Rigi Anzeiger
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Blaulicht und Sirene im Kindergarten

Rettungssanitäter auf Infobesuch im Kindergarten Waldegg, Rotkreuz

Da erhielt der Kindergarten Waldegg E in Rotkreuz aber aussergewöhnlichen Besuch – ein Ambulanzfahrzeug hielt vor den Toren. Glücklicherweise war niemand krank oder verunfallt. Zwei Rettungssanitäter erzählten von ihrer Arbeit. Eine Sache interessierte die 16 Kinder besonders.

Pünktlich hielt das Ambulanzfahrzeug vor dem Kindergarten. Andrea Jutzi und Marc Blunier vom Rettungsdienst Zug (RDZ) hatten es für einmal nicht eilig. Sie besuchten die 16 Kindergärtler und deren Lehrerin Yolanda Stocklin, um über ihre Arbeit zu berichten. Spielerisch durften die Kinder an diesem Morgen den Rettungsdienst kindgerecht kennenlernen, Vertrauen gewinnen, Notsituationen nachspielen und dadurch Ängste abbauen.

In den letzen Wochen hatte sich die Kindergartenklasse intensiv und spielerisch mit dem Thema Spital und Gesundheitswesen beschäftigt. Mit einer Mischung aus Anerkennung und Faszination bestaunten sie die auffallend rot-gelb gekleideten Profis. Auf diesen Besuch hatten sich die Fünfund Sechsjährigen schon lange gefreut.

Zur Einstimmung erzählten Andrea Jutzi und Marc Blunier aus einem situationsnahen Bilderbuch, worin es um einen Jungen geht, der mit seinem Kickboard stürzt und sich am Kopf verletzt. Man musste die Kinder nicht zweimal auffordern, die Geschichte nachzuspielen. Florian durfte sich hinlegen und wurde behandelt. Nachdem die Rettungssanitäter die Lage beurteilt und dem Jungen einen Halskragen angelegt hatten, durften alle Kinder mit anpacken: Rettungsbrett unter den Körper schieben, den Jungen fixieren und gemeinsam auf eine Spezialmatte legen. Schliesslich wurde Florian auf der Bahre fixiert. Er nahm es locker, obwohl er sich kaum noch bewegen konnte. Trotzdem merkte man ihm die Erleichterung an, als er wieder aus seiner Lage befreit wurde. Zum Glück war es nur ein Spiel und keine Notsituation.

Die Kinder waren ausser sich vor Freude, als sie den Rettungswagen aus der Nähe erkunden durften. Sich die Sauerstoffmaske aufsetzen, Geräte ausprobieren, einmal selber am Steuer sitzen – das war für sie das Grösste. Die neugierigen Kinder löcherten Marc Blunier mit Fragen. Als Höhepunkt wurden die Warnlichter der Ambulanz eingeschaltet und die Sirene ertönte – wenn auch leiser als üblich.

Neben Rettungseinsätzen engagiert sich der RDZ in der Präventionsarbeit, unter anderem im Rahmen des Zuger Ferienpasses. Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens können die Rettungssanitäter solche Aufklärungseinsätze aber maximal sechsmal pro Jahr anbieten. Die begehrten Quotenplätze sind deshalb jeweils sehr rasch ausgebucht. Doch Andrea Jutzi betonte: «Wir gehen gerne in Schulen. Bei einem Notfall sind die Kinder schon ein wenig mit uns vertraut.» Marc Blunier fügte an: «Es ist uns ein Anliegen, dass die Kinder das Wichtigste kennenlernen.» So sollten sie die Notrufnummer 144 wählen können und wissen, wie man richtig alarmiert. «Wir sagen ihnen, dass man bei der 144 zu jeder Tages- und Nachtzeit Hilfe bekommt», ergänzte Jutzi.

Die Kindergärtnerin Yolanda Stocklin zeigte sich erfreut, dass die Kinder spielerisch und praxisnah wichtige Inhalte für die Zukunft erleben durften. Sie ist dankbar für den stufengerechten und wertvollen Besuch der Rettungssanitäter. Ganz im Sinne von Andrea Jutzi: «Die Kinder sind immer sehr dankbar. Sie freuen sich auf uns.» Kurz vor dem Mittag machte sich das Ambulanzfahrzeug wieder auf den Weg. Zum Glück ohne einen Patienten.