Rigi Anzeiger
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Ansturm auf ein Schmuckkästchen

Hunderte pilgerten zur Villa St. Charles Hall in Meggen

Die Villa St. Charles Hall, einst als Herrschaftssitz gebaut, ist weitherum bekannt. Schon mancher Gast konnte das Innere bestaunen, doch selten die grosse Öffentlichkeit. Das war am vergangenen Wochenende möglich.

Während je vier Stunden öffnete der Stiftungsrat der Villa St. Charles Hall die Türen zu diesem 1925 fertig erstellten Herrschaftssitz. «Wir rechneten mit bis zu 500 Personen, doch es kamen viel mehr», verriet Josef Scherer, Stiftungsrat und Megger Gemeinderat. Béatrice Waldis und Ruth Meyer, die zum sogenannten vierköpfigen Team gehören, die Veranstalter bei der Umsetzung ihres Anlasses im St. Charles unterstützen, führten die Besucher durch das Haus. Dieses ist wirklich ein Schmuckkästchen der besonderen Art, wie es Salome Schmid-Isler, die Autorin der ersten Dokumentation über den Herrschaftssitz nannte. Tapisserien – vor allem Gobelins – hängen an den Wänden in den Räumen des ersten und zweiten Stockes. Stukkaturen zieren die Decken, wobei vor allem jene im Wintergarten, in dem Pflanzen gehegt und gepflegt wurden, durch verschiedene Motive auffallen. Gross ist der Reichtum an Kunstgegenständen und Bildern. Diese stammen vornehmlich von den ersten Besitzern, dem Ehepaar Dr. Toni und Marie-Harriet von Riedemann. Der Architekt Albert Froelich, entwarf nicht nur das Gebäude, sondern passte sogar die Innenarchitektur der ständig wachsenden Kunst- und Antiquitätensammlung des Ehepaars von Riedemann an. Sie hatten sogar ein separates Herren- und Damenbad. 1947 übernahm den Herrschaftssitz das Ehepaar Paul und Gertrud Fischbacher-Labhardt. «Sie lebten sehr zurückgezogen», erzählte Ruth Meyer. Nach dem Ableben der Fischbachers ging die St. Charles Hall in eine Stiftung über, die vom Megger Kantonsrat Andreas Heer präsidiert wird.

Dachstock restauriert

Der Rundgang führte bis in den Dachstock, der vor fünf Jahren zusammen mit der Küche für vier Millionen Franken renoviert wurde, und den darunter liegenden Räumlichkeiten. In diesen ist keine Tapete wie die andere, jedoch allesamt mit Blumen gestaltet. Über eine Kapelle verfügt das Gebäude auch. Sie soll als nächstes renoviert werden, denn hier finden auch Hochzeiten statt. Auf den zwei ersten Etagen sind die prunkvollen Räume, in denen verschiedene Anlässe stattfinden. Die letzten Besitzer wünschten nämlich, dass die Villa als Stätte der Begegnung luzernischen und schweizerischen Behörden und Institutionen sowie einem kunstinteressierten Publikum zugänglich und dienstbar gemacht wird.

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Blick in einen der prunkvollen Räume.

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Badewanne aus Marmor für die Dame des Hauses.

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Eine Vielzahl an Tapisserien hängt an den Wänden.

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Stukkatur der besonderen Art gibts im Wintergarten zu sehen.

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Ein Kaffee bei einer von vielen Skulpturen im Park genossen.