicken und hoffe, bald eine geeignete Lehrstelle zu finden.
4. Wenn ich eine Lehrstelle habe, werde ich mir sehr viel Mühe geben. Ich sage dann nicht einfach: «Yeah, ich habe eine Lehrstelle» und nehme alles easy. Ich weiss, was mich in einer Lehrstelle erwarten wird – und dann gebe ich mir auch Mühe.

 

Tanja
1. Es war spannend und abwechslungsreich, sich immer weiter vorzuarbeiten bis man endlich am Ziel war. Dass wir während der Schule schnuppern durften, war nicht selbstverständlich.
2. Als ich bei der Firma Emilio Stecher AG in Root war, konnte ich selber in einen Stein meinen Namen einfräsen. Und ich erhielt sogar noch 30 Franken. Alle waren offen für meine Fragen. Leider bietet der Betrieb keine Lehrstellen mehr an.
3. Ich habe eine Lehrstelle in Root gefunden bei der Veriset Küchen AG. Ich war überglücklich, da ich 13 Bewerbungen geschrieben hatte und ich am Schluss sogar noch auswählen konnte. Ich dachte, dass ich wegen meiner Körpergrösse vielleicht weniger Chancen hätte.
4. Ich werde sicher weiter an meinen Noten arbeiten. Wenn ich die Lehre anfange, werde ich so arbeiten, wie ich dies hier in der Schule gemacht habe. Und ich werde immer freundlich bleiben.

 

Roland
1. Es war eine sehr anstrengende Zeit. Ich brauchte sehr viel Nerven und Geduld, weil es nicht einfach war, mit Niveau B eine Lehrstelle als Informatiker zu finden.
2. Mein Highlight war beim Zentrum BERUF ZUG/Siemens. Dort habe ich in kurzer Zeit sehr viel gelernt. Hier arbeiten tolle Leute, die uns bei Unklarheiten immer geholfen haben.
3. Ich habe die Lehrstelle bei BERUF ZUG/Siemens als meinen Traumjob «Informatiker» gefunden.
4. Ich möchte weiterhin alles geben, nicht aufgeben. Auch die Lehrabschlussprüfung mit einer Supernote absolvieren. Begleitend will ich auch die Berufsmatura sehr gut abschliessen. Ein weiteres Ziel ist, Lehre und Sport unter einen Hut zu bekommen.