Rigi Anzeiger
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CKW-Wasserstrom unter Druck

Region: «Flatterstrom» aus hoch subventionierten Sonnen- und Windkraftanlagen drohen Wasserstrom für die CKW zum Verlustgeschäft zu machen.

Wasserkraftwerk Rathausen

Wasserkraftwerk Rathausen

Erfreulich sind die Zahlen nicht, die Felix Graf in seinem ersten Jahresbericht als CEO der Centralschweizerische Kraftwerke AG CKW den Aktionären an der GV von Ende Januar präsentieren wird. Die Dividende wird von 4.50 auf 3 Franken zurückgefahren. Das schlägt direkt auf die Finanzbuchhaltung des Kantons Luzern durch. Der Kanton ist mit knapp 10 Prozent der grösste Minderheitsaktionär der CKW. Der Bruttoertrag dürfte mit der Dividendenkürzung unter die zwei Millionen-Franken-Grenze sinken. 2013 waren es noch 2,6 Millionen, in den Boomjahren vor «Fukushima» spülte die CKW-Beteiligung regelmässig gut 5,3 Millionen in die Kantonskasse.

«Flatterstrom» zieht Preise in den Keller
Die wichtigsten Kennzahlen der CKW-Gruppe liegen fürs Geschäftsjahr weit unter jenen des Vorjahres: Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 47,1 Millionen oder minus 66,3 Prozent, Unternehmensergebnis 57,1 Millionen oder minus 55,9 Prozent. Wenn Felix Graf und sein Finanzchef Christian Hütwohl dennoch von einem «befriedigenden operativen Betriebsergebnis» reden können, dann erfordert das einen Blick in die Tiefe des Zahlengebirges. «Sonderfaktoren» haben die Zahlen der Jahresrechnung nach unten gezogen. Allein im Segment «Energie» schlagen «Rückstellungen und Wertberichtigungen auf Produktionsanlagen» mit 98,8 Millionen zu Buche. Das hat, wie Felix Graf erläutert, mit dem «Zerfall der Strom-Grosshandelspreise» zu tun – eine Folge des schwer planbaren Überangebots an hoch subventioniertem «Flatterstrom» aus deutschen Wind- und Solarstromanlagen. An der Strombörse lag der Grosshandelspreis 2008 nahe bei 100 Euro pro Megawattstunde – sieben Jahre später ist er deutlich unter 40 Euro gelandet, und dort dürfte er auf absehbare Zeit auch bleiben. «Keine Erholung in Sicht», stellt Graf lakonisch fest.

«Rathausen» zeitweise abschalten?
Am Tag, als die CKW-Chefs ihre Zahlen präsentierten, berichtete die NZZ über eine vom Bundesamt für Energie bewilligte «Flexibilisierung der Betriebsweise» für Laufkraftwerke am Rhein. Im Klartext: die grossen Wasserkraftwerke in Laufenburg, Rheinfelden und Wyhlen dürfen entgegen der Konzessionsauflage («sämtliches Wasser für die Produktion nutzen») ihre Turbinen aus der Stromproduktion nehmen, wenn der Preis nicht mehr stimmt. Tatsächlich sei der Strompreis oft tiefer als die Gestehungskosten, erläutert CKW-CEO Felix Graf – dann wird jede Kilowattstunde für das Kraftwerk zum Verlustgeschäft. Noch produziert «Rathausen», ein konventionelles, erst in den letzten Jahren modernisiertes Laufkraftwerk wie jene am Rhein Strom wie eh und je. Eine temporäre Ausserbetriebnahme sei aber durchaus «eine Option», erklärt Graf.

Hoffen auf die Megger Batterien
Auf bessere Zeiten für die konventionelle Elektrizitätsproduktion warten, können die CKW nicht. Sie beteiligen sich an der so genannten Energiewende mit eigenen Projekten. Neben der Förderung von Solaranlagen und Windrädern im «Heimmarkt» beteiligen sie sich mit Konzernmutter Axpo an Windparks im Ausland. Besonders stolz ist man aber auf die Pilotanlage unter dem Solardach der Scheune auf Meggenhorn: dort testet eine Pilotanlage die dezentrale Speicherung von Solarstrom. Für diese Innovation wurden die CKW mit dem Schweizer Solarpreis 2014 ausgezeichnet.

Rathausen: Wurzel der CKW
Die CKW sind 1913 aus dem Elektrizitätswerk Rathausen AG hervorgegangen. Das EW Rathausen (Bild) wurde 1890 von Eduard von Moos anstelle einer Mühle erstellt. Das Werk lieferte 1896 den ersten Zweiphasen-Wechselstrom ins noch kleine Netz vorab an die nahen Industriebetriebe. Im frühen 20. Jahrhundert wurde das Wasserkraftwerk durch eine kohlebefeuerte Dampfanlage ergänzt, um der wachsenden Nachfrage nach elektrischem Strom zu genügen. Zugleich übernahm die Rathauser AG Gemeindewerke und Beteiligungen an andern Werken. Damit ist Rathausen der «Geburtsort» der heutigen CKW, als grösstem «Energiedienstleister» der Zentralschweiz mit rund 1700 Mitarbeitenden.
Hanns Fuchs

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