Rigi Anzeiger
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Das Rössli galoppiert mit Restaurant weiter

Root: An der Gemeindeversammlung gab der A-fonds-perdu-Beitrag der Gemeinde für die Instandstellung des Restaurant Rössli viel zu reden. Pro- und Kontra-Voten wechselten sich ab. Mit 74 Ja- und 65 Nein-Stimmen folgte die Versammlung dem gemeinderätlichen Antrag.

cek. 159 Stimmberechtigte zählte die Gemeindeversammlung in Root. Viele kamen – das lag auf der Hand – wegen dem A-fonds-perdu-Beitrag, den die Gemeinde für die Wiederinstandstellung des Restaurants Rössli beantragte. Bereits im Vorfeld sorgte dieses Traktandum für angeregte Diskussionen. Bei der Erläuterung zu diesem Geschäft legte sich Bauvorsteher Pitch Ineichen mächtig ins Zeugs. Er erzählte, dass das Rössli nicht schon wie in der Botschaft zur Gemeindeversammlung geschrieben erstmals 1602, sondern bereits im Zusammenhang mit dem Tavernenrecht im 14. Jahrhundert erwähnt wurde. Ineichen rekapitulierte, wie einst das Rössli der kulturelle Mittelpunkt in Root war. Zahlreiche Vereine nutzten das Gasthaus für Veranstaltungen und Auftritte. 1994 wurde das Restaurant geschlossen und der Saalanbau abgebrochen. 1998 unterstrich die Denkmalpflege des Kantons Luzern die herausragende ortsgeschichtliche und bauhistorische Bedeutung des ehemaligen Gasthauses «Rössli» sowie die einzigartige familiengeschichtliche Kontinuität. Im Jahre 2013 erwarb die Pensionskasse Stiftung Abendrot die Liegenschaft und das Gebäude Rössli, das lange der Familie Petermann gehörte. Zu diesem Zeitpunkt stand auch fest, dass das Rössli wieder belebt werden soll. Zu diesem Projekt gehört auch eine alters- und nutzungsdurchmischte Wohnüberbauung. Die Stiftung Abendrot investiert sowohl in diese Neubauten wie auch in die Aussen- und Innenrestauration des Gebäudes Rössli. «Der Investor, der das macht, steckt viel Herzblut rein», merkte Pitch Ineichen an. Dann zeigte er, wie das Restaurant mit dem alten Kachelofen, den Buffets, den holzverzierten Wänden, den Deckenelementen und dem Boden aussehen soll. Auch eine Gartenterrasse ist geplant.

74 Personen stimmten dem A-fons-perdu-Beitrag zur Restaurierung der Restaurant Rössli zu. Bild cek.

74 Personen stimmten dem A-fons-perdu-Beitrag zur Restaurierung der Restaurant Rössli zu. Bild cek.

Sanierungsbatzen ohne Rückzahlung
Die Stiftung Abendrot investiert alleine für die Restaurierung des Rössli-Gebäudes und den Anbau rund 5 Millionen Franken. Von einer Restaurierung des Restaurants sah sie ab, weil die immensen Kosten weder durch eine Quersubventionierung der Neubauten und den Pachtzins gedeckt werden können. Stattdessen sah sie Wohnungen vor. Dem Gemeinderat lag jedoch die Wiederinstandstellung des Restaurants am Herzen. Er folgte diesbezüglich auch dem Ruf vieler Rooterinnen und Rootern, die den Wunsch zum Erhalt des Rössli in einer Umfrage ausdrückten, und beantragte an der Gemeindeversammlung 600’000 Franken für die originalgetreue Wiederherstellung der Gaststube. Kaum hatte Pitch Ineichen seine Erläuterungen abgeschlossen, hagelte es Fragen. «Was geschieht mit den denkmalgeschützten Sachen, wenn das Restaurant nicht realisiert wird?» Daniel Lengacher von Lengacher Emmenegger Architekten Luzern, die von der Stiftung Abendrot mit der denkmalgerechten Sanierung des Rössli beauftragt wurde: «Da die Originalsubstanz erhalten werden muss, würde sie in den Wohnungen integriert.» «Was ist mit einem Wirt und Parkplätzen?» Pitch Ineichen: «Es gibt inzwischen zwei Interessenten, die einen Vertrag über die Dauer von zehn Jahren unterschreiben würden. Seit zwei Jahren sind wir daran die Parkplatzsituation zu verbessern, auch im Umfeld des Rössli.» Lenacher führte aus, dass dreissig Parkplätze – 20 für die Stiftung und 10 für die Gemeinde – geplant seien. Der Luzerner Architekt wurde auch nach anderen Erfahrungen, die Parallelen zum Rössli aufweisen, gefragt. Dazu meinte er, dass die Nachfrage zur Erhaltung von alter Substanz gross sei, denn die Geschichte sei in unserem Leben wichtig. Auf eine weitere Frage hin, erfuhr die Versammlung, dass der Pachtzins für das Restaurant 7000 Franken beträgt.

Weitere Voten
«Wir haben 22 Jahre ganz gut ohne das Restaurant leben können und werden das weiterhin können.» oder «Der geschichtliche Wert wird auch mit Wohnungen erhalten bleiben.», drückten weitere Votanten aus, die gegen den Beitrag der Gemeinde für die Wiederinstandstellung des Restaurants waren. Seitens der Befürworter wurde beispielsweise mit Worten gekämpft wie: «Das Rössli ist eine kulturhistorische Perle in Root. Ich fände es schade, wenn wegen des Geldes auf eine Restaurierung verzichtet wird.» Der Filmschaffende Erich Langjahr lobte den Gemeinderat für seinen Mut und hoffte, die Gemeindeversammlung würde diesen auch aufbringen. Die Finanzen der Gemeinde bildete noch einen weiteren Aspekt. Doch Pitch Ineichen beruhigte, dass die Gemeinde finanziell gut dastehe und die 600 000 Franken erst im 2018 zum Tragen kämen. Dass die Gemeinde Eigentümerin des Restaurants bzw. einen Teil des Hauses werde, sei nicht möglich, sagte er auf eine weitere Anfrage aus der Versammlung. Einem kurzen Krimi gleich kam die nachfolgende Abstimmung. Auf Anhieb liess sich durch die erhobenen Hände nicht abschätzen, ob die Befürworter oder Gegner in der Mehrzahl waren. Erst durch das Abzählen wurde klar: Mit 74 Ja- und 65 Nein-Stimmen hatte die Versammlung die Wiederbelebung des Restaurants Rössli befürwortet.

Weiterer Verlauf
Diskussionlos und ohne Fragen wurden die übrigen Traktanden abgehandelt. Das Budget 2017, das in Root (Massnahmen des kantonalen Konsolidierungsprogramms 2017 nicht miteingerechnet) mit einem Aufwandüberschuss von 277 100 Franken, einstimmig angenommen. Auch der Sonderkredit von 300’000 Franken als A-fonds-perdu-Beitrag für die Wasserversorgung Michaelskreuz wurde angenommen. Root ist zudem die erste Gemeinde, die der Fusion der Musikschule Rontal zustimmte. Ferner darf der Gemeinderat das Referendum – falls es nötig sein wird – zusammen mit anderen Gemeinden gegen vier Gesetze im Rahmen des Konsolidierungsprogramms ergreifen.

 

It’s Magic – neue Weihnachtsbeleuchtung
Nach zwei Jahren Unterbruch hat Root wieder eine neue Weihnachtsbeleuchtung. Am kommenden Wochenende wird sie erstmals das Dorf erstrahlen lassen. Der Gemeinderat möchte auf diese neue Weihnachtsbeleuchtung gemeinsam mit der Bevölkerung anstossen und lädt zur Feier am 6. Dezember 2016 um 19 Uhr beim Spritzenhaus (vis-à-vis Bäckerei Müller) ein.

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