Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Als die Strümpfe auf der Haut kratzten

Unterhaltsamer Workshop der Megger Alterskommission

In einem unterhaltsamen Workshop zeigte Angela Zimmermann, Schwyz, verschiedene Möglichkeiten auf, wie Seniorinnen und Senioren ihre Lebensgeschichte kreativ aufschreiben könnten. Beim Austauschen von alten Erinnerungen ergab sich viel Übereinstimmendes.

Wie haben Sie das Waschen und Putzen in Ihrer Jugendzeit erlebt? Welche Erinnerungen haben Sie? Oder wie war es mit dem Radio, dem Fernsehen, dem Computer? Oder was war im Ausgang, bei einem Tanzanlass los? Zu diesen und weiteren Stichworten entwickelte sich in zwei Gesprächsrunden ein interessanter und amüsanter Erlebnis- und Gedankenaustausch. «Ja, bei uns zu Hause gab es drei Sorten Kleider: Kleider für die Kirche, für die Schule und für den Garten. Je nach Tag und Situation wechselte man sofort die Kleider. So war gewährleistet, dass man sonntags ein sauberes Gewand hatte, ebenso für die Schule. Und für den Garten spielte die Sauberkeit keine grosse Rolle», erklärte eine Teilnehmerin der Gesprächsrunde. Andere erzählten: «Das Tragen von Kniesocken war klar an einen Termin gebunden. Wenn sich am Pilatus auf den Felsen ein grosses Schnee-S zeigte, dann durften wir auf kurze Socken umstellen. Wir erst, wenn im Namen des Monats kein R mehr ist, also im Mai. Aber die gestrickten Strümpfe, die waren fürchterlich, die bissen!»

An dem von der Alterskommission Meggen unter der Leitung der Sozialvorsteherin, Mirjam Müller-Bodmer, organisierten Workshop tauschten Jung und Alt in Gesprächsrunden Geschichten aus vergangenen Zeiten aus.

An dem von der Alterskommission Meggen unter der Leitung der Sozialvorsteherin, Mirjam Müller-Bodmer, organisierten Workshop tauschten Jung und Alt in Gesprächsrunden Geschichten aus vergangenen Zeiten aus.

Erstaunlich, welche Geschichten, Erlebnisse und Gedankenverknüpfungen sich innert kürzester Zeit ergaben. Es sprudelte geradezu von Assoziationen, wenn die Gesprächsleiterin, Angela Zimmermann, ein Stichwort in die Runde gab. Nun galt es aber auch, diese Geschichten aus der Vergangenheit zu fassen und aufzuschreiben. Soll man dabei mit der Geburt beginnen? Eine chronologische Biografie verfassen? Schreibwerkstattleiterin Angela Zimmermann riet eher davon ab. Da könnte bald Langeweile auftauchen. Und der Griffel bliebe liegen. Mit treffenden Beispielen wusste Angela Zimmermann viele Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man seine eigene Lebensgeschichte darstellen könnte: als Ideensammlung in 10-Jahres-Schritten auf einem Leporello. Als Lebensbaum mit Wurzel, Stamm und Krone. Als Schlüsselbund-Biografie, wo jeder Schlüssel seine Geschichte hat. Oder als Handtaschen-Biografie, in welcher jedes Ding seine Bedeutung hat. Oder wo Gegenstände des Alltags Geschichten erzählen, das Stubenbuffet, eine Pendule, Schuhe, Kleider, Hüte oder Souvenirs. Andere Schlüsselwörter könnten Bücher, Fotos, Wohnorte, Dokumente, Reisen, Rezepte oder der Estrich und Keller sein.

Eine weitere zentrale Frage ist, für wen man Geschichten schreiben will. Für sich selber? Oder für ein Buch, eine Zeitung? Als Geschenk für Freunde, Kinder oder Grosskinder? Zum Vorlesen in einer Runde? Auch da gibt es viele Möglichkeiten. Sich Gedanken hierzu zu machen, lohnt sich durchaus.