Rigi Anzeiger
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Bis 2018 ein Bushub für Ebikon

Erneute Debatte zur Verlegung der Postautolinie 73

Zahlreich waren die Wortmeldungen, nachdem an der Orientierungsversammlung in Ebikon, der Projektleiter des Verkehrsverbundes Luzern, Daniel Walker, die geplanten Änderungen im Öffentlichen Verkehr in Ebikon und im Rontal vorstellte. Dabei betonte er, dass keine bisherigen Bushaltestellen wegfallen.

Die Problematik im ÖV-Verkehr ist hinlänglich bekannt. Während der Stossverkehrszeiten können die Busse die Fahrpläne nicht mehr einhalten. «Wir brauchen Massnahmen, damit der ÖV besser vorwärts kommt als nur sieben Kilometer in der Stunde», betonte Daniel Walker, Projektleiter des Verkehrsverbundes Luzern. Nicht mehr möglich sei, noch mehr Busse vom Bahnhof Luzern abfahren zu lassen. In Abstimmung mit dem Agglomerationsprogramm (2. Generation) wurde ein neues ÖV-Konzept namens AggloMobil due ausgearbeitet, das drei neue Sub-Zentren beinhaltet. Eines davon ist Luzern-Ost mit Ebikon und dem Rontal. Das Konzept wurde ferner auf vier Pfeilern aufgebaut, das unter anderem die Verbindung von Bus und Bahn beinhaltet. Für Ebikon ist ein neuer, moderner Bushub (auch Bus-hof oder Busbahnhof) beim Bahnhof geplant. Diesbezüglich wurden dem Gemeinderat bereits zwei Varianten vorgelegt. «Die Planung und Wahl einer dieser Varianten wollen wir seriös angehen», sagte dazu Peter Schärli. Die Realisierung des Busbahnhofes ist für 2018 vorgesehen. Zum selben Zeitpunkt soll die Buslinie Nr. 1, bis nach Ebikon verlängert werden. Das schliesst Änderungen der Linien 22 und 23 mit ein. Mit dem Fahrplanwechsel ab Dezember 2013 werden jedoch auf der Linie 1 mit der bisherigen Streckenführung von Obernau bis zum Maihof längere Trolleygelenkbusse im Einsatz sein.

1 DanielWalker-ProjektleiterVerkehrsverbund
Ausführlich informierte Daniel Walker über die ÖV-Änderungen in den kommenden Jahren.

 

Debatte um Linie 73
Ebenfalls mit dem Fahrplanwechsel wird ab mitte Dezember das Postauto der Linie 73 nicht mehr vom Bahnhof über das Unterlöchli sondern über das Würzenbach (Verkehrshaus) nach Adligenswil geführt. Die bisherige Linie 73 wird durch die Linie 27 im Halbstundentakt bedient, jedoch nur bis Unterlöchli. Einige betroffene Bewohner des Gebietes Büel/Schlössli und Rütimatt bekundeten an der Orientierungsversammlung ihren Unmut, zumal die Änderung mit einem Umstieg und Fussmärschen verbunden ist. Zugleich bemängelten sie die fehlende direkte Anfahrt zur Hirslanden-Klinik (St. Anna) und dem Schulhaus Utenberg. Stefan Bühler, der zu den Betroffenen gehört und vor Monaten Unterschriften für eine Petition gegen die Verlegung der Linie 73 sammelte, wollte wissen, was damit passiert. Daniel Walker versprach, dass diese noch beantwortet werde. Etliche Voten fielen, doch rütteln liess sich an den Plänen des Verkehrsverbundes nicht.

Offen blieb auch die Frage einer Studentin, die täglich nach Zürich pendelt, wie die Anbindung mit den Nachtbussen ist. «Das entscheidet das Transportunternehmen», liess Daniel Walker wissen. In diesem Falle ist das die VBL. Einen Funken Hoffnung für die Betroffenen der Linienänderung bleibt noch, um möglicherweise auf den Fahrtakt einzuwirken. Sie wie alle ÖV-Benützer können an der Vernehmlassung des Fahrplans vom 28. Mai bis 14. Juni unter www.fahrplanentwurf.ch teilnehmen.

Vorwurf an den Gemeinderat
Einige Ebikonerinnen und Ebikoner zeigten sich darüber enttäuscht, dass der Gemeinderat keine Informationsveranstaltung über die geplanten ÖV-Änderungen durchführte. Dazu äusserte Gemeindepräsident Daniel Gasser nach der Versammlung: «Der Gemeinderat sah eine Informationsveranstaltung nicht als zwingend an, da im Unterschied zu Adligenswil bei uns nur ein Quartier der Gemeinde betroffen ist und insgesamt die Vernehmlassung sehr viele positive Aspekte für die Gemeinde enthielt.» Er wies darauf hin, dass er kurz nach Antritt seines Amtes im vergangenen Sommer sechs betroffene Ebikonerinnen und Ebikoner während einer Sprechstunde zusammen mit Herbert Lustenberger empfangen hatte. Im März dieses Jahres erhielten ausserdem alle Ebikoner ÖV-Benutzer, die von der Umstellung der Postautolinie 73 betroffen sind, eine rund zweiseitige Stellungnahme des Gemeinderates. Aus dieser geht hervor, was unter anderem Daniel Gasser erneut an der Orientierungsversammlung betonte: «Wir haben uns für die Weiterführung der Linie 73 eingesetzt.»

Erfreuliches
Den zeitintensiven Ausführungen von Daniel Walker und nachfolgenden Debatten, ging eine kurze Erläuterung von Herbert Lustenberger zur Rechnung 2012 voraus. Sie schloss «erfreulich» mit einem Ertragsüberschuss von mehr als 416 ‘000 Franken ab. Budgetiert war ein Defizit von knapp 2 Millionen. Über den Rechnungsabschluss sowie die Verwendung des Gewinnes dürfen die Ebikonerinnen und Ebikoner ihre Stimme an der Urne am 9. Juni abgeben.