Rigi Anzeiger
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Asylzentrum Löwen geht Ende Jahr zu

Ebikon: In der Vergangenheit hat der Kanton Luzern im Asylbereich wiederholt über die Beschaffung neuer Unterbringungsplätze informiert. Jetzt vermeldet er rückläufige Asylgesuche und schliesst drei Zentren. Dazu gehört auch der «Löwen» in Ebikon.

Das Asylzentrum im «Löwen» schliesst.

Das Asylzentrum im «Löwen» schliesst.

pd./red. Der Bund verzeichnet seit längerem weniger Asylgesuche – prognostiziert sind für das laufende Jahr noch 16’500. Dies hat Auswirkungen auf den Kanton Luzern. 2015 hat der Bund dem Kanton Luzern im Durchschnitt 160 Personen pro Monat zugewiesen; 2016 waren es noch 80, im laufenden Jahr sind es bisher noch durchschnittlich 40. Das hat im Kanton Luzern zur Folge, dass eine Überkapazität an Unterbringungsplätzen in den Zentren entsteht. Die Zentrenauslastung liegt derzeit noch bei rund 85 Prozent. Mit der Umsetzung der Neustrukturierung des Asylwesens auf Bundesebene ab März 2019 werden die Kantone nochmals deutlich weniger Asylsuchende unterbringen müssen. Dies, weil nur noch Asylsuchende im erweiterten Verfahren auf die Kantone verteilt werden. Das sind rund 40 Prozent aller Asylsuchenden. Die restlichen 60 Prozent der Gesuche werden direkt in den Bundesasylzentren abgewickelt und entschieden. Beruhend auf den Modellrechnungen des Bundes, geht der Kanton Luzern davon aus, dass mittelfristig von den aktuell 825 noch zwischen 400 bis 500 Zentrenplätze benötigt werden.

Auf aktuelle Entwicklungen reagiert
Um keine Betten auf Vorrat zu betreiben, reagiert der Kanton Luzern auf die aktuelle Entwicklung. Bereits geplant ist die Einstellung des Asylzentrums Löwen in Ebikon mit 80 Unterbringungsplätzen per Ende 2018. Die von der Schliessung betroffenen Mitarbeitenden wurden bereits informiert. Gemäss Silvia Bolliger, Leiterin der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen (DAF) soll der Stellenabbau auch bei den zwei anderen Zentren (Hirschpark Luzern und in Oberkirch) soweit wie möglich durch natürliche Fluktuation aufgefangen werden. Bei internen Vakanzen werden die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden prioritär berücksichtigt und wo nötig sozialverträgliche Lösungen ausgestaltet. Die DAF steht diesbezüglich im Austausch mit den zuständigen Personalverbänden. Aktuell verfügt der Kanton Luzern über 825 Plätze in neun Asylzentren. Nach Schliessung der drei Zentren mit total 230 Plätzen bestehen per 1. Januar 2019 noch 595 Unterbringungsplätze in sechs Zentren.
Regierungsrat Guido Graf bilanziert: «Sofern die Prognosen des Bundes eintreffen und kein unerwarteter Anstieg von Asylgesuchen erfolgt, werden die verbleibenden Plätze ausreichen, um die Unterbringung mittelfristig sicherzustellen.»