Rigi Anzeiger
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Ausrichtung irritiert Nachbarn

Adligenswil: Die katholische Kirchgemeinde will drei Wohnhäuser mit 48 Wohnungen bauen. Aber nicht in der exakten Ausrichtung der meisten umliegenden Häuser. Das ärgert die Anwohner.

Hier beim Dorfzentrum Adligenswil will die katholische Kirchgemeinde drei Wohnhäuser mit insgesamt 48 Wohnungen bauen. Bild Niklaus Wächter

Hier beim Dorfzentrum Adligenswil will die katholische Kirchgemeinde drei Wohnhäuser mit insgesamt 48 Wohnungen bauen. Bild Niklaus Wächter

Grossandrang am vergangenen Donnerstag im kleinen Sitzungszimmer des Gemeindezentrums Teufmatt. Mit gegen 100 Besuchern der Orientierungsversammlung ist der Raum überfüllt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher müssen auf den eigenen Beinen oder dem Fensterbrett ausharren. «Wir haben nicht damit gerechnet, dass etwa dreimal mehr Besucher als zu einer ganz normalen Kirchgemeindeversammlung erscheinen werden», äussert sich Kirchenratspräsident Richard Beeler zum Auftakt der Orientierung.
Der Grossandrang hat seinen Grund: Die Kirchgemeinde will auf einem Teil der heute noch grünen Wiese mit dem Riedbach mitten im Ort für rund 24 Millionen Franken drei viergeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 48 Wohnungen bauen. Und hat die Bewohner der umliegenden Wohnhäuser zur Orientierung geladen.

Der Zonenplan ist schuld
Orientiert aber wurde nicht über das Bauprojekt an sich, sondern über den Gestaltungsplan «Riedbach West». Also: Wo genau kommen die Häuser zu stehen? Wie werden sie sich präsentieren? Was ist ihre maximale Höhe? Wie werden sie erschlossen?
Das aber genügte für kritische Fragen: «Wird ganz bestimmt nicht höher als die 15 Meter gebaut? Wie werden sich die Hausfassaden präsentieren? Wie werden die Zufahrten gestaltet? Muss der Riedbach verlegt werden? Bleibt der Schlittelhang wirklich unverbaut? Gibt es keinen räumlichen Konflikt zwischen dem bestehenden Privat-Spielplatz und einem der neuen Wohnhäuser?» Und immer wieder: «Weshalb stehen die Häuser schräg zur Flucht der Nachbarsbauten?». Der Vertreter der Gesamtbauleitung Stüby Konzept AG wiederholte geduldig, dass die von der Gemeinde – unter Einbezug der Bevölkerung – unlängst definierte Zonenplan für das Gebiet, keine andere Ausrichtung für eine zweckmässige Nutzung des Platzangebotes erlaube. Eine Antwort, die offensichtlich nicht alle Versammlungsteilnehmer überzeugt. Sie bereiten sich in stummen Unmut auf unerfreuliche Sichteinschränkung und räumliche Irritation durch disharmonische Häuserfluchten vor.

Baubeginn nächsten Sommer
Dessen ungeachtet will die Kirchgemeinde mit ihren rund 2500 katholischen Mitgliedern ihr Projekt auf ihrem eigenen Grund und Boden zügig realisieren. Mitte Dezember will die Kirchgemeinde das Vorhaben durch ihre Mitglieder genehmigen lassen und gleich darauf die Baubewilligung einholen. Bereits im nächsten Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. Sie sollen rund anderthalb Jahre dauern. Entstehen sollen in Absprache mit den örtlichen Gemeindebehörden und deren Einschätzung bezüglich Wohnungsbedarf in Adligenswil zwölf Dreieinhalb-Zimmer-, 30 Viereinhalb-Zimmer- und sechs Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnungen. Nicht gefragt wurde an der Orientierungsversammlung, wie die katholische Kirchgemeinde Adligenswil zu ihrem ansehnlichen Landbesitz mitten im Ort kommt.
«Das Land gehörte der Pfarrpfrundstiftung und der Sigristenpfrundstiftung die in früheren Jahrhunderten zur wirtschaftlichen Unterstützung der Geistlichkeit resp. der Sigristen eingerichtet wurden. Das Vermögen der beiden Stiftungen wurde der Kirchgemeinde übertragen», erläutert Richard Beeler gegenüber dem Rigi Anzeiger. Niklaus Wächter