Rigi Anzeiger
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Chliäbnet wird nicht eingezont

Adligenswiler Versammlung weist Gemeinderat in die Schranken

Trotz spendiertem Pausen-Brezel zeigten die Adliger ihrem Gemeinderat die kalte Schulter und lehnten eine weitere Einzonung des Gebietes Chliäbnet ab. Anderseits soll ein Grundstück entgegen dem Willen des Gemeinderates eingezont werden. Nach knapp fünf Stunden genehmigten die noch 302 anwesenden Stimmbürger die Gesamtrevision der Ortsplanung.

Erschienen waren ursprünglich 363 Stimmberechtigte in der Turnhalle des Zentrums Teufmatt. In Erwartung einer besonders lang dauernden Versammlung wurde der Beginn auf 18.30 Uhr vorgezogen. Zu den ersten Geschäften zählte die Beschlussfassung bezüglich der unbereinigten Einsprachen gegen die vom Gemeinderat entworfenen und vom Regierungsrat geprüften Zonenplanänderungen. Und so entschied die Versammlung:

Altmatt Nord: Die Einsprache gegen die Einzonung dieses Gebietes wurde ebenso wie die Anträge auf Reduktion der Einzonungsfläche, Änderung der Fassadenhöhen und Einsicht in Verträge abgelehnt.

Obmatt: Die Einsprache gegen die Einzonung wurde ebenso wie die Anträge auf Reduktion der Fassadenhöhe abgelehnt.

Gämpi: Die Einsprache gegen die Einzonung einer Baulücke wurde abgelehnt. Auch der Hinweis der Einsprecher, wonach es sich um eine steile Hanglage handle und die Erschliessung problematisch sei half nichts. Der Gemeinderat deklarierte die Möglichkeit eines Autoliftes.

Under Buggenacher: Der Antrag von mehr als 70 Einsprechern, dass die 1996 auf Begehren der Landbesitzer von 0.35 auf 0.45 angehobene Ausnützungsziffer wieder auf 0.35 gesenkt wird, wurde abgelehnt.

Alle Einsprachen gegen Einzonungen führten als Hauptargument die Erhaltung des harmonischen, ausgewogenen Dorfbildes an. Finanzvorsteher und Präsident der Planungskommission Markus Sigrist konterte: «Die kantonalen Vorgaben zwingen uns zu einer verdichteten Bauweise. Wer heute ein Einfamilienhaus besitzt, darf sich glücklich schätzen. Das wird in Zukunft nicht mehr möglich sein.»

Chliäbnet: Die mit Flugblättern supponierte Gegenwehr von rund 100 Einsprechern war erfolgreich: 204 Stimmbürger stimmten gegen, 149 für die Einzonung. Damit wird dieses Randgebiet nicht weiter ausgebaut.

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Der Gemeinderat spendierte zur Pause Brezel — das Volk folgte seinen Anträgen dennoch nicht in allen Punkten.

 

Dafür verdonnerte die Versammlung den Gemeinderat zur Einzonung eines Grundstückes an der Schädrütistrasse bei der Stadtgrenze, wo die SBL Wohnbaugenossenschaft, sozialen Wohnungsbau realisieren möchte. Wegen der zwangsläufigen Erschliessung des Gebietes über Stadtgebiet befürchtet der Gemeinderat Komplikationen.

Naturschutzzone Niederdorf: Das Begehren von Pro Natura, wonach die Christbaumkulturen an der Strasse nach Ebikon zu entfernen und eine Naturschutzzone einzurichten sei, wurde abgelehnt. Ein späterer Versuch der SP-Vertreterin, die Christbaum-Kulturen im Würzenbach-Tal zu verbieten, scheiterte ebenfalls fast einstimmig.

Auf den pauschalen Antrag der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, die geplanten Einzonungen seien abzulehnen, da der Landbedarf nicht ausgewiesen sei, wurde nicht eingegangen. Allerdings wurden im Verlaufe der Versammlungen immer wieder Zweifel darüber geäussert, ob die Schaffung von soviel zusätzlichem Besiedlungspotential angesichts der rückläufigen Bevölkerungszahl wirklich notwendig sei. Der Gemeinderat konterte mit dem Hinweis darauf, dass diese Ortsplanung eine sehr langfristige Vorgabe sei.