Rigi Anzeiger
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«Achtung, heikler Kunde!»

Region: In einem von Moderator Kurt Bischof lebhaft und praxisnah gestalteten Event befassten sich Mitglieder von sechs Gewerbevereinen mit Fragen des Versicherungswesens. Gewerbetreibende und Versicherungsfachleute standen sich gegenüber und kreuzten sachbezogen die Klingen.

Die Teilnehmer des Podiumsgesprächs (von links): Roger Hofstetter, Director S&P Financial Services AG; Ricardo Pereira, Direktionsschadeninspektor Basler Versicherung, Luzern; Bruno Jud, Geschäftsführer Schmid Bauunternehmung AG; Remo Molinaro, Leiter suva Agentur Zentralschweiz; Markus Gabriel, Geschäftsführer Gabriel Rebsamen AG; Kurt Bischof, Moderator.

Die Teilnehmer des Podiumsgesprächs (von links): Roger Hofstetter, Director S&P Financial Services AG; Ricardo Pereira, Direktionsschadeninspektor Basler Versicherung, Luzern; Bruno Jud, Geschäftsführer Schmid Bauunternehmung AG; Remo Molinaro, Leiter suva Agentur Zentralschweiz; Markus Gabriel, Geschäftsführer Gabriel Rebsamen AG; Kurt Bischof, Moderator.

jp. Am Donnerstag, 25. Januar 2018 trafen sich die Mitglieder der Gewerbevereine oberes und unteres Rontal, Udligenswil – Meierskappel, Meggen, Buchrain – Perlen und Adligenswil zu ihrem traditionellen Anlass im D4 Business Village in Root. Thema des Abends waren geschäftliche Versicherungen: Haftpflicht und suva für KMU.

Nach einer kurzen Vorstellung des D4 Centers durch den Leiter, Bruno Kunz, und einer Begrüssung durch das OK der Gewerbevereine, vertreten durch Jana Rocktäschel, Präsidentin Gewerbe Rontal kmu root-dierikon-gisikon-honau, ging das Wort an Kurt Bischof, der als Moderator den Anlass lebhaft und praxisnah zu gestalten wusste. Provokativ stellte Bischof fest, Versicherungen und Steuern seien Themen, die von vielen Leuten als trocken, unangenehm und mühsam empfunden und deshalb auch im Geschäftsleben eher am Rande angegangen würden.

In einer ersten Runde wurde der Unternehmer, Markus Gabriel, Geschäftsführer Gabriel Rebsamen AG ersucht, klar und ungeschminkt in die Runde zu bringen, was ihn bei der suva nervt. Gabriel legte los und fragte sich, weshalb sein Unternehmen alle fünf Jahre von der suva kontrolliert werde, kleinere Betriebe aber praktisch nie. Auch die Gewinnverteilung der suva bezeichnete er als Rätsel. Und weshalb die KMU die vollen Prämien schon anfangs Jahr bezahlen müssten. Weshalb keine halb- oder vierteljährlichen Teilzahlungen möglich seien. Er würde sich immer wieder bei der suva melden und intervenieren. Er sei ein unangenehmer Gast. Vielleicht heisse es in seinem Versicherungsdossier: «Achtung, heikler Kunde!»

Sportlich und souverän beantwortete Remo Molinaro, Leiter suva Agentur Zentralschweiz die im Raum stehenden Fragen, von denen er schon im Voraus Kenntnis hatte. Aufgrund seiner Erfahrungen konnte er mitteilen, dass die Unternehmen die Revisionen sogar sehr schätzten.

Bruno Jud, Geschäftsführer Schmid Bauunternehmung AG fühlte mit seinen Anmerkungen dem Vertreter der Haftpflichtversicherungen auf den Zahn. Jud stört sich vor allem an der schleppenden Abwicklung von Versicherungsfällen. Ricardo Pereira, Direktionsschadeninspektor Basler Versicherung, Luzern wollte solche Situationen nicht schönreden und hob hervor, wie schwierig es oft sei, alle zuständigen Leute an einen Tisch zu bringen. Immer wieder werde versucht, die Schuld dem anderen zuzuschieben. Bei Schadensfällen in einem Betrieb sei nicht unbedingt die Schadenshöhe das Kriterium, das eine Versicherung hellhörig werden lasse, sondern die Schadensfrequenz.
In der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Kurt Bischof kam auch der anwesende Versicherungsbroker, Roger Hofstetter, Director S&P Financial Services AG zu Wort. Er musste vorerst seine Funktion als Versicherungsbroker rechtfertigen, was er überzeugend tat. Er betonte seine Unabhängigkeit von Versicherungsgesellschaften und sein umfassendes Beratungsangebot, selbst auch Unterstützung im Schadensfall.

In Verbindung von Erfahrungen der Vertreter der KMU mit Expertenwissen der Versicherungsfachleute wurden Themen wie Regress gegenüber Arbeitgeber, das Bonus-Malus-System der suva, die raschere Abwicklung von Schadensfällen, die Wahl einer Versicherungsgesellschaft mit einer Gesamtberatung und einem Gesamtpaket oder die Aufteilung auf mehrere Anbieter, die strikte Lösung der suva mit der Taggeldversicherung und Fragen der Prävention intensiv diskutiert. Die Diskussionsbeiträge waren immer pointiert, aber fair und sachlich. So gelang es, mit klaren Aussagen, aber auch mit Humor etwas Licht in den Dschungel des Versicherungswesens zu bringen.

Der Abend endete mit weiteren Gesprächen im Foyer bei einem Apéro.