Rigi Anzeiger
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Bushub muss nochmals geprüft werden

Ebikon: An der Kantonsratssession vom vergangenen Montag wurde ein Postulat, das die Anpassung des Bushubs forderte, als teilweise erheblich erklärt. Was das heisst, erklärt im nachfolgenden Interview Daniel Gasser.

daniel gasser

Daniel Gasser, wie empfanden sie die Debatte zu den beiden Sonderkrediten?

Die Debatte wurde intensiv und fair geführt. Selbstverständlich prallten hier Haltungen und Meinungen aufeinander. In diesem Sinne sind natürlich beide Projekte Kompromisse zwischen Wünschen und technischer, finanzieller und zeitlicher Machbarkeit. In den Schlussabstimmungen hat der Kantonsrat sehr deutlich gezeigt, dass er sich den Herausforderungen im Rontal bewusst ist und sowohl der Verlängerung der Trolleybuslinie 1 wie auch dem Bushub mit Dreiviertelmehrheit zustimmte.

Was bedeutet für die Gemeinde Ebikon die Zustimmung zu den beiden Projekten?

Ebikon mit seinen rund 13 500 Einwohner erlebt aktuell eine sehr hohe Dynamik. Gründe dafür sind die neuen Verkehrsanbindungen mit dem Autobahnzubringer und der Eröffnung des Autobahnabschnittes im Knonauer Amt, aber sicher auch marktfreundliche Grundstückpreise. Nach der Eröffnung der Mall of Switzerland stehen weitere grosse Bauprojekte an wie die geplanten Überbauungen auf dem MParc-Areal und Amag Sagenmatt, Obfildern, Inner- und Ausserschachen. Diese Siedlungsentwicklung ist eine Chance und Herausforderung gleichzeitig. Die Nachfrage nach Mobilität wird zwangsläufig steigen. Diese grossen Veränderungen erzeugen eine Wachstumsskepsis in der Bevölkerung, welche es ernst zu nehmen gilt. Alle diese Projekte schaffen aber auch einen erhöhten Druck auf die Mobilität.
Der Gemeinderat Ebikon hat sich bewusst dafür entschieden die Mobilitätszunahme nicht einfach geschehen zu lassen, sondern die Entwicklung aktiv zu begleiten. Dazu gehören verschiedene Massnahmen im aktuellen Gesamtverkehrskonzept LuzernOst, insbesondere der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Davon profitiert vor allem auch der Wirtschaftsverkehr. Mit diesen beiden Projekten, Verlängerung der Trolleybus-Linie 1 und Bushub, ist ein erster Schritt zur Bewältigung der Herausforderungen gemacht.

Bei der ganzen Thematik gibt es ein «Aber». Das Postulat «Anpassung des Bushubs» wurde als teilweise erheblich erklärt. Was heisst das?

Der Busbahnhof Ebikon ist aufgrund der örtlichen Verhältnisse auf engem Raum geplant. Damit alle Buslinien die Haltekanten gerade anfahren könnten, würde es Radien brauchen, die auf diesem engen Raum ohne Abriss des Gemeindehauses nicht möglich sind. Dadurch sind einige der Haltekanten oder Teile davon nicht auf der Standardhöhe von 22 Zentimeter. Die Gemeinde hat als Projektleiterin sehr viele unterschiedliche Varianten geprüft und die Variante mit ausfahrbaren Rampen stellt eine sehr gute Lösung für die vorhandenen Platzverhältnisse dar. Der Gemeinderat lud im 2017 alle Ortsparteien zu diesem Thema ein inklusive des Präsidiums der Controlling-Kommission sowie der PUEK. Das teilweise erheblich erklärte Postulat verlangt nun eine weitere Prüfung, ob es in diesem Bereich noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Die Überprüfung des Bushubs hinsichtlich seiner Behindertentauglichkeit wird nun weitere Zeit beanspruchen. Verzögert sich dadurch der Baustart, der im Herbst/Winter 2018 geplant ist?

Wir sind zuversichtlich, dass wir am Fahrplan festhalten können. Parallel dazu gibt es aber einen Plan für einen verzögerten Baustart des Bushubs.

Wie begegnen Sie dem Vorwurf der veralteten Technologie in Bezug auf die Verlängerung der Trolleybus-Linie?

Niemand in Ebikon freut sich auf die Fahrleitungen. Der Gemeinderat Ebikon ist jedoch überzeugt, dass wir Massnahmen jetzt einleiten müssen und nicht erst, wenn der Verkehrskollaps eintritt. Die Trolleybusverlängerung ist wie bereits gesagt aus technischer, finanzieller und zeitlicher Sicht deshalb die optimalste Lösung.
Alle anderen Technologien sind bis anhin nicht auf die nötigen Kapazitäten ausgerichtet und haben vor allem kein verlässliches Preisschild. Schliesslich werden hier Steuergelder eingesetzt. Es stellt sich die Frage, ob die Befürworter von Batteriesystemen auf privater Basis auch bereit wären, bereits jetzt auf ihren Benziner zu verzichten und auf ein Elektroauto zu setzen, der Technologie der Zukunft.