Rigi Anzeiger
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Beim Pflanzendoktor

Noch vor zwei Monaten erfreute mich das Rosenbäumchen auf der Terrasse mit seinem reichen roten Blumenflor. Davon fliegende Blütenblätter kündeten das Ende der Blumenpracht an. Marlis JungoWas nichts Beängstigendes bedeutet: Blumen blühen und verblühen – das ist der Lauf der Natur. Kaum hatte sich das letzte Rot verabschiedet, zeigten sich auf den grünen Blättern Bissspuren. Wer da am Rosenlaub knabbert war die Frage. Trotz intensivem Suchen war kein Tierchen zu sehen. Die Blätter wurden durchsichtig, vertrockneten. Und das einst stolze Bäumchen ein trauriger Anblick. Einzig die Blattrippen hatten die gefrässigen Zeitgenossen verschont. Jetzt, wo es nichts mehr zu fressen gab, fasste ich mir ein Herz und schnitt die Zweige radikal zurück. Mit der Überlegung «wenn die Schädlinge keine Nahrung mehr finden, werden sie sich ein anderes Opfer suchen». Meine Rose erholte sich prächtig und bald sprossen junge und überaus zierliche Blattkreationen aus den Schnittstellen. Aber halt, was ist das – schon wieder erste Anzeichen von Knabbereien – wenn auch nur winzig und kaum auszumachen! Einer zweiten Tortur wollte ich das Bäumchen nicht aussetzen und holte mir Rat. Das grosse Gartencenter im Rontal schien mir die richtige Anlaufstelle dafür. Da müssten doch Spezialisten für Pflanzen zu finden sein, die der geplagten Kreatur helfen können! Die nette Empfangsdame nahm gleich das Funktelefon zur Hand, kaum hatte sie mein Anliegen angehört und die mitgebrachten Beweise begutachtet. «Gleich dort drüben bei der grossen runden Lampe finden Sie ein Schild mit der Aufschrift <Pflanzendoktor>. Die Spezialistin ist unterwegs zu Ihnen», gab sie mir noch auf den Weg. Fünf Minuten später stieg «Frau Doktor» aus dem Velosattel. Bald war das Schadensbild im Fachbuch gefunden. Es sei ein Käfer – den Namen habe ich gleich wieder vergessen – wurde mir beschieden. Und auch das Mittel dagegen fand sich im umfangreichen Angebot an Schädlingsbekämpfungsmitteln. Mit ein paar Sätzen über Anwendung und Wirkung in den Ohren war ich wieder auf dem Nachhauseweg. Und der Überzeugung, das einzig richtige getan zu haben!
Marlis Jungo