Rigi Anzeiger
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Begabung – Lust oder Last?

Gymnasium Immensee lud zur Diskussion

Im Bereich der Begabungsförderung gibt es in der Zentralschweiz Nachholbedarf – darüber waren sich die Teilnehmenden der Tagung «Begabung erkennen und fördern» einig. Drei Referenten zeigten auf Einladung des Gymnasiums Immensee verschiedene Wege auf, wie man besonderen Begabungen im Unterricht gerecht werden kann.

Zwanzig Lehrkräfte verschiedener Schulstufen, Schulleiter oder auch Fachpersonen im Bereich der Begabtenförderung versuchten, sich einen Überblick über die Thematik zu verschaffen. Unterstützung erhielten sie von Priska Fischer Portmann (Studienleiterin Zertifikatskurs Integrative Begabungs- und Begabtenförderung, Dozentin Fachdidaktik Mathematik), Angela Vivot (Koordinatorin für Begabtenförderung, Mathematiklehrerin) und Beat Schelbert (Klassenlehrer und Zuständiger für integrierte Begabungs- und Begabtenförderung an der Sek I-Stufe). Vier Fragestellungen standen dabei im Zentrum.

Wie kann in der Schule ein Umfeld geschaffen werden, das Kindern mit ihren Begabungen gerecht wird? «Wichtig ist eine Schulkultur, in der Vielfalt und Verschiedenheit gefeiert wird», sagt Beat Schelbert. Dazu arbeitet er unter anderem mit Talent-Portfolios. Jede Schülerin, jeder Schüler dokumentiert seine persönlichen Interessen und Fähigkeiten in einem Dossier. Auch lässt er Schülerinnen und Schüler den «Schüler des Monats» nominieren. Damit soll erreicht werden, dass Begabung an der Schule positiv wahrgenommen wird. «Wichtig ist, dass man die Kinder ermächtigt, bewusst mit ihren Stärken und Schwächen umzugehen und zu entscheiden, wie sie ihre Talente oder Begabungen entwickeln wollen», sagt Priska Fischer Portmann. «So müssen die Eltern nicht mehr an Stelle der Kinder reden.»

Bezüglich Integration hoch begabter Schülerinnen und Schüler hat Angela Vivot keine Berührungsängste. Diese grundsätzliche Fragestellung der integrierten Förderung gelte sowohl für hoch begabte Schüler/-innen als auch für Schüler/-innen mit Schulschwierigkeiten: «Es gibt sowohl schulische als auch ausserschulische Möglichkeiten, um das Bildungsmenu für Begabte zu bereichern. Gerade auf der Gymnasialstufe gibt es da eine Fülle auch kreativer Möglichkeiten.» Die Schwierigkeit bestehe darin, das System der notenorientierten Schule aufzuweichen. «Wir müssen als Ergänzung zum herkömmlichen Bewertungssystem mit Schulnoten auch Formen der Beurteilung einführen», sagt Priska Fischer Portmann. Für alle ist klar, dass Begabungsförderung ein Projekt der Gesamtschule sein muss. Das funktioniere aber nur, wenn die Schule als Ganzes bereit sei, angepasste Strukturen zu entwickeln.

Ab dem neuen Schuljahr wird Angela Vivot am Gymnasium Immensee als Koordinatorin für Begabungsförderung arbeiten. Für Christoph Schmitt, Rektor des Gymnasiums Immensee, ist diese Anstellung die konsequente Weiterführung eines professionellen Qualitätsmanagements. Das Gymnasium Immensee hat als erste Schule das Masterzertifikat Q2E erhalten.