Rigi Anzeiger
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Adligenswil: Gemeindehaus muss saniert werden

Gemeinderat will Sanierungs- und Neubauvarianten prüfen

Das Gemeindehaus genügt heutigen Ansprüchen längst nicht mehr. Was tun, Sanierung oder Neubau? An der Gemeindeversammlung liess der Gemeinderat verlauten, sich mit dieser Frage im nächsten Jahr intensiv zu befassen.

Adligenswil – das unfertige Dorf. Ein Alters- oder Pflegeheim gibt es hier nicht. Und auch das Gemeindehaus ist kein zielgerichtetes Bauwerk. Sondern ein zweckentfremdetes Wohn- und Geschäftshaus. Das Gebäude in dem die Gemeindeverwaltung heute residiert, gehört der Gemeinde selbst. Mit Ausnahme des Erdgeschosses, das im Besitz der Post ist. Die dort ja auch ihre Poststelle betreibt. Ansonsten war das im Jahr 1978 gebaute Gebäude als Wohnhaus konzipiert. Doch gleich von Beginn an, wurde auch die Gemeindekanzlei in dem Haus an zentraler Lage einquartiert. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Wohnungen zu Büros der wachsenden Gemeindeverwaltung umgebaut. Auch die Arztpraxis im ersten Stock ist eigentlich eine Wohnung. Dafür hat das Steueramt keinen Platz mehr im «Gemeindehaus» und amtiert im Exil. Alles in allem ein ziemliches Patchwork.

Undichtes Dach

Neben den unzweckmässigen Räumlichkeiten auf drei Stockwerken, machen den Gemeindeangestellten offenbar zunehmend auch die Mängel der veralteten und desolaten Bausubstanz zu schaffen. Gemeindepräsidentin Ursi Burkart dazu: «Die Bausubstanz des 35-jährigen Gebäudes ist schlecht und genügt den heutigen energetischen Standards überhaupt nicht. Immer wieder kommt es zu gröberen Sanierungssofortmassnahmen, weil das Dach oder die Terrasse rinnt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entweder frieren oder vor lauter Hitze im Winter die Fenster öffnen müssen. Der Gemeinderat hat vor, im 2014 zu evaluieren, wie es mit unserem Gemeindehaus weitergehen soll.» Bau- und Finanzvorsteher Markus Sigrist präzisiert: «Wir hatten Probleme mit dem Lift, mit dem Dach, wir haben eine schlechte Wärmedämmung, veraltete Fenster und dazu noch eine suboptimale Raumeinteilung.» Es stehe da eine gröbere und wohl sehr kostspielige Sanierung an. «Da gilt es, alle Optionen sorgfältig zu prüfen».

Pflegezentrum und Schule dringender

Wäre es da nicht geschickter, gleich ein neues Gemeindehaus zu bauen? Zum Beispiel eines, das von Beginn an als Bürogebäude konzipiert ist? Sigrist gibt sich zurückhaltend. «Wir lassen das Thema mal auf uns zukommen und versuchen den Entscheid, ob Sanierung oder Neubau, im Dialog mit der Bevölkerung in den nächsten Jahren reifen zu lassen. Wir möchten einfach frühzeitig vermelden, dass in den kommenden Jahren etwas gemacht werden muss».

Ob sich der Adliger Finanzvorsteher Sigrist dereinst einmal von Amtes wegen zufrieden im Vorsteher-Sessel eines zweckmässig eingerichteten Finanzbüros zurücklehnen kann, ist fraglich. Denn er zählt immerhin auch schon 58 Lenze. Und ob die Adligenswiler es schaffen, innerhalb von sieben Jahren ein neues Gemeindehaus zu bauen, das hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wie es mit dem Bau des geplanten Alters- und Pflegeheim vorangeht. «Und an zweiter Stelle kommen dann noch Investitionen bei den Schulanlagen. Das Gemeindehaus ist erste an dritter Stelle», betont Sigrist.

Gemeindehaus Adligenswil
Die Zukunft des Gemeindehauses Adligenswil liegt im Nebel.