Rigi Anzeiger
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Aprés Schii-Vergnügen mit Guuggertönen

Dörfli-Zunftmeister lockte Emmens Fasnachtsobrigkeit nach Dierikon

Mit wollenen Skimützen und Pullover, passenden Hosen und Accessoires hatten sich einige Gäste unter das Publikum an der Inthronisation des Dörfli-Zunftmeisters-Paares Schnidi I. und Martha I. gemischt. Sie wurden dem Motto «Aprés Schii» vollends gerecht.

«Aprés-Schii» steht (gemäss Wikipedia) als Begriff für das vergnügliche Angebot, die Wintersportorte den Skifahrern und Snowboardern anbieten. Für Dörfli-Zunftmeisters Schnidi I. gilt «Aprés-Schii» auch für Schlittler. «Snacks und Wein gehören dazu», unterstrich er, der sich zusammen mit seiner Frau Martha I. (Schnider) und dem Weibelpaar Harald und Silvia Röcktäschel auf eine Fasnacht mit vielen Guuggenmusigen freut. Eine davon, nämlich die «Schnäggebörger Lozärn», überraschte das Dörfli-Zunftmeister-Paar bereits während des Apéros mit einem kakaphonischen Ständchen – in winterlicher Sportbekleidung, teilweise sogar mit Skischuhen an den Füssen. Bevor der Abend seinen fröhlichen Verlauf mit Darbietungen und weiteren Guugger-Tönen nahm, warb Schnidi I. noch für den Dieriker Fasnachtsumzug vom 3. Februar. «Da gibt’s die eine und andere Überraschung, die man noch nie gesehen hat.» Selber überraschten Schnidi I. und Martha I. die Mutter respektive Schwiegermutter Hildegard Schnider mit einem spontanen «Happy Birthday». Sie sass mitten im Publikum.

Dass das Emmer Fasnachtskomitee seine Aufwartung an der Inthronisationsfeier von Schnidi I. machte, hat seinen Grund. Daniel Schnider ist seit über 15 Jahren Speaker am Emmer Fasnachtsumzug. Aus dem Gesang der Mitarbeiterkollegen von Schnidi I., war herauszuhören, dass derselbige vor dreissig Jahren bei Komax die Lehre machte. «Heute bin ich Teamleiter Montage bei Komax», verriet der Besungene. Er erzählte ausserdem, dass er 10 Jahre in der Luzerner Guuggenmusig Blattlüüs mitwirkte. Der Dieriker Turnverein plauderte noch mehr über Schnidi I. aus: «Boccia und Jassen sind seine Sportarten. Dazu gehören Fischen und Bier trinken.» Eine neue Fischerhose durfte sich Schnidi I. anziehen. Sie passte nicht ganz. Nach dem Anstich eines Bierfasses schloss der Zapfen auch nicht dicht ab. So spritzte das kühle Blonde in alle Richtungen und richtete eine Bierschwemme auf der Bühne an – zum Amüsement des Publikums. Immerhin bleibt Schnidi I. ein kleines Bierfässchen, das er mit verbundenen Augen und mit Hilfe seiner Frau erfischte.

Die Frauenturngruppe, bei der Martha I. Mitglied ist, adaptierte die Fragerunde «Ich oder Du» à la «Glanz und Gloria» des Schweizer Fernsehen. Da zeigte sich das seit 20 Jahren verheiratete Ehepaar Schnider keineswegs zimperlich, sogar sehr ehrlich. So kristallisierte sich heraus, dass Martha I. eine sehr gute Köchin ist und einen ausgezeichneten Ordnungssinn hat. Schnidi I. entpuppte sich als die vernünftigere Hälfte. Eine Diskrepanz tauchte bei der Frage auf, wer mehr auf die Waage steht. Beide schoben dem anderen ein «Du» zu. Martha I. korrigierte: «Ich gehe überhaupt nie auf die Waage.» Schnidi I. konterte: « Nein, ich bin nicht schwer. Ich habe mehr Kuschelfläche als andere.» Die Lacher hatten das Dörfli-Zunfmeisterpaar auf sicher. Was beide gut können: Trichlen mit einer Krumme im Mund. Dazu forderte die Samichlausgruppe das Dieriker Zunftmeisterpaar an seiner Inthronisationsfeier noch auf.