Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

An der Felswand schwebend filmen

Erich Langjahr aus Root arbeitete fünf Jahre an seinem neuen Film

Am Donnerstag, 22. November, findet die Premiere «Mein erster Berg» (Ein Rigi Film) des in Root lebenden Filmschaffenden Erich Langjahr im Kino Bourbaki in Luzern statt. Im Mittelpunkt steht das Leben und Arbeiten des Älplers Martin «Märtel» Schindler auf der Rigi.

Erich Langjahr, weshalb die Rigi?
Die Idee einen Rigi-Film zu realisieren, trage ich schon lange mit mir herum. Am Anfang des Projektes stellte ich mir zwei Fragen. Wie erlebe ich die Rigi als Zeitzeuge, als einer der heutigen Generation? Was erlebe ich auf der Rigi und nehme ich wahr im Sinne eines Seismographen, als einer mit der Kamera in der Hand? Auf dieses Abenteuer wollte ich mich einlassen!

Wie lange arbeiteten Sie an diesem neuen 97-minütigen Werk?
Da die Dreharbeiten im Alltag auf der Rigi von den verschiedensten Faktoren abhängig waren, erstreckten sie sich über fünf Jahre. In diesem Zeitraum erfolgten gleichzeitig Schnitt und Erarbeitung der Dramaturgie des Filmes. Insgesamt drehte ich ca. 14 Stunden auf Film und auch digital.

Erstmals drehten sie mit einer Digital-Kamera. Warum?
Zwei Drittel des Filmes sind analog gedreht und wurden mit einem aufwendigen Verfahren digitalisiert, was sehr viel Zeit und Geld gekostet hat. Der Grund, dass der Film nun digital ist, liegt bei den Kinos, die mit wenigen Ausnahmen von der 35mm-Technik auf die digitale Technik umgestellt haben. Eine Entwicklung, die etwa in der Fotografie und in der Tontechnik schon viel früher stattgefunden hat.

Sie und Ihre Partnerin Silvia Haselbeck setzten sich jeder Witterung aus und scheuten auch steiles Gelände nicht. Welche Situationen forderten Sie am meisten beim Dreh heraus?
Das waren zum Beispiel die Dreharbeiten am Dossenfelsen. Bei der Montage der Schweizer Fahne am steilen Felsen wurden wir auf eine Plattform abgeseilt. Wir standen nur auf einem schmalen Brett, das an der Felswand schwebte, um die Aufnahmen zu machen.

Was möchten Sie mit dem Film aussagen?
Die Rigi ist mein persönliches, verinnerlichtes Motiv, als Ausdruck meiner eigenen Innerschweizerischen Identität. Dieser Film ist mein Versuch, mich im Hier und Heute meines kulturellen Lebensraumes verstehen zu wollen, auch im Sinne von einem, der hier zu Hause ist.

Einige Handlungen werden über längere Sequenzen gezeigt, was ein typisches Merkmal Ihrer bisherigen Filme ist. Wollen Sie damit bewusst etwas vermitteln?
Mein Anspruch ist ein poetischer Film, der näher am Musikalischen, Dichterischen und Malerischen ist, als am nur Informativen. «Mein erster Berg» ist zuerst einmal ein Filmerlebnis. Ähnlich wie in meinen Filmen «Das Erbe der Bergler», «Hirtenreise ins dritte Jahrtausend», «Sennen-Ballade» oder auch «Ex Voto» gibt es darum keine gedrehten Interviews, sondern die Filme haben eher einen nonverbalen Charakter. Ich möchte über die projizierten Bilder des Films beim Zuschauer eigene, innere Bilder provozieren und so eine Reflektion ermöglichen, über das, was die Bilder bedeuten. Mich interessiert das, was nicht mit Worten einen Ausdruck findet.

Wie stiessen Sie auf den Protagonisten des Filmes, den Älpler Märtel Schindler?
Märtel Schindler habe ich über den Bauern Werner Locher, ebenfalls ein Protagonist im Film, kennen gelernt. Er gibt sein Vieh schon mehr als 20 Jahre zur Sömmerung auf Rigi Kulm, auf die Alp von Märtel, so wie man das im Film erlebt.

Märtel Schindler scheint ein Mann der wenigen Worte zu sein? Welche Bedeutung hat er für Sie?
Er steht für mich als Inbegriff des arbeitenden Menschen. Ich schaue im Film mit der Kamera in das Gesicht des arbeitenden Menschen, im Sinne einer Metapher des Menschen, der die Last des Lebens trägt. Dies ist die eine Seite. Anderseits interessiert mich die tätige Hand, der Handriff am Gegenstand, wie etwas beim Bearbeiten entsteht und wie es zusammengeführt wird unter dem geübten und gewohnten Blick des Tätigen. Es geht mir um den Ausdruck des einfachen, schlichten Menschen. Die Natur ist für Märtel Schindler eine Tatsache, der Berg ist einfach da. Sein Naturverständnis ist frei von Pathos und Überhöhung. Mich interessiert also viel mehr der Widerspruch dieser und auch anderer allegorischen Trägerfiguren, die im Zuschauer Empfindungen wecken und gedanklich etwas auslösen und evtl. auch verändern.

Älpler Märtel Schindler

Erich Langjahr mit seiner Partnerin Silvia Haselbeck während den Dreharbeiten zum Rigi-Film.

Die Première des Filmes «Mein erster Berg – Ein Rigi Film» ist am 22. November 2012 um 20.30 Uhr im Kino Bourbaki in Luzern. Davor gibts einen Apéro. Danach spielt der Film täglich im Kino Bourbaki in Luzern.
Mehr zum Film und über Erich Langjahr: www.langjahr-film.ch

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