Rigi Anzeiger
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Asylsuchende werden dezentral untergebracht

Root: Die Gemeinde hat eine Liegenschaft erworben, um kurz und mittelfristig einen Teil der 55 zugewiesenen Asylsuchenden unterbringen zu können.

cek. Der Rooter Gemeinderat verzichtet vorläufig auf grössere Kollektivunterkünfte in Zivilschutzanlagen und setzt auf dezentrale Lösungen. Gemäss Vorgaben des Kantons muss Root 55 Asylsuchende bis Ende März 2016 aufnehmen. Zurzeit leben 34 Flüchtlinge in der Gemeinde. Sie sind in sieben Wohnungen untergebracht, die der Kanton gemietet hat. Um weitere Asylsuchende aufnehmen zu können, hat der Gemeinderat die Liegenschaft Strassenheim erworben. Nun wird das Gebäudeinnere bis zum Einzugstermin mit kleineren Renovierungsarbeiten wohnbar gemacht. «Der Kauf erfolgte auch aus weitsichtigen Überlegungen, denn die Liegenschaft befindet sich in einem Entwicklungsgebiet», erläutert Gemeindepräsident Heinz Schumacher. Für den Erwerb der Liegenschaft und die kleineren Renovationsarbeiten im Hausinneren investiert die Gemeinde 1,1 Millionen Franken. «Würden wir zu wenig Asylsuchende aufnehmen, beträgt die Ersatzabgabe pro fehlende Person bis Ende Jahr rund 7400 Franken. Wenn die Gemeinde Root gar keine Asylsuchenden aufnehmen würde, müssten wir ab 2017 jährlich rund 600 000 Franken an den Kanton zahlen», rechnet Heinz Schumacher vor. Zur Unterbringung von Asylanten wird nur die grössere der beiden Wohnungen an den Kanton Luzern vermietet. Ab 1. Mai werden hier zirka 16 Personen einziehen. «Gemäss Kanton hätten im ganzen Haus 23 Menschen Platz», erzählt Sozialvorsteherin Margrit Künzler-Niederberger.

Sozialvorsteherin Margrit Künzler und Gemeindepräsident Heinz Schumacher vor dem Gebäude der Liegenschaft Strassenheim, in dem weitere Asylsuchende untergebracht werden.

Sozialvorsteherin Margrit Künzler und Gemeindepräsident Heinz Schumacher vor dem Gebäude der Liegenschaft Strassenheim, in dem weitere Asylsuchende untergebracht werden.

Weiteren Wohnraum gesucht
Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation rechnet der Gemeinderat damit, dass Root weitere Asylsuchende zugewiesen werden und klärt fortwährend zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten ab. Um diesbezüglich die Strategie von dezentralen Lösungen fortzusetzen, hat er vorsorglich den Mietvertrag der Jugendkommission unteres Rontal für den Jugendraum an der Oberwilstrasse auf Ende August 2016 gekündigt. In diesem Pavillon könnten bis 14 Personen untergebracht werden. «Für uns ist diese Kündigung schmerzlich. Wir bemühen uns aber einen neuen Raum für die Jugendlichen zu finden», bekundet Margrit Künzler. Viel lieber wäre ihr, wenn diese Massnahme nicht ergriffen werden müsste und hofft anderweitige Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Sowohl sie wie auch der übrige Gemeinderat sind deshalb auf die Unterstützung von Grundeigentümern angewiesen, die freien Wohnraum dem Sozialamt melden.

Asylsuchende werden kaum wahrgenommen
«Bis anhin haben wir keine negativen Rückmeldungen über jene Asylsuchende erhalten, die bereits hier wohnhaft sind. Es gibt sogar Personen, die erstaunt waren, als sie hörten, dass bereits so viele Flüchtlinge unter uns leben», erzählt Margrit Künzler. Nach dem Kauf der Liegenschaft Strassenheim wurden am letzten Freitag die Anstösser über die vorgesehene Nutzung des Hauses informiert.

An der Gemeindeversammlung vom 18. Mai 2016 orientiert der Gemeinderat die Bevölkerung über seine Strategie, wie auch über den aktuellen Stand im Asylwesen. «Für Fragen in diesem Zusammenhang stehen wir selbstverständlich jetzt schon zur Verfügung», äusserten Heinz Schumacher und Margrit Künzler.