Rigi Anzeiger
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Ausbildungstipps für die Amis

Ebikon: Die amerikanische Botschaft deckte sich bei Schindler mit hilfreichen Botschaften ein zum Thema «So bilden wir in der Schweiz Lehrlinge aus…»

«Wieso funktioniert das bei mir nicht?» Der stellvertretende Arbeitsminister der amerikanischen Botschaft in Bern, Christopher Lu, versucht vergeblich eine Schaltung auszulösen, die von Lehrlingshand so einfach schien. Die Botschafterin Suzi LeVine (links) amüsiert sich sichtlich, waehrend Lehrling Pascal Grueter die ministerlichen Bemühungen mit einem verlegenen Laecheln verfolgt. Bild: Niklaus Wächter

«Wieso funktioniert das bei mir nicht?» Der stellvertretende Arbeitsminister der amerikanischen Botschaft in Bern, Christopher Lu, versucht vergeblich eine Schaltung auszulösen, die von Lehrlingshand so einfach schien. Die Botschafterin Suzi LeVine (links) amüsiert sich sichtlich, waehrend Lehrling Pascal Grueter die ministerlichen Bemühungen mit einem verlegenen Laecheln verfolgt. Bild: Niklaus Wächter

«Unser Ausbildungssystem geniesst einen ausgezeichneten Ruf», weiss Bruno Wicki, der Leiter der Schindler Berufsbildung. Es ist demzufolge also nicht sonderlich erstaunlich, dass sich eine Delegation der amerikanischen Botschaft, angeführt vom stellvertretenden Arbeitsminister Christopher Lu, am letzten Montag für einen Informationsbesuch bei Schindler in Ebikon angemeldet hat. Tatsächlich gibt es im grossen Amerika noch grosse Weiterentwicklungsmöglichkeiten bei der Lehrlingsausbildung. Denn eine Berufsbildung kennen die USA nicht, auch keine Berufsschulen mit allgemein anerkannten Abschlüssen. Nach der High School geht man entweder ans College oder an eine Universität. Oder man tritt in einen Betrieb ein und wird «on the job» in den Beruf eingeführt.
Mit leichter Verspätung traf die zwölfköpfige Delegation der amerikanischen Botschaft und des US-Arbeitsministeriums am Montag nach 16 Uhr in Ebikon ein. Mit dabei neben Botschafterin Suzi LeVine auch der stellvertretende Arbeitsminister Christopher Lu, der stellvertretende Staatssekretär Eric Seleznow, und John Ladd vom amerikanischen Büro für Ausbildung und Training. Nach der Begrüssung durch den CEO des Schindler Konzerns, Silvio Napoli, liess sich die Gästeschar von Jürgen Kästle und Bruno Wicki, ersterer ist Präsident und zweiter Leiter der Schindler Berufsbildung, über den Aufbau und die Ziele der beruflichen Ausbildung informieren. Besonders interessiert zeigten sich die Amerikaner dabei an Aspekten wie beispielsweise die Treue zum Unternehmen nach dem Abschluss der Ausbildung. Die von Schindler genannten 55 Prozent Lernende, die vom Unternehmen nach Abschluss der Lehre angestellt werden, schienen ihnen auf Anhieb doch etwas wenig. Umso beeindruckter zeigten sie sich später von der Kompetenz der Lehrlinge.
Die 24jährige Judit Hecke demonstrierte als angehende Konstrukteurin funktionsfähige Miniaturlifte, die namentlich Arbeitsminister Christopher Lu in den Bann zogen. Dieser wollte denn prompt auch bei der nächsten Station, beim 17jährigen Elektroniker-Lehrling Pascal Grüter, beim Knopfdrücken seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Er schaffte allerdings zur allgemeinen Heiterkeit den dafür nötigen schwungvollen kräftigen Druck nicht. Den Schluss der Lehrlingsauftritte – immer perfekt in englischer Sprache vorgetragen! – bestritt der 20jährige angehende Polymechaniker Tobias Herzog an der CNC-Maschine. Tobias Herzog trat auch souverän der Verwunderung unter den amerikanischen Gästen entgegen, dass die Schweizer einem Lernenden vertrauensvoll Arbeitsmaschinen im Wert von mehreren Hunderttausend Franken anvertrauen.