Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Das war eine regionale Pionierleistung

20 Jahre Alters- und Pflegeheim Höchweid in Ebikon

Am 15. September 1994 konnte das regionale Pflegeheim Höchweid in Ebikon seinen Betrieb aufnehmen. «Vater» des Grossprojektes war der damalige Sozialvorsteher Franz Busch. Seiner Weitsicht und seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass dieses ehrgeizige Bauvorhaben realisiert werden konnte.

Franz Busch

Franz Busch

Franz Busch, was war damals der Auslöser, in Ebikon ein regionales Alters- und Pflegeheim zu bauen?
Nach einer 4-jährigen (1979–83) Amtszeit als Mitglied des Gemeinderates stellte ich mich 1983 zur Wahl als Sozialvorsteher. Wie immer vor Wahlen werden die Kandidaten mit Fragen überhäuft wie: «Was haben Sie für Ziele, Visionen usw.». Meine Ziele: Erarbeitung der Grundlagen für die Planung und Realisation des regionalen Pflegeheimes in Ebikon, Aufbau Arbeitsamt, Erarbeitung des Spitex-Konzepts usw.

Gab es auch kritische Stimmen?
Es gab Bürger/Parteien die das Wort «Grössen-Wahnsinn» benützten und dem Raumprogramm, 60 Pflegezimmer (30 1er-Zimmer; 30 2er-Zimmer = 90 Betten) und 14 Betagten-Zimmer, sehr skeptisch gegenüber standen. Massgebend für die Grösse des Pflegeheimes war die demografische Entwicklung in der Planungsregion und der Bericht des Regierungsrates an den Grossen Rat (mindestens 80, optimale Grösse 150 Pflegebetten). Der Bettenbedarf wurde nach einer analytischen oder nach einer Relationsmethode berechnet. Das heisst: vier Promille der Bevölkerung in städtischen Verhältnissen (Regionsgemeinden, Stand 31.12.1993: 33825 Einwohner/4 Promille = 135 Pflegebetten).

Wie lange dauerte die Planungsperiode?
Bereits bei Amtsantritt im Jahre 1983 befasste ich mich mit dem Projekt, es war ein mühsamer, langatmiger Prozess. Ab April 1986 konnten die erforderlichen Planungsunterlagen für Gemeinderat, Subventionsbehörde und Kreditvorlage an die Bürger erarbeitet werden.

Wie viele Projekte wurden im Rahmen des lancierten Wettbewerbs eingereicht?
Am ausgeschriebenen Wettbewerb im Jahre 1988 nahmen 22 Architekten aus dem Kanton Luzern teil.

Welcher Architekt gewann den Wettbewerb und war der Entscheid eindeutig?
Das Projekt «ARABIS», verfasst von Herbert Felber, Architekt AA dipl. MA RCA Luzern fand die uneingeschränkte Zustimmung des Preisgerichtes.

Wann war Baubeginn?
Im Mai 1991 erfolgte der Spatenstich. Bereits im Juli 1992 war Rohbau-Ende, im August 1992 Aufrichte-Feier und am 15. September 1994 wurde das Heim in Betrieb genommen. Im Mai 1995 konnte die Bevölkerung zur feierlichen Einweihung eingeladen werden.

Es kam damals zwischen Bauherrin und der Bauleitung zu Ungereimtheiten. Was war die Ursache?
Ja. Es kam leider zu «Ungereimtheiten» mit verschiedenen Ursachen. Ich meine, nach mehr als zwei Jahrzehnten Details zu erwähnen, wäre fehl am Platz. Entscheidend ist im Rückblick: Wir können uns nach wie vor über das gelungene Bauwerk freuen.

Kam es wegen diesen Vorkommnissen zu Bauverzögerungen?
Es kam leider zu Bauverzögerungen. Am 21. Mai 1991 erfolgte fristgemäss der sogenannte Spatenstich, die Inbetriebnahme war für April 1993 vorgesehen, konnte dann aber, wie bereits erwähnt, erst am 15. September 1994 erfolgen!

Gab es infolge der Bauverzögerungen Kreditüberschreitungen?
Nein. Im Gegenteil: Unter Berücksichtigung der Bauteuerung konnten Minderausgaben in der Höhe von 234’438.65 Franken ausgewiesen werden. Hocherfreulich war zudem, dass sich die zeitliche Verzögerung sogar positiv auf die Qualität des Hauses ausgewirkt hat.

Wie hoch waren die gesamten Baukosten?
Veranschlagt waren Anlagekosten in der Höhe von 27’092’000 Franken. Der beantragte Sonderkredit betrug unter Berücksichtigung der bisher genehmigten Kreditvorlagen 25150000 Franken.

Können Sie uns über die damalige Heimgrösse Auskunft geben?
Bei Inbetriebnahme verfügte das Alters- und Pflegeheim Höchweid, wie vorgehend ausgeführt, über 90 Pflegebetten, und im obersten Stockwerk 14 1-Bett-Zimmer für betagte, nicht oder nur leicht pflegebedürftige Mitmenschen. Die Infrastruktur sah bereits vor, dass diese Zimmer in einem späteren Zeitpunkt, d. h. bei Bedarf als Pflegezimmer benützt werden können. Bei Inbetriebnahme des Hauses wurden 30,5 Vollzeitstellen ausgewiesen. Bei Vollbelegung des Hauses sah der Stellenplan 58,5 100%-Stellen vor.
Das Alters- und Pflegeheim wurde auf die Region ausgerichtet. Welche Partnergemeinden beteiligten sich damals?
Im Dezember 1974 verabschiedete der Grosse Rat des Kantons Luzern die Pflegeheim-Planung des Regierungsrates. Diese sah für den Kanton Luzern 11 Regionen vor. Die Region 5 sah Ebikon als Standort vor mit den zugeteilten Gemeinden Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau, Inwil (aus verkehrstechnischen Gründen wurde später die Gemeinde dem Seetal zugeordnet), Meggen, Meierskappel, Root und Udligenswil. Nachdem das damals zuständige Fürsorgedepartement des Kantons Luzern den Bau und Betrieb unseres geplanten Heimes bewilligte (Entscheid 9.8.1988), wurden in anderen Gemeinden entgegen den Vorgaben in der erwähnten Pflegeheim-Planung nachträglich (wohl dem politischen Druck und der demografischen Entwicklung nachgebend) zusätzliche Pflegebetten (Horw, Meggen usw.) bewilligt. Dieser Umstand gab den «Kritikern» erneut Anlass, ihre Bedenken anzumelden.

Was hat sich vom damaligen Konzept her bis heute verändert?
Die 14 Betagtenzimmer wurden (wie bei der Planung vorgesehen) später zu Pflegezimmern umfunktioniert. Spitex und Pro Senectute mussten dem «Eigenbedarf» Platz machen und wurden ausgegliedert.

Wie lautet nach 20 Jahren Ihr Fazit?
Entgegen allen «Unkenrufen»: Wir haben ein schönes, einladendes und gut funktionierendes Pflegeheim. Ein Haus, in dem sich betagte und betreuungsbedürftige Mitmenschen wohlfühlen; ein Haus, das Arbeitsplätze bietet und dem Personal die sehr anspruchsvolle Tätigkeit erleichtert, ein Haus, welches auch Besucher gerne betreten. Auch noch nach 18 Jahren meines Rücktritts als Sozialvorsteher (1996) erfüllt mich das Werk mit Stolz.

Alters- und Pflegeheim Höchweid in Ebikon

Alters- und Pflegeheim Höchweid in Ebikon