Rigi Anzeiger
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«China – einer der spannendsten Märkte»

Rigi: Geladen hatten die Hochschule Luzern Wirtschaft, Luzern Tourimus und die Schweizerische Hotelfachschule Luzern. Gekommen sind 130 Touristiker aus der ganzen Zentralschweiz.

Debattiert wurde am Mittwoch auf Rigi Staffel zum Thema «Tourismusmarkt China – Masse oder Klasse?» Was Gastreferent Josef Mondl nach der Eröffnung durch Peter Schmidli, Hochschule, und dem Grusswort von Andreas Barraud, Regierungsrat Kanton Schwyz, gleich hinterfragte.

Wohin führt die Reise mit den chinesischen Gästen? Touristiker aus der Zentralschweiz debattierten darüber auf Rigi Staffel.

Wohin führt die Reise mit den chinesischen Gästen? Touristiker aus der Zentralschweiz debattierten darüber auf Rigi Staffel. Bild Marlis Jungo

«Chineseness» verinnerlichen
Mondl, Director China Competence Center an der Universität St. Gallen HSG möchte viel lieber die Formulierung «Tourismusmarkt China – Masse & Klasse». Und führte weiter aus: «Chinesen haben ein sehr starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, die ‚Chineseness’. Beim ‚oder’ kommt schnell der Gedanke von Zweiklassen-Touristen auf.» Sich die Traditionen, Grundwerte, anderer Bräuche und Sitten der Gäste bewusst zu machen sei essenziel. Umso mehr als die Chinesen, die uns bis dahin besuchten «nur die Spitze des Eisbergs sind». Und führte weiter aus: «74 Millionen «Millenias im Alter von 15-35 wollen bis 2025 die Welt sehen».

Einzelreisende werden zulegen
Prof. Dr. Jürg Stettler, Leiter Institut für Tourismuswirtschaft ITW an der Hochschule Luzern, informierte über die aktuellen Zahlen. Seit 2005 haben sich die Übernachtungen von Chinesen in Luzern verachtfacht au heute 110 000. Die Tagesausgabe wird auf 450 Franken pro Gast veranschlagt, davon werden 44 Prozent für Shopping ausgegeben sowie ein wesentlicher Teil an die Bergbahnen. Stettler prognostiziert bis 2023 1,2 Mio. Logiernächte und eine Verschiebung von Grossgruppen hin zu Einzelreisenden und Kleingruppen.

Podiumsgespräch zum Abschluss des Zentralschweizer Tourismustag 2016: Conrad Meier (links), Stefan Otz, Ivo Scala, Raphael Prinz, Marcel Perren und Simon Bosshart. Bild Marlis Jungo

Podiumsgespräch zum Abschluss des Zentralschweizer Tourismustag 2016: Conrad Meier (links), Stefan Otz, Ivo Scala, Raphael Prinz, Marcel Perren und Simon Bosshart. Bild Marlis Jungo

Hausaufgaben machen
Vier Workshops zu den Themen Hotellerie, Investment, Intercultural Behaviour (Verhalten), Marketing und Shopping wurden von Fachleuten aus der Region, die täglich an der Gästefront stehen moderiert. Beim abschliessenden Podium, geleitet von Raphel Prinz, SFR Korrespondent für die Zentralschweiz, bekamen die Teilnehmer auf der Rigi weitere Denkanstösse. Simon Bosshardt, Director Asia Pacific/Global Accounts regt an auf weitere Segmente zu setzen, wie Kultur, Outdoor oder das bereits angelaufene Projekt Skifahren zu lernen. Conrad Meier, Direktor Grand Hotel Europe, Luzern, regt an «Positive Aspekte herausstreichen und Stärken besser umsetzen». Die Qualität hochzuhalten, auch bei den Gruppen, ist das zentrale Anliegen von Ivo Scala, Direktor Tourismus bei der Bucherer Gruppe. «Nahe am Puls bleiben und gute Leistungspartner mit einbeziehen», empfiehlt Marcel Perren, Direktor Luzern Tourismus AG. Ganz ähnlich tönt es bei Stefan Otz, seit September CEO der Rigi Bahnen AG: «Die guten Rahmenbedingungen existieren dank Schweiz Tourismus und Luzern Tourismus. Nun heisst es: Die Nase in den Wind halten».

Was die Teilnehmer gleich umsetzen konnten, vor dem Eventzelt tobte ein veritabler Föhnsturm.
Marlis Jungo