Rigi Anzeiger
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Adligenswil wird von einem CEO geführt

Adligenswil: Bis nach Mitternacht dauerte die ausserordentliche Gemeindeversammlung, an der etliche Anträge gestellt und rund die Hälfte davon abgesegnet wurden.

Dieses Bild von einer Abstimmung an der Gemeindeversammlung in Adligenswil gehört ab 1. Januar 2016 der Vergangenheit an.

Dieses Bild von einer Abstimmung an der Gemeindeversammlung in Adligenswil gehört ab 1. Januar 2016 der Vergangenheit an.

441 Adligenswilerinnen und Adligenswiler wollten über die künftige Führung ihrer Gemeinde mitentscheiden. Doch hatte sie zuerst endgültig über die Abschaffung der Gemeindeversammlung und den entsprechenden Änderungen der Gemeindeordnung zu befinden. Bei der Detailberatung wurden Anträge, wie die Einführung des Öffentlichkeitsprinzips, von der Versammlung abgelehnt. Hingegen fand der Vorschlag der SP, dass der Gemeinderat zur Erarbeitung bedeutender Finanz- und Sachvorlagen sowie Reglemente Kommissionen und/oder Arbeitsgruppen beizuziehen hat, grossmehrheitliche Zustimmung. SP und CVP wollten die Regelung der Orientierungsversammlung genauer definiert haben. So muss der Gemeinderat mindestens eine zur Vorstellung des Budgets und weitere zu wichtigen Sachgeschäften einberufen. Bei letzteren soll künftig auch die Controllingkommission miteinbezogen werden, denn sie war bis dato vornehmlich nur beim Finanz- und Aufgabenplan involviert. Nachdem eine grosse Mehrheit die geänderte Gemeindeordnung abgesegnet hatte, stand fest: Im November hält Adligenswil zum letzten Mal eine Gemeindeversammlung ab.
Was die meisten Parteien bereits im Vorfeld zur Abstimmung über das künftige Führungsmodell in Adligenswil kundtaten, unterstrichen sie am Dienstagabend erneut und appellierten für das CEO-Modell. Die CVP hingegen stand hinter dem vom Gemeinderat vorgeschlagenen optimierten Führungsmodell, und die SVP verzichtete auf eine Abstimmungsempfehlung. Die Befürworter erhielten prominente Unterstützung im ehemaligen CVP-Kantonsrat Pius Zängerle sowie von KMU-Vertretern und letztendlich auch der Mehrheit der anwesenden Versammlungsteilnehmer. Damit das CEO-Modell mit der neuen Legislaturperiode am 1. September 2016 umgesetzt werden kann, bedurfte es auch hier einer Anpassung der Gemeindeordnung. Eine Reihe von Anträgen, allen voran von der SP (Jörg Meyer) folgten. Zustimmend Anklang fand unter anderem, dass die Gemeinderäte nicht in einzelne Ressorts gewählt, sondern diese nach ihrer Wahl zugeteilt werden.

Finanzielles Risiko
Der Planungsbericht zum Neuen Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ) gab am meisten zu reden. Bis nach Mitternacht stand das finanzielle Risiko im Mittelpunkt. FDP, GLP und SVP beantragten, dass in Anbetracht der Bedeutung des gesamten Geschäftes und der damit verbundenen Risiken über den Schlussbericht zum neuen AGZ an der Urne abgestimmt werden soll. Ferner forderten die drei Parteien, dass in der Botschaft zur Urnenabstimmung die Kapitalzusicherung wie auch das finanzielle Engagement der Gemeinde an die Genossenschaft transparent dargestellt werde. Sie wollten zudem, dass 2,9 Millionen Franken aus dem Landverkauf für den Schuldenabbau verwendet wird. Damit fanden sie breite Zustimmung.
Text & Bild cek.