Rigi Anzeiger
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«Ausstieg aus Kernenergie verlangt innovative Projekte»

CKW plant in Inwil grösstes Solarkraftwerk der Schweiz

Geht es nach den CKW, steht in Inwil bald das grösste So­larkraftwerk der Schweiz. Das Projekt kommt nicht überall gut an. Vor allem der Standort auf der grünen Wiese wird kri­tisiert. Ökologisch und ökono­misch fragwürdig. Nein, sagt CKW-Sprecherin Dorothea Ditze.

Dorothea Ditze, das geplante Solar­kraftwerk in Inwil sei überrissen und unnötig …

Wir kommen mit der Anlage dem An­spruch des Bundes nach, für die Strompro­duktion vor allem in grössere Anlagen zu investieren. Freiflächenan­lagen sind ökonomisch sinnvoll und produzieren im Vergleich zu normalen Dachanlagen günstigeren Solarstrom. Der geplante Ausstieg aus der Kern­energie verlangt eben nach innovativen Projekten sowie Anstrengungen und Kompromissen von allen Seiten. Wir haben Freude an diesem Leuchtturmprojekt, weil wir bei der Anlage Stromproduktionskos­ten anstreben, die eine neue Messlatte für die zukünftige Photovoltaik setzen, und weil wir gemeinsam mit der Hochschule Luzern die Auswirkung dezentraler Produktionsanlagen auf die Netzstabilität untersuchen können. Davon versprechen wir uns wichtige Erkenntnisse zur künftigen Auslegung des Verteilnetzes.

Vollbild Panele

Solarpanels auf 15 Hektaren, was der Grösse von 20 Fussballfeldern entspricht.

Nun wird gerade besonders kritisiert, Freiflächen zu verbrauchen. Das sei der falsche Weg, zumal sich die gleiche Leistung auf bestehenden Dachgebäu­den erzielen liesse.

Für uns ist das keine Frage vom Entwe­der-oder. Wir verfolgen in der Solar-energie eine So­wohl-als-auch-Strategie: Wir möch­ten sowohl die Grossanlage bauen als auch weitere, kleinere Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Bauten prüfen. Für den Energieertrag, wie ihn «Schweissmatt» liefert, müssten ebenfalls 10 ha Dachfläche verbaut wer­den, also ca. 13 Fussballfelder. Das Gebiet in der Schweissmatt ist nur deshalb grossflächiger, weil zwischen den Panelen Freiräume für die Natur vorgesehen sind. Die beschriebenen Untersuchungen zur Netzstabilität könnten wir auf Dächern aber nicht durchführen, da der Bau einer gleich grossen Anlage auf ei­nem Dach in unserer Region aus unserer Sicht nicht realisierbar ist.

 

Der Vorwurf des ökologischen Unsinn ist also unsinnig?

Aus unserer Sicht ist die Stromprodukti­on aus Sonnenenergie in Inwil sinnvoll und ein wertvoller Beitrag zu den Zubauzielen unseres Kantons. Wir verbauen ja auch nicht permanent; die Flä­che kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder anders genutzt werden, für Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe etc. Beim Betrieb der Anlage entstehen aber kaum Emissionen, anders als bei einem Industriebetrieb auf diesem Gebiet. Mit «Schweissmatt» bleibt der Grossteil der Gesamtfläche für die landwirtschaftliche Produktion erhal­ten. Die Fläche bleibt begrünt und die exten­sive Nutzung führt zu einer ökologischen Aufwertung. Sogar der WWF sagte am 07. Mai 2012 in einer Zeitung: «Solarpanels auf einer Wiese können die Biodiversität gar fördern. So können zum Beispiel Trockenwiesen oder Schafweiden zwischen den Panels entstehen.». Linda Kolly

 

Strom ab 2014
CKW plant, mit der Photovoltaik-Freiflächenanlage «Schweissmatt» rund 10 Millionen Kilowattstunden Solarstrom zu produzieren. Sie will 25 Millionen Franken in den Bau in-vestieren. Dazu wird eine Gesamtflä-che von ca. 15 Hektar benötigt, was der Grösse von 20 Fussballfeldern entspricht. Dabei bleibt ein Grossteil der Fläche für die extensive landwirt-schaftliche Bewirtschaftung erhalten. Die neue Photovoltaik-Anlage soll just dort entstehen, wo einst ein Kern-kraftwerk geplant war. Bei optimalem Planungs- und Genehmigungsverlauf könnte die Anlage bereits 2014 ans Netz gehen.