Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Buchrain will Alterspolitik mit Perspektiven

Neues Altersleitbild 2011/2014 der Gemeinde Buchrain

Bueri wird älter. Im Jahr 2020 wird rund ein Fünftel der BewöhnerInnen über 65 Jahre alt sein. Das stellt die Gemeinde bezüglich Betreuung und Pflege vor Herausforderungen. Das Altersleitbild zeigt Perspektiven auf.

«Die Zahl der über 65-Jährigen wird in der Gemeinde Buchrain bis ins Jahr 2020 gegenüber 2010 um 50% zunehmen. Das sind dann um die 350 Personen mehr. Gegen 1100 Buchrainerinnen und Buchrainer werden älter als 65 Jahre sein. Gemäss Finanz- und Aufgabenplan rechnen wir bis ins Jahr 2020 mit einer Bevölkerungszahl von 6500. Das würde bedeuten, dass 17% der Einwohnerinnen und Einwohner von Buchrain über 65 Jahre alt sind. Per Ende 2012 lag dieser Anteil gemäss lustat Statistik Luzern bei 12,5%. Somit wird sich eine deutliche Zunahme dieser Alterskategorie einstellen. Grund dafür dürfte wohl das starke Wachstum einer damals jungen Bevölkerung in den 70er- und 80er-Jahren sein. Bueri wird älter.» So Gemeinderat und Sozialvorsteher Erwin Arnold. Die grössere Herausforderung werden jedoch die über 80-Jährigen darstellen. In dieser Altersgruppe ist die Zunahme noch signifikanter. Arnold: «Von 2010 bis 2020 wird hier eine Zunahme von 60% resp. von 80 Personen erwartet. Bis ins Jahr 2030 dann nochmals um 174 Personen gegenüber dem Jahr 2020.» Entsprechend wird auch der Bedarf an Pflege und Betreuung zunehmen. Derzeit verfügt Buchrain über 16 Pflegeplätze, 34 Bewohnerinnen und Bewohner aus Buchrain befinden sich in auswärtigen Betagtenheimen. Für den Sozialvorsteher ist denn auch klar: «Wenn wir für das kommende Jahrzehnt in dieser Frage gerüstet sein wollen, so benötigen wir gegen 100 Pflegeplätze. Die Form des betreuten Wohnens für leicht pflegebedürftige Personen kann die Situation zum Teil entspannen. Wir schenken daher auch dieser Wohnform in der weiteren Planung besondere Beachtung.»

Neue Pflegeplätze beim Tschann
Unter seinem Vorsitz hat sich eine Projektgruppe mit der Aktualisierung des Altersleitbildes 2011 auseinandergesetzt und nun dem Gemeinderat eine neue Version vorgelegt. Diese legt die Eckwerte der Alterspolitik für die kommenden 10 Jahre und Anhaltspunkte für kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen fest. Etwa das Schaffen neuer Pflegeplätze im Dorfzentrum, indem Reserven beim bestehenden Alterszentrum Tschann genutzt werden. Tönt vernünftig. Rechnet Erwin Arnold dennoch mit Opposition? «Ich denke die Überarbeitung des Altersleitbildes sowie das Gesamtprojekt Entwicklung Dorfzentrum mit den drei Teilprojekten – wovon eines sich mit dem Thema ‹Alter Gesundheit öffentliche Nutzung› befasst – unter Miteinbezug der politischen Parteien und der Kommissionen hat viel zum Bewusstsein beigetragen, dass in dieser Frage dringender Handlungsbedarf besteht.» Und der Sozialvorsteher weist gleich darauf hin: «Die heute 50- bis 60-Jährigen bestimmen aktuell darüber, ob sie morgen einen Platz im Alterszentrum in Bueri haben.»
Erwin Arnold ist zuversichtlich, dass der vorgesehene Fahrplan eingehalten werden kann. Vorgesehen ist im Frühling 2015 der Bevölkerung eine Botschaft «Projektierungskredit Erweiterung Alterszentrum Tschann» zu unterbreiten. Nach erfolgter Zustimmung wird durch eine Kommission und unter Einbezug der Parteien die Konkretisierung des aktuell vorliegenden Projektentwurfs sowie die notwendige Änderung des Bebauungsplanes als weitere Schritte im Planungsverfahren eingeleitet. Erwin Arnold dazu: «Mit einer weiteren Botschaft wird bei der Bevölkerung um den benötigten Baukredit nachgesucht. Findet auch dies seine Zustimmung kann die Realisierung zielstrebig vorangetrieben werden und mit einer Inbetriebnahme wäre dann in der ersten Jahreshälfte 2019 zu rechnen.»