Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Bis 500 Arbeiter auf der Baustelle

Bei der neuen KVA Perlen geht es schon jetzt heiss zu und her

16 Monate nach dem Beginn des Baus der neuen Kehrichtverbrennungsanlage «Renergia» gleich neben der Papierfabrik Perlen, geht es hier zu und her wie in einem Bienenstock aus Beton. Der Lastwagenverkehr zwischen dem Autobahnanschluss Buchrain und dem Bauplatz hat seine grösste Dichte erreicht und im Januar werden bis zu 500 Arbeiter gleichzeitig auf der gigantischen Baustelle werken.

Sie wird 320 Millionen Franken kosten und frühestens in zwei Jahren mehr als doppelt soviel Kehricht verarbeiten können, wie die bisherige KVA in Ibach bei Luzern. Die Zentralschweizer Kehrichtverbände, die jetzt noch nicht in Luzern entladen, freuen sich schon darauf. Bis es aber soweit ist, bleibt noch viel zu tun.

30’000 Tonnen Beton werden benötigt, um die mit zwei Verbrennungslinien bestückte Anlage zu bauen. «Vier Fünftel davon sind bis heute schon verarbeitet», verrät Projekt-ingenieur Adrian Schuler gegenüber dem Rigi Anzeiger. Aber wer kann sich schon ein plastisches Bild von dieser gewaltigen Summe Betons machen, der übrigens per Bahn nach Perlen geliefert und gleich vor Ort gemischt wird? «Die Menge entspricht einem massiven Würfel mit 32 Meter Seitenlänge. Oder 12 olympischen Schwimmbecken mit 50 Meter Länge, 25 Meter Breite und 2 Meter Tiefe», versucht Schuler zu veranschaulichen. Der Beton ist aber bloss die offensichtlichste Substanz der neuen KVA. Viel teurer und entscheidender sind die zubetonierten Innereien der neuen Anlage: Die Verbrennungsanlagen samt Peripherie, die elektrotechnischen und mechanischen Komponenten, machen mit 147 Millionen Franken die Löwenanteile und fast die Hälfte der gesamten Baukosten aus.

50 Renergia 29.11.13 119_b
Grossbaustelle Renergia neben der Papierfabrik Perlen: Es gibt viel zu tun.

Das lokale Gewerbe profitiert

Gegenwärtig werden Teile der in Kroation gefertigten Verbrennungsanlage angeliefert. «Das erhöht den Lastwagenverkehr zwischen dem Autobahn-Anschluss Buchrain und Perlen», sagt Schuler. Der Mehrverkehr sollte aber bis im kommenden Sommer wieder abflauen. «Denn ab dem Sommer 2014 werden schrittweise bereits einzelne Bereiche und Systeme der KVA in Betrieb gesetzt und getestet», erläutert er. Das gegenwärtige Nebeneinander des Aufbaus der Bausubstanz und der technischen Innenausstattung lässt auch die Anzahl der Akteure auf der Grossbaustelle mit sehr strikter Zutrittskontrolle in die Höhe schnellen. «Im Verlaufe des Januars werden bis 500 Leute gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt sein», verrät Schuler. Von diesem Grossaufmarsch profitieren auch Hotelbesitzer, Wohnungsvermieter und Gastwirte in der Umgebung. Ein Teil der Arbeiter, Techniker und Ingenieure, die aus anderen Regionen oder dem Ausland anreisen, sind in Wohnungen und in Hotels eingemietet.

Ab dem kommenden Sommer werden dann die ersten Probeläufe gestartet. Bis die Renergia Kehricht in Energie umsetzen kann, dürfen wir noch zweimal Silvester feiern. Denn das wird frühestens im Januar 2015 der Fall sein. Dann aber steht im Rigiland die effizienteste KVA weit und breit. «Sie kann 70 Prozent der Verbrennung in Energie umsetzen», freut sich Schuler. Zum Vergleich: Die heutige KVA Luzern aus den siebziger Jahren schafft nur gerade 29 Prozent.

 

Tags:  , ,