Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Budget

Der weibliche Nachwuchs ist am Klönen. Wie kostspielig das Leben doch ist.

Kolly_kleinAnteile für Wohnungsmiete, Krankenkasse, Ausgaben für die Schule, den Zahnarzt; essen und trinken muss auch noch sein, Ausgang, Lifestyle, und, und. Da liegt der Beitrag an Mutters Auto fürs verbrauchte Benzin wahrlich kaum mehr drin. So sieht das zumindest die Tochter, die im gleichen Atemzug den Antrag für einen Kredit stellt.

Ausgaben und Einnahmen stehen in Schieflage, obwohl ein Budget vorhanden ist. Aber eben, das erstellte Budget ist nur ein Papier und Papier ist bekanntlich geduldig. Ohnehin sind solche Aufstellungen rein theoretischer Natur, weil dermassen viel Unvorhergesehenes kommt. Von aussen aufgezwungen, zumindest meistens, betont die junge Dame mit unschuldiger Miene und ziemlich überzeugt. So ganz realistisch ist das freilich nicht. Aber wer kann ihr das verübeln angesichts der seit Tagen und Wochen laufenden ewig gleichen Diskussionen um den drohenden Bankrott von Griechenland. Genau genommen sind es Jahre. Jeder weiss, dass das Budget hier nur Makulatur ist, Gelder und Kredite grosszügigst vergeben wurden, ohne irgendwelche positiven Perspektiven zu haben. In der Budgetberatung für Jugendliche wird hierzulande eingetrichtert, bei den Ausgaben stets realistisch zu bleiben, und sollte man dennoch ins Minus gerutscht sein, ein ehrliches Sanierungsbudget aufzustellen. Sonst könnte logischerweise eine neue Verschuldung drohen und eine Sanierung, die auf halbem Wege scheitert, liegt nicht im Interesse der Gläubiger.

In meinem Haushalt wird zumindest so gedacht. Ich diskutiere lieber vorher und schaue die Ausgaben mit dem weiblichen Nachwuchs ziemlich genau an, auch wenn dieser das als ätzend findet. Dafür gibt’s später keine unliebsamen Überraschungen und beide Seiten sind zufrieden. Aber ich muss ja auch niemanden beeindrucken oder schmieren. Ich bin als Mutter gewählt. Linda Kolly