Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Abstimmung

Wir sind umgeben von Abstimmungen, die – wenn sie nicht korrekt gemacht werden – zu massiven Problemen führen können.

Felix von WartburgDa fliegt zum Beispiel ein Formel-1-Bolide aus nicht erkennbarem Grund bei hohem Tempo von der Piste. Der Grund: ein Fehler bei der Fahrwerk-Abstimmung. Von ähnlichen Problemen erzählen jeweils die Ski-Cracks in die Reporter-Mikrofone, wenn sie im Training Bestzeit gefahren sind, im Rennen aber versagt haben. Der Grund: ein Fehler in der Material-Abstimmung. Dass unser berühmtes Solarflugzeug seinen Weltumrundungsflug nicht ganz zu Ende fliegen konnte, lag an einem ähnlichen Problem: die Abstimmung der Batterien.

Nun, Sie ahnen es, im Wort Abstimmung steckt ganz Vieles verborgen. Wechseln wir den Schauplatz und blicken in den Iran. Dort haben am Wochenende die sich so sattelfest glaubenden Kleriker und Hardliner bei den Parlaments- und Expertenratswahlen eine unglaubliche Niederlage hinnehmen müssen, wie das noch eine Woche zuvor niemand für möglich gehalten hätte. Der Grund: fehlende Abstimmung mit dem Volk.

Und bei uns? Die SVP-Ausschaffungsinitiative wurde vor acht Jahren mit 53 Prozent Ja- und 47 Prozent Nein-Stimmen knapp angenommen. Die Stimmbeteiligung betrug 53 Prozent. Die SVP-Masseneinwanderungs-Initiative vor vier Jahren wurde mit 50,3 Prozent Ja- gegen 49,7 Prozent Nein-Stimmen noch knapper angenommen. Die Stimmbeteiligung betrug fast 57 Prozent. Die SVP-Durchsetzungsinitiative, über die am vergangenen Sonntag abgestimmt wurde, kam auf lediglich 40 Prozent Ja- gegenüber 60 Prozent Nein-Stimmen. Hier betrug die Stimmbeteiligung zwischen mageren 55 Prozent (Genf) bis zu sagenhaften 75 Prozent (Schaffhausen, Stimmzwang!). In den Innerschweizer Kantonen lag die Stimmbeteiligung durchwegs hoch: Luzern 68%, Uri 73 %, Schwyz 69 %, Obwalden 72 %, Nidwalden 74 %, Zug 70 %.

Was hat das nun mit den eingangs erwähnten Abstimmungs-Beispielen zu tun? Einfach das: Wenn ganz viele Bürgerinnen und Bürger an die Urne gehen, dann ist die Chance, den wahren Volkswillen durchzusetzen, weitaus grösser. Das haben die Resultate am vergangenen Sonntag ganz klar gezeigt. Wären vor acht Jahren auch 70 statt 50 Prozent abstimmen gegangen, dann hätten wir wohl ein Problem weniger in unserem Lande.
Felix von Wartburg, Chefredaktor