Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Abbruch einer Scheune löst Bestürzung aus

Bewohner von Merlischachen verstehen die Welt nicht mehr

Vergangenen Dienstag fuhr eingangs des Dorfes Merlischachen ein Bagger auf und begann mit dem Abbruch der alten Scheune am Burgweg. Etliche Bewohner verstanden die Welt nicht mehr, zumal eine Bewilligung für die auf der Burgmatt geplante Neu-überbauung der Mobimo AG noch nicht vorliegt.

Auf der Burgmatt in Merlischachen will die Mobimo AG vierzehn Wohnhäuser erstellen. Über 30 Personen erhoben Einspruch, einige wurden abgewiesen, weil sie nicht einspracheberechtigt waren. Der Schwyzer Heimatschutz machte eine Eingabe und setzte sich unter anderem für den Erhalt der Scheune eingangs des Dorfes ein («Rigi Anzeiger» Ausgabe vom 8. August 2014.)
Am Dienstagmorgen beobachtet der Merlischacher Alexander Eisenmann, wie ein Bagger auffährt und mit dem Abbruch der Scheune beginnt. Er versteht die Welt nicht mehr: «Jetzt fällt sie doch tatsächlich dem Projekt Burgmatt zum Opfer.» Wie ein Lauffeuer verbreitet sich der Abriss der Scheune durch das Geraniendorf Merlischachen. Walter Eigel, Präsident des Heimatschutzes Schwyz, versuchte den Abbruch zu stoppen. Er hat keine Chance. Am Nachmittag wundert sich ein die Arbeiten beobachtender Merlischacher darüber, dass gleich zwei Sicherheitsleute hier positioniert sind.
Verlegung des Burgweges
Der Abbruch der «Schüür» hat entgegen den Annahmen vieler Bürgerinnen und Bürger nicht direkt mit dem Wohnbauprojekt auf der Burgmatt zu tun. Er ist Bestandteil eines früheren Baugesuches, das den Ausbau des Burgweges zum Inhalt hatte. «Der Abbruch des Stalles war Gegenstand des Baugesuches und wurde bewilligt», informiert André Guntern vom Ressort Planung, Umwelt und Verkehr der Bezirksverwaltung Küssnacht. Er führt aus: «Eine eigentliche Prüfung der Schutzwürdigkeit der Scheune ist beim Strassenprojekt nicht erfolgt, hingegen beim Gestaltungsplan, der ein Jahr früher auflag und bewilligt wurde.»
Ein Gestaltungsplan der Burgmatt vom Juni 2007 zeigt bereits das von Guntern erwähnte Strassenprojekt, als auch die mögliche Überbauung. Anscheinend waren sich die Merlischacher zu keinem Zeitpunkt wirklich bewusst, was wirklich im Gebiet Burgmatt geschieht. Das bestätigt auch Daniel Waldvogel, der gegen die Überbauung Burgmatt Einsprache erhob und 200 Franken bezahlen musste, damit diese akzeptiert wurde: «Ich fühle mich von den Behörden betrogen. Als damaliger Neuzuzüger habe ich den Zonenplan und das Baureglement genau studiert, bevor ich mich entschied, hier 2004 eine Liegenschaft zu erstehen. Beides garantierte, dass wir durch eine allfällige Überbauung nur marginal tangiert würden.» Nicht nur Waldvogel fühlt sich von den Behörden betrogen. Ein Anwohner, der namentlich nicht erwähnt werden möchte, sagt ganz klar: «Wir sind nicht informiert worden, was hier passiert. Jetzt ist ein Objekt zerstört worden, das zum Ortsbild Merlischachens gehörte.»

Proteste führen zu Baustopp
Der Heimatschutz, der mit einer Eingabe an den Bezirksrat gelangte, erhielt eine vom Bezirk weitergeleitete Stellungnahme, die von einem Zürcher Anwalt im Auftrag der Mobimo AG verfasst wurde. Gleichzeitig wurden der Heimatschutz wie auch die Einsprecher mit revidierten und ergänzenden Planunterlagen zur Wohnüberbauung Burgmatt bestückt, zu denen sie innert 20 Tagen Stellung beziehen können. Für den Heimatschutz Schwyz ist klar, dass die angepasste Version zur Überbauung Burgmatt kaum mehr als nur eine kosmetische Korrektur darstellt. Er wird erneut an den Bezirksrat gelangen. Und Alexander Eisenmann verteilte diese Woche Flyer, um möglichst viele Merlischacherinnen und Merlischacher gegen den geplanten Bau von vierzehn Häusern mit Wohnungen, «die sich nur gut betuchte Menschen leisten können», zu mobilisieren.
Kurz vor Redaktionsschluss wurde ein sofortiger Abbruchstopp verhängt, da der Abriss anscheinend ohne amtliche Bewilligung erfolgt sei, wie auf der Webseite www.merlischachen.com zu lesen war. Eine offizielle Stellungnahme stand zu diesem Zeitpunkt noch aus. Fortsetzung folgt.

Abbruchobjekt von Südwesten her gesehen. Alle Fenster sind schon entfernt, das Glas zerschlagen. Das Haus ist kaum mehr zu retten, auch wenn es jemand wollte.

Abbruchobjekt von Südwesten her gesehen. Alle Fenster sind schon entfernt, das Glas zerschlagen. Das Haus ist kaum mehr zu retten, auch wenn es jemand wollte.

Ansicht von Südosten her.

Ansicht von Südosten her.

Bei einem angebauten Schopf wird das Dach abmontiert. Da dieses asbesthaltig ist arbeitet eine Spezialequipe mit Atemschutzmasken.

Bei einem angebauten Schopf wird das Dach abmontiert. Da dieses asbesthaltig ist arbeitet eine Spezialequipe mit Atemschutzmasken.

Ansicht von Südosten her.

Ansicht von Südosten her.

Im Hintergrund das Abbruchobjekt, im Vordergrund die ausgesteckten Parzellen für die Mehrfamilienhäuser.

Im Hintergrund das Abbruchobjekt, im Vordergrund die ausgesteckten Parzellen für die Mehrfamilienhäuser.

Im Hintergrund das Abbruchobjekt, im Vordergrund die ausgesteckten Parzellen für die Mehrfamilienhäuser.

Im Hintergrund das Abbruchobjekt, im Vordergrund die ausgesteckten Parzellen für die Mehrfamilienhäuser.

Bei einem angebauten Schopf wird das Dach abmontiert. Da dieses asbesthaltig ist arbeitet eine Spezialequipe mit Atemschutzmasken.

Bei einem angebauten Schopf wird das Dach abmontiert. Da dieses asbesthaltig ist arbeitet eine Spezialequipe mit Atemschutzmasken.

Bei einem angebauten Schopf wird das Dach abmontiert. Da dieses asbesthaltig ist arbeitet eine Spezialequipe mit Atemschutzmasken.

Bei einem angebauten Schopf wird das Dach abmontiert. Da dieses asbesthaltig ist arbeitet eine Spezialequipe mit Atemschutzmasken.

Abbruchobjekt von Südwesten her gesehen. Alle Fenster sind schon entfernt, das Glas zerschlagen. Das Haus ist kaum mehr zu retten, auch wenn es jemand wollte.

Abbruchobjekt von Südwesten her gesehen. Alle Fenster sind schon entfernt, das Glas zerschlagen. Das Haus ist kaum mehr zu retten, auch wenn es jemand wollte.

Abbruchobjekt von Südwesten her gesehen. Alle Fenster sind schon entfernt, das Glas zerschlagen. Das Haus ist kaum mehr zu retten, auch wenn es jemand wollte.

Abbruchobjekt von Südwesten her gesehen. Alle Fenster sind schon entfernt, das Glas zerschlagen. Das Haus ist kaum mehr zu retten, auch wenn es jemand wollte.