Rigi Anzeiger
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Das Hin und Her mit der Alten Dorfkapelle

Dierikons Gemeinderat sucht sanierungswillige Käufer

Von einem privaten Käufer 2006 erworben, gehört die alte Dorfkapelle nun wieder der Gemeinde. Der Gemeinderat sucht Käufer, welche das Kleinod sanieren. Ortsbildgerecht.

Dierikons Gemeinderat sucht sanierungswillige Käufer für die Dorfkapelle Dierikon.

Dierikons Gemeinderat sucht sanierungswillige Käufer für die Dorfkapelle Dierikon.

Wenn man sich um das aktuelle Geschehen der alten Dorfkapelle von Dierikon interessiert, muss man auf das Jahr 2006 zurückgehen, als das sanierungsdürftige Objekt von der Gemeinde infolge mangelndem Verwendungszweck an einen Privaten verkauft worden war, und zwar für symbolische 1000 Franken. Die Auflagen im damaligen Kaufvertrag stipulierten, dass innert fünf Jahren mit der Renovation der Kapelle begonnen werden und diese Arbeiten innerhalb von acht Jahren beendet sein müssen. Es zeigte sich indes, dass der private Besitzer sich nicht an diese Bedingungen gehalten hat und auch der Aufforderung der Gemeinde, bis Ende 2012 einen Fahrplan für die Sanierung vorzulegen, nicht nachgekommen ist.
Die Kapelle sollte nach den Vorstellungen des Managers zu einem Rückzugsort für Meditationswochenenden umgestaltet werden sowie auch der Öffentlichkeit für Konzerte oder Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Diese «Visionen» haben sich in Luft aufgelöst. Inzwischen ist die Kapelle wieder im Besitz der Gemeinde.
Wie Dierikons Gemeindepräsident Hans Burri erläuterte, kann mit erheblichen Sanierungsmassnahmen eine gute Bausubstanz wieder erreicht werden. Eine grobe Kostenschätzung geht von einem Aufwand von rund 730000 Franken aus. Der Gemeinderat will die Kapelle einem Interessenten verkaufen, der bereit wäre, das Bauwerk nach den Vorgaben der Denkmalpflege zu sanieren.
An ein allfälliges Umbau- und Umnutzungsprojekt an dieser wichtigen Stelle des nationalen Ortsbildes sind höchste gestalterische ortsbauliche Anforderungen geknüpft. Überdies wies der Gemeindepräsident darauf hin, dass sich die Nutzung nach dem Bau- und Zonenreglement richte. Die Kapelle steht in der Dorfkernzone, in der Wohn- und Gewerbenutzungen erlaubt sind.
Burri bestätigte, dass die Gemeinde mit diversen Interessenten in Kontakt ist. «Die Nutzungsabsichten dieser Interessenten sind sehr unterschiedlich, entsprechen jedoch alle dem Bau- und Zonenreglement», fügte der Gemeindepräsident hinzu.

 

Profanierung

Die erste Kapelle in Dierikon geht auf das Baujahr 1675 zurück. Als diese baufällig wurde, errichtete der Luzerner Baumeister Wilhelm Keller in den Jahren 1862/63 eine neue Kapelle. Die Sanierung des inzwischen renovationsbedürtfigen Gebäudes gab immer wieder zu Diskussionen Anlass. Weil die Gemeinde Dierikon keinen Verwendungszweck für die Kapelle mehr hatte, wurde 1978 die Profanierung dieses Objektes veranlasst. Ein Vertreter des zuständigen Bischofs nahm dieses kirchliche Ritual damals vor, so dass die «Entweihung» in gebührendem Rahmen abgewickelt wurde. Dazu gehörte auch die Entnahme der Reliquien aus dem Altar. Profanierungen wurden in letzter Zeit eher selten veranlasst. Vielleicht werden sie in Zukunft zunehmen, weil es im Trend liegt, dass ehemalige Kirchen, die nicht mehr genutzt werden, für andere Zwecke Verwendung finden sollen.