Rigi Anzeiger
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Am Güdisdienstag ist’s immer schön

Jörg Bucher, Präsident der Ebikoner Rotseezunft

1996 wurde Jörg Bucher in die Zunft aufgenommen, 2006 war er deren Zunftmeister und am Bot 2011 wurde er zum Zunftpräsidenten gewählt. Ein Gespräch mit einem Narr aus Leidenschaft.

Jörg Bucher, wie gingen Sie auf Stimmenfang, um als Präsident der Rotseezunft gewählt zu werden?
Ich ging nicht auf Stimmenfang. Der Zunftrat suchte einen Nachfolger für den zurücktretenden Josef Kaufmann. Verschiedene Namen kursierten. Viele sagten aus Zeitgründen ab. Ich wollte gerne Präsident werden. Als Zunftmeister wurde mir so viel – auch Menschliches – gegeben, da wollte ich der Zunft etwas retour geben.

Wie bereiteten Sie sich auf Ihr Amt vor?
Auf dieses Amt kann man sich nicht vorbereiten – unmöglich. Man macht das einfach. Der Zunftrat hat eine sehr gute Struktur geschaffen, so dass jeder weiss, was er zu tun hat.

Welche Aufgaben hat der Zunftpräsident zu bewältigen?
Ich trage Verantwortung für die Zunft und vertrete ihre Interessen nach aussen, leite die Sitzungen auch die zweitägige Klausursitzung, bereite das Bot vor, leite diese Versammlung, ich führe durch den Abend mit der Insignienübergabe und Inthronisationsfeier des Zunftmeisters. Auch für den Kinder- und Fasnachtsumzug am Güdisdienstagnachmittag zeichne ich verantwortlich. Zusammen mit dem noch amtierenden Ebikoner Fasnachtsoberhaupt bin ich weiter bei der Suche nach dem Zunftmeister und dem Weibel engagiert.

Wie geschah dies im Fall von Peter I. und Patrick Imboden?
Peter Mühlebach erarbeitete zusammen mit anderen Zünftlern ein Papier für die Aufnahme von Neuzünftlern. Unter dem Vorwand, dass dieses Papier noch nicht ganz fertig sei, lud ich ihn in mein Geschäft. Als er zusammen mit seiner Lebenspartnerin Pia Leipold erschien – ihr hatte ich Bastelpapier für ihre Kindergärtler versprochen – war ihnen sofort klar, worum es ging. Patrick Imboden und seine Frau Barbara erfuhren erst nach ihrer Zusage zum Weibelamt, wer der Zunftmeister ist.

Sie sollen die Zunftratssitzungen sehr militärisch leiten. Stimmts?
Im ersten Jahr als Präsident war ich wohl etwas zu streng. Ich gehe es jetzt etwas lockerer an.

Wie bringen sie ihre präsidialen Aufgaben und ihre Tätigkeit als Inhaber der Sima Print unter einen Hut?
Am Anfang war das nicht einfach. Pro Woche investiere ich mindestens einen Tag in die Zunft. Ich versuche das in meiner Freizeit zu tun. Manchmal ist das nicht möglich. Dann hält mir mein Geschäftspartner Beat Zbinden den Rücken frei.

Was bereitet Ihnen am meisten Sorgen?
Wenn es am Güdisdienstag regnen würde. In der Regel haben wir das schöne Wetter für diesen Tag gebucht.

Was wünschen Sie sich sonst noch für den Güdisdienstag?
Dass wir einen wunderschönen carnevalistischen Umzug auf der Piazza Grande Ebikon haben werden. Ganz wichtig für mich ist auch die Uslumpete danach. Ich hoffe, dass möglichst viele Leute im Festzelt sein werden und die Ebikoner Fasnacht ausklingen lassen sowie zusammen mit dem Zunftmeisterpaar das Grande Finale um 22.30 Uhr mit den Rotsee-Husaren feiern werden. Im Festzelt haben wir mit dem Zunftmeisterpaar vom vergangenen Jahr, Markus und Antoinette Affentranger ein neues Wirtepaar. Zusammen mit Priska und Arthur Burkart kümmern sie sich um die Fasnachtsgäste.

Auf welches Umzugs-Highlight freuen sie sich?
Auf die vielen Gondoliere.

Wie halten Sie sich über die Fasnachtstage fit?
Ich hole mir von der Weibelin Barbara Imboden, die gelernte Arzthelferin ist, eine Injektion mit der Vitaminspritze, die sie an der Inthronisationsfeier geschenkt erhielt.

Wie steht es denn eigentlich um den immer wieder entführten Böög? Wurden verschärfte Sicherheitsmassnahmen getroffen?
Das kann ich Ihnen nicht beantworten – das weiss meinen Vorgänger sowie Gründer der Böögegarde, Josef Kaufmann …
Im Bild oben: Josef Kaufmann und Nachfolger Jörg Bucher mit noch unkostümiertem Ersatzböög.

 

Böög als Reserve
Der Böög beim Fasnachtsturm wird nachts beleuchtet. Abwechselnd hält jeweils ein Mann der Böögegarde gut getarnt Wache.
Um für allfälllige Diebstähle und Entführungen gewappnet zu sein, wurde eine Serie von Ersatzböögen hergestellt.
Josef Kaufmann wollte den Standort des Ersatz-Böögs jedoch partout nicht verraten.