Rigi Anzeiger
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Auf dem Weg zur WM in Japan

Karateka Michael Unternährer aus Merlischachen wills wissen

Fünf Jahre jung war Michael Unternährer, als er begann Karate zu lernen. Inzwischen hat der heute 14jährige zwei Schweizermeisterschaften gewonnen und möchte in zwei Wochen an die Weltmeisterschaften nach Japan. Eine solche Reise kostet.

Michael Unternährer geht bedacht mit seinen Worten um, wirkt ruhig und bescheiden. Er lebt die Philosophie des Karate, wo Respekt eine grosse Rolle spielt. Dahinter stecken neun Jahre Training und Besuch der Karateschule Taisho in Luzern. Eine Kollegin seiner Mutter machte auf diese Schule, die schon manchen hervorragenden Karatesportler hervorbrachte, aufmerksam. «Damals ging es darum, etwas zu machen, das Spass macht. Das ging dann in Faszination über», erzählt Michael Unternährer. Natürlich habe es auch Durchhänger gegeben. Aber: «Der Trainer und die Familie ermutigten mich, weiter zu machen», fügt der 14jährige an.

Ehrgeiz entwickelte er ab der 5. und 6. Klasse, als er erstmals an Turnieren teilnehmen konnte. 2011 errang er dann den ersten Schweizermeistertitel in der Kategorie U 14. Kurz darauf lud ihn die Stadt Luzern zur alljährlichen Sportlerehrung ein. In diesem Jahr ging Michael Unternährer bei den U16 als Schweizermeister hervor. Damit qualifizierte er sich für die Weltmeistersschaften, die vom 12. bis 23. August 2013 in Japan stattfinden.

1 MichaelUnternährer

Der Ferienjob reicht nicht

Zirka 4500 Franken kosten Reise und Unterkunft, um an der Weltmeisterschaft in Japan teilzunehmen. Erst wenige hundert Franken hat Michael Unternährer dafür beisammen. Dazu fragte er zahlreiche Firmen an, einige wenige sicherten ihm einen Zustupf zu. Er ging ausserdem einem Ferienjob nach – das nebst seinem täglichen Training. Noch weiss er nicht, ob er die finanziellen Mittel für sein nächstes Ziel zusammen bringt. «Ich lass es auf mich zukommen», sagt Michael Unternährer. Für ihn ist jedoch sicher: «Ich will in Japan die beste Leistung geben.» Michael Unternährer kann auch während eines Trainings in einem dortigen Dojo dabei sein. Als nächstes hofft er den schwarzen Gürtel und damit den ersten Dan zu erreichen.

Harmonie in die Familie gebracht

«Karate ist wie ein Lebensweg mit Regeln und man muss sich konzentrieren», erklärt Michael Unternährer. Dann offenbart er auch: «Mit Karate kann ich den Kopf frei machen, wenn mich etwas beschäftigt. Im Training kann ich abschalten.» Steht für ihn Karate en erster Stelle? «Nein, die Familie», sagt der 14jährige klar. Die Kampfkunstsportart ist jedoch seine liebste Freizeitbeschäftigung. Dieser kann er sich erst recht widmen, wenn er nach dem Sommer das Sportgymnasium in Luzern besucht. Die rund 20 Stunden wöchentliches Training lassen sich mit dieser Schule bestens vereinbaren. Inzwischen hat auch sein jüngerer Bruder Livio Unternährer angefangen Karate zu lernen. «Mit dieser Sportart kam eine regelrechte Harmonie in die Familie», verrät Mutter Monika Unternährer. Sie hebt auch die Fairness und Kollegialität zwischen Grossen und Kleinen hervor, die ihr durch die Ausübung der Kampfsportart ihrer beiden Söhne aufgefallen ist. Sie lobt auch Trainier Toni Romano, der die Karateschulen Taisho in Luzern und Altdorf leitet. Er schliesse die Familien mit ein, und achte darauf, dass seine Schützlinge die Schule trotz ihrer Begeisterung für Karate, nicht vernachlässigen.

Gönner für die Japanreise melden sich bei Michael Unternährer unter der E-Mail rene.unternährer@bluewin.ch