Rigi Anzeiger
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Achteckige Burganlage in Küssnacht gibt Rätsel auf

Archäologische Ausgrabungen in Küssnacht

Im Gebiet untere Schürmatt in Küssnacht werden archäologische Grabungen ausgeführt. Sie brachten bis anhin wenige Fundgegenstände und ein Rätsel hinsichtlich einer früheren Burganlage auf.

Das Trassee der geplanten Südumfahrung Küssnacht tangiert die archäologische Stätte «Untere Burg» in der Schürmatt. Sie liegt unterhalb der Gesslerburg. Zur Sicherstellung der bis heute undatierten Fundstelle wurden bereits Anfang April 2011 eine geophysikalische Prospektion und eine eintägige Sondiergrabung durchgeführt. Nun graben seit Anfang Juli zwischen fünf bis sieben Personen unter der Ägide des Archäologen Jakob Obrecht Schicht für Schicht ab, um mögliche Fundgegenstände bergen zu können. Mit Meissel, Pinsel, Staubsauger, Metalldetektoren und anderen Hilfsmitteln legen sie beispielsweise fein säuberlich «Bsetzisteine» frei. «Sie sind schön angeordnet und müssen gemörtelt worden sein», vermutet Obrecht. Es sind die Überreste einer achteckigen Anlage aus dem 19. Jahrhundert. Eine ähnliche hat der Archäologe schon in Appenzell gesehen. Doch diese auf der unteren Schürmatt gibt gerade wegen ihrer Form Rätsel auf. Einer genauen Zeitepoche lässt sie sich noch nicht zuordnen. Wenige Münzen kamen auch schon zum Vorschein, so etwa eine mit dem Kopf des Kaisers Nerva (Regierungszeit 96–98 n. Chr.) oder Teile von Schmuckstücken. Aber auch viel Schrott, Knochen, Keramikteile usw. haben die Männer aus der Erde geholt. «Alles vollständig verteilt», äussert Jakob Obrecht. Ihm machen die Arbeiten in Küssnacht Spass. Sie dauern noch knapp drei Wochen. Der Tessiner Flavio Zappa arbeitet hier ebenfalls mit. Der Historiker beschäftigt sich vornehmlich mit archäologischer und historischer Geschichtsforschung. Was mit den Funden passiert, die hier in der unteren Schürmatt ausgegraben werden? «Sie werden von Spezialisten restauriert und gereinigt. Sie gehören dem Kanton», lässt Obrecht wissen. Landschreiber Wolfgang Lüönd hofft: «Mein Wunsch wäre, dass die Fundgegenstände irgendwann in Küssnacht zu sehen sind.»

Jakob Obrecht mit Skizzen der achteckigen Anlage und Fotos von Fundgegenständen.

Jakob Obrecht mit Skizzen der achteckigen Anlage und Fotos von Fundgegenständen.

Flavio Zappa bei der Arbeit mit dem Staubsauger.

Flavio Zappa bei der Arbeit mit dem Staubsauger.

Archäologe Jakob Obrecht an der Ausgrabungsstätte in Küssnacht.

Archäologe Jakob Obrecht an der Ausgrabungsstätte in Küssnacht.

Fotoaufnahme der römischen Münze, die gefunden wurde.

Fotoaufnahme der römischen Münze, die gefunden wurde.