Rigi Anzeiger
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«Betreutes Wohnen» im Meggerwald

Interkantonale Zusammenarbeit für Biodiversität

Der Meggerwald zwischen Luzern, Adligenswil und Küssnacht weist eine beachtenswerte Fauna und Flora auf. Weiher und Flachmoore inmitten von Waldlichtungen. Sie wurden anfänglich von freiwilligen Personen nur auf der Luzerner Seite betreut. Seit einem Jahr ist auch der Kanton Schwyz einbezogen.

«Der Meggerwald ist ein spezielles Gebiet und geprägt von Feuchtgebieten», erklärte Susanna Geissbühler von der Dienststelle Landwirschaft und Wald (lawa) des Kantons Luzern während eines Rundganges. Diese Gebiete befinden sich in sogenannten Senkungen und offenbaren sich dem Wanderer oder Spaziergänger in den Waldlichtungen. Als Beispiele nannte Geissbühler den Weiherried, Langenried und das Forenmoos. Flachmoore von nationaler Bedeutung, die den Amphibien als Laichplätze dienen. Sie sind einerseits regional durch entsprechende Verfügungen der Gemeinden Meggen, Adligenswil und Udligenswil und andererseits auf der Küssnachter Seite durch den Kanton Schwyz geschützt.

Gebietsbetreuung erweitert

Seit 2006 steht für den Kanton Luzern die sogenannte Betreuergruppe Meggerwald im Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, die schützenswerten Gebiete zu beobachten und Veränderungen dem lawa mitzuteilen. Sie achten darauf, dass die Schutzbedingungen eingehalten werden, bringen Vorschläge ein und leisten Öffentlichkeitsarbeit. Die Betreuergruppe setzt sich vornehmlich aus Personen zusammen, die viel in diesen Gebieten unterwegs sind. Das waren sie vorerst nur auf der Luzerner Seite. Im 2012 spannten die Schwyzer mit den Luzernern zusammen, damit auch der übrige Meggerwald betreut wird. «Gemäss Schutzverfügung von 1972 ist das Weiherreid das älteste Naturschutzgebiet. In der Betreuung wurde es aber etwas vernachlässigt», kommentierte Dr. Eduard Ramp vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons Schwyz dazu. Das Weiherried befindet sich sowohl auf Luzerner wie auch auf Schwyzer Seite. Koordiniert werden die Aufgaben der Gruppe durch Thomas Röösli, diplomierter Biologe und Geschäftsinhaber des Naturschutzbüros Carabus. Er bezeichnete das Mosaik von unterschiedlichen Flächenarten im Meggerwald als spannend und einzigartig. Hier haben beispielsweise Schmetterlinge wie der Kaisermantel oder die Azurjungfer, die zur Familie der Libellen gehört, ihr Zuhause. Die Rauchschwalbe, einer der seltensten Vogelarten wurde auch schon im Moosried gesichtet. Ringelnattern, Frösche und Molche sind im Meggerwald ebenfalls keine Seltenheit. Selbst ein Mäusebussard oder ein Weissstorch erhob seine Flügel schon über diesem Gebiet.

Farn bedroht Flora

Mit der Hege und Pflege der Moore und anderen Feuchtgebieten wurden Bauern beauftragt. Sie mähen einmal im Jahr – im September – die mittels einer Leistungsvereinbarung definierten Gebiete. Die Farne müssen im Frühling geschnitten werden, wenn sie noch einen Wedel haben. Ihre üppige Vermehrung droht seltene Pflanzenarten zu verdrängen. «Mit dem ersten Schnitt im Frühling wird der Farn geschwächt und kann sich nicht mehr vermehren. Dieses Schnittverfahren wenden wir während vier bis fünf Jahren an», erläuterte Susanna Geissbühler.

Der Meggerwald macht einen sehr sauberen Eindruck. «Das ist dem Werkdienst der Gemeinden zu verdanken, die hier immer wieder aufräumen», hielt Thomas Röösli fest. Und wie steht es mit freilaufenden Hunden? Dieser Problematik versuchte die Betreuergruppe mit Öffentlichkeitsarbeit entgegen zu treten. Sie hält etwa Hundehalter direkt an, ihren Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Wenn das nichts nützt, werden sie dem lawa gemeldet, das dann über das weitere Vorgehen entscheidet. Dasselbe geschieht auch bei wiederholenden Abfallsündern.

Meggerwald6
Idyllisch: Das Wagenmoos mit seinem Weiher gehört auch zu den Feuchtgebieten im Meggerwald.