Rigi Anzeiger
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Abbruch des Stalls ist rechtmässig

Merlischachen: Der Regierungsrat hat die Beschwerde gegen den Abbruch des alten Stalls in Merlischachen abgewiesen. Der Bezirksrat sieht sich in seinem Vorgehen bestätigt.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Burgwegs in Merlischachen wurde Mitte September mit dem Abbruch des alten Stalls auf der Burgmatt begonnen. Dagegen hatten Anwohner beim Regierungsrat eine Beschwerde eingereicht mit dem Antrag, der Stall sei schützenswert und müsse erhalten bleiben. (Der Rigi Anzeiger berichtete). In der Folge erliess der Regierungsrat im Sinne einer vorsorglichen Massnahme einen vorläufigen sofortigen Stopp der Abbrucharbeiten, bis geklärt würde, ob für den Abbruch der Scheune eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt.
«Nach eingehender Prüfung der Unterlagen ist der Regierungsrat nun zum Schluss gekommen, dass für den Abbruch des Stalls sämtliche notwendigen Bewilligungen vorlagen. Bereits mit der Genehmigung des Gestaltungsplans im Jahre 2008 wurde entschieden, dass an Stelle des Stalls ein Wohnhaus gebaut werden kann», heisst es dazu in einer Mitteilung. Auch aus dem Baugesuch für den Ausbau des Burgweges sei klar ersichtlich, dass der Stall abgebrochen werden muss. «In den damaligen Einsprachen und Beschwerden der Anwohner wurde der Stallabbruch auch in keiner Weise kritisiert. Gestaltungsplan und Baubewilligung sind seit Längerem rechtskräftig.»
Im Übrigen stellte der Regierungsrat fest, dass der Stall keine schützenswerte Baute sei. Und im Inventar der historischen Ortsbilder der Schweiz (ISOS) sei die Scheune weder als schützenswerte Baute aufgeführt, noch sonst speziell erwähnt.
Mit dem Entscheid sieht der Bezirksrat seine Meinung, dass der Abbruch des Stalls rechtmässig erfolgt ist, bestätigt. Der Abbruchstopp gilt erst nach Rechtskraft des Regierungsratsentscheids als aufgehoben. Der Entscheid könnte mit einer Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz weitergezogen werden.

 

Nachgefragt bei Carole Mayor Bezirksrätin, Ressortvorsteherin Planung, Umwelt und Verkehr

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Wie gross ist die Erleichterung über diesen Entscheid?
Natürlich sind wir froh, dass der Regierungsrat die Rechtmässigkeit der Abbruchbewilligung bestätigt hat.

Wie kommentieren Sie den Baustopp, hat Sie das überrascht?
Ja, der vorläufige Baustopp hat uns überrascht, denn die Sachlage war aus unserer Sicht klar und ausführlich dokumentiert. Trotzdem ist ein Zwischenentscheid ein möglicher Schritt in einem solchen Verfahren, und dagegen ist nichts einzuwenden.

Können Sie die Befürchtungen der Einsprecher nachvollziehen?
Welche Befürchtungen? Die Einsprecher haben lange Zeit nach Rechtskraft des Gestaltungsplans und der Bewilligung für den Strassenausbau zum ersten Mal argumentiert, der Stall sei zu schützen. Der Regierungsrat hat nun festgehalten, dass der Stall keine schützenswerte Baute sei und dies bereits im Rahmen der früheren Verfahren geprüft wurde. Damit ist die Sachlage klar.
Der Abbruchstopp gilt erst nach Rechtskraft des Regierungsratsentscheids als aufgehoben. Was heisst das konkret?
Dies bedeutet, dass den Beschwerdeführern eine Frist von 20 Tagen eingeräumt wurde, um den Entscheid beim Verwaltungsgericht anzufechten. Verstreicht diese Frist ungenutzt, erwächst der Entscheid in Rechtskraft, und der Abbruch des Stalls kann zu Ende geführt werden.

Rechnen Sie mit einem Weiterzug der Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz?
Der Regierungsrat hat in seinem Entscheid die Rechtmässigkeit unseres Handelns klar bestätigt. Ob die Beschwerdeführer dies auch so sehen, ist im jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Was würde das für das den Bezirk bedeuten?
Sollten die Beschwerdeführer den Entscheid weiterziehen, stehen die Arbeiten still, bis das Verwaltungsgericht entschieden hat und dieser Entscheid rechtskräftig ist.

Und für das Projekt?
Sämtliche Verfahren und Bauarbeiten würden durch den Weiterzug des Verfahrens bis zu einem rechtskräftigen Entscheid (des Verwaltungs- oder dann des Bundesgerichts) weiterhin sistiert. Denn solange das Verfahren hängig ist, kann weder der Abbruch des Stalls beendet, der Ausbau des Burgwegs in Angriff genommen oder das Baugesuch für die Wohnüberbauung bewilligt werden.