Rigi Anzeiger
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Bürger gesucht – oder auch nicht

Das Beispiel von Gisikon findet keine Nachahmer

Gisikon wünscht sich mehr Bewohner, welche die kleinste Gemeinde des Kantons als ihren Bürgerort bezeichnen und damit ihre Verbundenheit amtlich dokumentieren. Andere Gemeinden legen weniger bis gar keinen Wert auf solche Bürgernähe.

Diese 50 Personen sind schon Gisiker Bürger. Bild Titelblatt, Aktuelle «Gisiker Dorfpost»

Diese 50 Personen sind schon Gisiker Bürger.
Bild Titelblatt, Aktuelle «Gisiker Dorfpost»

Das kleine Gisikon schafft es mit einer emotionalen Aktion aus dem Schatten des grossen Root hinaus in die regionalen Schlagzeilen. „Auf vielen Ausweispapieren und amtlichen Dokumenten wird nach dem Heimatort gefragt. Und es wäre doch schön, wenn hier vermehrt auch der Name «Gisikon» stehen würde, schreibt der Gemeinderat in der aktuellen «Gisiker Dorfpost». Von den 1150 Dorfbewohnern seien nämlich nur gerade 107 auch Bürger von Gisikon. Mit dem dorfpöstlichen Slogan «Werden auch Sie Bürger/in von Gisikon!» und dem Verzicht auf jegliche Gebühren für Einbürgerungswillige, will der Gisikoner Gemeinderat die Zahl der amtlich registrierten Gisikoner Bürger aufstocken. Dabei geht es aber nicht etwa um die Einbürgerung von Ausländern. Sondern um das Gemeindebürgerrecht von Schweizern.
Im Gegensatz zum Kanton Schwyz beispielsweise, erlaubt das luzernische Bürgerrechtsgesetz bis zu zwei schweizerische Gemeindebürgerrechte.
Und natürlich gibt es auch dafür besondere Bestimmungen: «Schweizer und Schweizerinnen erhalten das Gemeinde- und das Kantonsbürgerrecht auf Gesuch hin, wenn sie
a. in den letzten fünf Jahren vor der Gesuchseinreichung während insgesamt dreier Jahren in der Einbürgerungsgemeinde gewohnt haben,
b. unmittelbar vor der Einbürgerung während mindestens eines Jahres ununterbrochen in der Einbürgerungsgemeinde gewohnt haben und
c. in der Einbürgerungsgemeinde einen guten Ruf geniessen.»

Eine Umfrage bei den Gemeinden im Rigiland zeigt, dass Gisikon einen einsamen Weg geht. In keiner der acht angefragten Gemeinden suchen die Behörden eine vergleichbare Bürgernähe. Auf die Frage ob die Gemeinde an Einbürgerungen von Schweizer Bürgern interessiert seien, kam aus Adligenswil die freundlichste Antwort: «Der Gemeinderat freut sich über das Interesse der Bevölkerung am Adligenswiler Bürgerrecht». Aus Ebikon kam ein klares «Ja». Und eine mit Zusatzinfo angereicherte Erklärung auf die Frage, weshalb ein solches Interesse besteht. «Das Bürgerrecht kann die Identifikation mit der Gemeinde stärken. Viel bedeutender für die Identifikation sind jedoch die Vereine sowie die Schulen, weil sie die Einwohner mit gemeinsamen Interessen vernetzen». Adligenswil schätzt: «Charakterlich einwandfreie Einwohner; unabhängig davon, ob sie das Adligenswiler Bürgerrecht besitzen». Wer weiss ob sich diese Haltung die Gisikoner Nachbarsgemeinde Honau vielleicht sogar als Vorbild nimmt. Die bevölkerungsmässig kleinste Gemeinde des Kantons Luzern beantwortete den Fragebogen nämlich wie folgt: «Wir können Ihnen leider so kurzfristig diese Fragen nicht beantworten. Der Gemeinderat wird an der nächsten Gemeinderatsitzung (nächster Montag) über diese Fragen beraten».

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