Rigi Anzeiger
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Dank Masterplan weg vom «Amplikon»-Image

Ebikon: Der Masterplan zeigt wie die Rontal-Metropole das «Amplikon»-Image loswerden könnte.


hf. Eigentlich ist es ein Gegensatz: urban, städtisch, und Dorf, ländlich. Ebikon könnte beides sein. Wie das gehen soll, zeigt der «Masterplan», der jetzt bei Ebikoner Grundeigentümern vorliegt und an der Orientierungsversammlung vom 27. Mai der Bevölkerung vorgestellt und erklärt wird.

«Auslöser» für den Masterplan Ebikon seien Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung 2013 und die Strategie 2017 des Gemeinderates gewesen, heisst es in der Einleitung zum Plan. Als grösste Probleme wurden in der Bevölkerungsbefragung die Verkehrssituation im Dorf, die Kantonsstrasse und die Qualität von Dorfkern/Dorfzentrum identifiziert. Und das Strategiepapier nennt die Aufwertung des öffentlichen Raums als ein wichtiges Handlungsfeld. Der Masterplan nennt fünf Themen, die auf dem Weg zum Ziel eines wohnlicheren Ebikons mit urbanem Charakter behandelt werden sollten:

– die Gestaltung der Kantonsstrasse
– die Weiterentwicklung der Dorfstrukturen
– ein Leistungsfähiger öV
– die Weiterentwicklung von Velo- und Fussverbindungen
– die Pflege und Vernetzung des Nah-Erholungsraumes

Dreh- und Angelpunkt für die Aufwertung des Ortszentrums ist die Lösung des «K17-Problems». Die Kantonsstrasse, die den Autoverkehr zum Teil 4-spurig mit Tempo 60 mitten durch Ebikon führt, hat der Gemeinde das wenig schmeichelhafte Image «Amplikon» eingetragen. Die Verfasser des Masterplans gliedern das Strassenband in fünf unterschiedliche Abschnitte. Den zentralen Abschnitt von Schlösslikreuzung bis M-Parc nennen sie «Stadtboulevard». Im Bereich Ladengasse soll die Strasse auf zwei Spuren verengt und der Fussgängerbereich mit breiten Trottoirs und einem ausladenden Baumdach behaglicher gemacht werden. Rund um den neuen «Dorfplatz» erhält Ebikon sein urbanes Gesicht. Daran grenzt das «alte Dorf» mit dem Kirchenbezirk. Fusswegverbindungen sollen «Dorf» und «Stadt» Ebikon abseits der Kantonsstrasse verbinden und auch den öV-Knoten mit S-Bahn und Busbahnhof erschliessen. Verbindlich ist der Masterplan nicht – er dient dem Gemeinderat als Planungsinstrument und der Öffentlichkeit als anregender Denkanstoss für die Weiterentwicklung des Gemeindezentrums. Für Bau- und Zonenplan und spätere Bebauungspläne setzt er den Rahmen. Vorab die vorgeschlagenen Massnahmen für die Neugestaltung der Kantonsstrasse im Zentrum bietet reichlich Diskussionsstoff. Bis jetzt scheiterten die Ebikoner Anliegen am Kanton, der «seine» Strasse nicht zum Boulevard umfunktioniert sehen wollte. Bei der Erarbeitung des Masterplans sass die zuständige Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) immerhin mit am Tisch – Grund für verhaltenen Optimismus im Ebikoner Gemeindehaus.

Masterplan
Im grossen Werkzeugkasten der Planer ist der Masterplan das Instrument fürs «Grosse Ganze». Er zeigt, wohin die (Entwicklungs-) Reise zum Beispiel einer Gemeinde gehen kann oder gehen könnte. Von politischen Behörden wird der Masterplan in der Regel als «strategisches Führungsinstrument gebraucht.
Im Kanton Luzern war der Masterplan Luzern-Nord die Grundlage für die Realisierung des neuen Stadtquartiers rund um den Seetalplatz. 

Modellbild Masterplan Ebikon

Modellbild Masterplan Ebikon