Rigi Anzeiger
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Blossegg als Haus der Begegnung

Neue Gemeinschaftsräume für Meggens Vereine

Mit der Einsegnung und Besichtigung wurde am 26. Oktober 2013 das Haus Blossegg seinem neuen Zweck übergeben: Die Räume des Erd- und Untergeschosses sollen für gemeinsame Anlässe von Vereinen oder Institutionen genutzt werden. Im ersten und zweiten Obergeschoss wurden vier 3,5-Zimmer-Wohnungen realisiert.

Das markante Haus Blossegg, hoch über dem Dorf Meggen thronend, hat eine lange Geschichte hinter sich. 1875 wurde es als neu gebautes Bürgerheim bezogen. Betreut von Ingenbohler Schwestern fanden hier ältere und jüngere Arme über viele Jahre ein Zuhause. Erst 1997 wurde das Heim aufgelöst. Nach Renovationsarbeiten wurde das Haus von der Gemeinde Meggen für 15 Jahre an das Kloster Ingenbohl vermietet. Wegen Schwesternmangels und abnehmender Kräfte verabschiedeten sich die Schwestern am 31. Januar 2013 von der Blossegg und von Meggen.

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Von links: Pfarrer Hanspeter Wasmer, Gemeindeammann HansPeter Hürlimann und Sozialvorsteherin, Mirjam Müller-Bodmer.

 

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Sozialvorsteherin Mirjam Müller-Bodmer hat verschiedene Nutzungsvarianten evaluiert. Der Gemeinderat hat sich für die Nutzungsform «einfache Alterswohnungen mit Gemeinschaftsräumen» entschieden. «Der Umbau der Blossegg war mein erstes Bauwerk, das ich in meiner neuen Funktion als Gemeindeammann an die Hand zu nehmen hatte», erklärte Hans-Peter Hürlimann in einem Gespräch am Tag der offenen Türe. «Es galt, die Gesamtplanung in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Beljan+Feucht aufzugleisen und den entsprechenden Kostenvoranschlag auszuarbeiten. Die Vorgaben waren, die Grossküche und die Aufenthaltsräume im Erdgeschoss möglichst unverändert zu lassen. Im ersten und zweiten Geschoss sollten einfache Wohnungen mit Nasszellen realisiert werden. Zudem eine neue Holz-Pellets-Heizung und auf der südlichen Dachfläche eine Solaranlage zur Aufbereitung von warmem Wasser. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,2 Mio. Franken.»

Die Räumlichkeiten des Erd- und Untergeschosses können künftig für gemeinsame Anlässe von Vereinen oder Institutionen genutzt werden. Dazu die Megger Sozialvorsteherin, Mirjam Müller-Bodmer: «Das Haus der Begegnung soll ein Ort sein, wo man miteinander ins Gespräch kommt, wo Beziehungen geknüpft und gelebt werden können. Insbesondere auch für Seniorinnen und Senioren, die oftmals unter dem Alleinsein leiden und Gemeinschaft wünschen.» Die Vermietung der Räume läuft vorläufig noch über die Sozialvorsteherin. Doch Ziel ist, eine Bewohnerin oder einen Bewohner der Alterswohnungen zu finden, die oder der die Angebote koordiniert und die Räumlichkeiten verwaltet. Die drei Räume, die durch je eine Faltwand abgetrennt werden können, sind einfach und rustikal ausgestattet. Platz für ein gemeinsames Essen oder einen Mittagstisch finden rund 20 Personen, für einen Vortrag oder eine Lesung rund 30 Personen.

Für öffentliche Anlässe (z. B. Mittagstisch, Jassturniere, Lesungen, Vorträge), wo Meggerinnen und Megger willkommen sind, muss keine Gebühr bezahlt werden. Will eine Institution oder ein Verein die Räumlichkeiten für einen Anlass unter sich mieten, so muss eine Nutzungsgebühr bezahlt werden. Die Höhe der Gebühren muss noch im Gemeinderat festgelegt werden.

Wohnungen für offene Senioren

Die vier einfachen Wohnungen werden per 1. November vermietet. Es handelt sich gemäss der Sozialvorsteherin nicht nur um einfache und preisgünstige Alterswohnungen: «Das Haus der Begegnung ist ein offenes Haus, wo auf dem Dachboden Meditationen stattfinden, wo gemeinsam gekocht und gegessen wird, wo der Quartierverein hoffentlich Gast ist und wo vielleicht an schönen Tagen auf der Terrasse Spazierende mit den Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch kommen könnten. Es müssen also offene und tolerante Seniorinnen und Senioren sein, die hier wohnen wollen.» Interessierte haben ein Anmeldeformular auszufüllen und diverse Fragen zu beantworten, auch bezüglich Übernahme von Aufgaben im Haus. Die beiden 3,5-Zimmer-Wohnungen im zweiten Obergeschoss stehen zurzeit noch zur Vermietung offen.