Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Buchrains Abschluss 2013 tiefrot

Über eine halbe Million schlechter als budgetiert

Zum dritten Mal in Folge ein negativer Jahresabschluss: Für 2013 weist Buchrain einen hohen Verlust von 1’612’000 Franken aus. Das Ergebnis ist um 526’000 Franken schlechter als budgetiert. Der Verlust kann durch das vorhandene Eigenkapital gedeckt werden, welches nach Verlustverbuchung noch 7,6 Millionen Franken beträgt.

«Im Jahr 2013 belasteten massive, aber budgetierte, Kostensteigerungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich den Finanzhaushalt der Gemeinde Buchrain. Unerwartet stark zurückgegangen sind hingegen die Rückerstattungen im Sozialbereich, während dem die Bruttoaufwendungen auf hohem Niveau stabil blieben. In Kombination mit den Ertragsausfällen aufgrund der Steuergesetzrevisionen sowie zusätzlich der anhaltenden steuerlich negativen Zu- und Wegzugsbilanz öffnet sich die Schere zwischen Aufwand und Ertrag zusehends kritisch», so Finanzvorsteher Patrick Bieri. Gegen das strukturelle Defizit habe der Gemeinderat frühzeitig Massnahmen ergriffen, welche jedoch nicht ausreichten, um die Rechnung wesentlich zu verbessern. Nach 2011 und 2012 (Fr. 454’000) muss der Gemeinderat also zum dritten Mal in Folge einen negativen Jahresabschluss präsentieren. Die Rechnung 2013 weist einen Aufwandüberschuss von Fr. 1’612’000 aus. Dieses Ergebnis ist um Fr. 526’000 schlechter als budgetiert, jedoch besser als noch in der Hochrechnung vom vergangenen Herbst, die einen Verlust von gegen zwei Millionen prognostizierte. Die konsequente Ausgabenbremse habe ihre Wirkung erzielt. Der Sachaufwand 5% unter Vorjahr und gar 11% unter Budget. Bieri dazu: «Die internen Steuermechanismen funktionieren und die Budgettreue ist gut. Diese passive Strategie ist jedoch nicht nachhaltig und langfristig nicht tragbar, wenn man ein lebenswertes und attraktives Buchrain erhalten und weiterentwickeln möchte.»

 

patrick bieri.doc
Patrick Bieri, Finanzvorsteher/Gemeinderat: «Ertragsschwache Agglomerationsgemeinden gehen in der politischen Diskussion völlig unter. Man lässt diese regelrecht versauern.»

 

Rückgang der Steuern

Die ordentlichen Steuereinnahmen liegen leicht über Vorjahr, jedoch mit Fr. 450’000 unter Budget. Bei den juristischen Personen konnten die prognostizierten Einnahmen jedoch um Fr. 130’000 übertroffen werden. Der Anteil der Unternehmenssteuern beträgt in Buchrain aber gerade tiefe 6% der gesamten Steuereinnahmen. Aufgrund der steuerlich negativen Zu- und Wegzugsbilanz musste die Gemeinde einen Rückgang der durchschnittlichen Steuerkraft hinnehmen. Auch die Einnahmen aus Sondersteuern sind aufgrund des sich abflachenden Liegenschaftshandels rückläufig und unter Budget. Buchrain bleibt beim Einnahmenpotential geschwächt.

Neben dem Bereich Finanzen konnten in den Bereichen Gesundheit und Soziales die Budgetannahmen nicht eingehalten werden. Im Gesundheitsbereich liegen die Totalkosten von Fr.800000 für die Restfinanzierung in den Pflegeheimen mit Fr. 150’000 über Budget (Pflegefinanzierung). Wesentlich ist die Budgetabweichung bei den Rückerstattungen im Sozialbereich. Der Finanzvorsteher: «Diese wurden einerseits zu optimistisch budgetiert und andererseits ist die restriktive Handhabung der Sozialversicherungen bei Rentenentscheiden allgemein deutlich spürbar. Die weiterhin hohen Kosten für die wirtschaftliche Sozialhilfe bleiben somit mehrheitlich bei der Gemeinde hängen.»

Situation bleibt schwierig

Die Investitionsrechnung 2013 weist Ausgaben von brutto Fr. 2,4 Mio. aus, entstanden vor allem durch Einrichtung des neuen Standortes Bibliothek/Ludothek/Tagesstrukturen sowie die flankierenden Massnahmen Ortsdurchfahrt. Beide von der Bevölkerung separat beschlossenen Sonderkredite bewegen sich im Rahmen der Gesamtbudgets.

Die Nettoschuld pro Einwohner hat sich von Fr. 906 auf neu Fr. 981 erhöht. Der gesamte Verlust 2013 kann vollumfänglich mit dem Eigenkapital verrechnet werden.

Buchrain ist gefordert, die vorliegenden und weiter drohenden Defizite auszugleichen. Ein schwieriges Unterfangen, wie Patrick Bieri betont. «Unsere Situation als mittlere Agglomerationsgemeinde mit einem tiefen Anteil an Unternehmen bleibt schwierig und die Handlungsfähigkeit in Bezug auf die zunehmend urbanen Problemfelder wie Mobilität, Verkehr oder Vereins- und Quartierpolitik bleibt aufgrund überdurchschnittlichen Bildungs- und Sozialkosten sowie unterdurchschnittlichen Steuererträgen beschränkt.» Ziel in den nächsten Jahren müsse sein, diese Handlungsfähigkeit wieder zurückzugewinnen. Ohne eine wesentliche Anpassung des Steuerfusses gehe es wohl nicht. Der Gemeinderat wird in seiner Frühlingsklausur die weitere finanzielle Entwicklung beraten.

 

Aktuelle Zeitung

Die Gewinner: Leserbilder Sommer 2017

Die Gewinner: Leserbilder Sommer 2017

Like uns auf Facebook!

Razli

Razli

Razli Wetternachhersage

Partner

Partner

Horoskop

Horoskop