Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Das war Thailands Rolle im 2. Weltkrieg

Betrachtet man heute die friedliebenden und bescheidenen Thailänder, kann man sich nur schwer vorstellen, dass diese Nation einst den Grossmächten USA, Grossbritannien und Frankreich den Krieg erklärt und ein über den Ausgang des zweiten Weltkrieges mitentscheidendes Bauprojekt der Kaiserlich Japanischen Armee sabotiert hatte. Die Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten wird sich am kommenden Sonntag zum 73. Mal jähren – ein guter Zeitpunkt, um die Rolle Thailands im letzten Weltkrieg zu beleuchten.

Ursprünglich hatte das Land des Lächelns im zweiten Weltkrieg genauso wie die Schweiz eine neutrale Position innegehabt. Im Dezember 1941 nahmen allerdings japanische Streitmächte Thailand ein, da das Land den Zugang zu Malaysia und Burma, das heute unter dem Namen Myanmar bekannt ist, darstellte. Die beiden Staaten waren damals noch britisches Kolonialgebiet gewesen und die Einnahme Malaysias und Burmas sollte den Japanern entscheidende strategische Vorteile zusichern. Der Grossteil der thailändischen Bevölkerung war mit der Besetzung durch die japanischen Truppen nicht einverstanden, doch das damalige Regierungsoberhaupt Thailands entschied sich zur Kooperation mit den Besetzern. Die Japaner erhielten freien Zugang zu den Waffen im eingenommenen Gebiet und durften sämtliche Strassen und Landeplätze für ihre Flugzeuge nutzen. Diese Zusammenarbeit mit der Kaiserlich Japanischen Armee gipfelte in der eingangs erwähnten Kriegserklärung an die Alliierten am 25. Januar 1942.

Auf diesem Soldatenfriedhof in Kanchanaburi sind alliierte Kriegsgefangene begraben, die beim Bau der Thailand-Burma-Eisenbahn ums Leben kamen.

Auf diesem Soldatenfriedhof in Kanchanaburi sind alliierte Kriegsgefangene begraben, die beim Bau der Thailand-Burma-Eisenbahn ums Leben kamen.

Die grösste asiatische Kriegsmacht strebte derweil einen Verbindungs- und Versorgungsweg zwischen Thailand und dem heutigen Myanmar an. Zu diesem Zweck sollte ein Schienennetz gebaut werden. Als Arbeitskräfte für dieses Vorhaben wurden rund 200000 Zwangsarbeiter aus Asien und 94000 alliierte Kriegsgefangene eingesetzt. Aufgrund der harschen Arbeitsbedingungen, unausgewogener Ernährung, mangelnder medizinischer Versorgung, dem ungewohnten Klima, Stechmücken und Tropenkrankheiten liessen über 108000 Arbeiter ihr Leben. Die Schicksale einzelner Kriegsgefangener dienten als Vorlage für zahlreiche Bücher und den berühmten Film «Die Brücke am Kwai» aus dem Jahr 1957. Soldatenfriedhöfe und ein Museum in Kanchanaburi, eine Stadt am Fluss Kwai, erinnern an die unter widrigsten Umständen zu Tod gekommenen Männer.

Obwohl die Thailänder ihre Besetzer nicht offiziell bekämpften, setzten sich über 90000 Guerilla-Kämpfer gegen die kriegstreiberischen Asiaten zur Wehr. Ähnlich wie die Zivilisten in Frankreich die deutschen Truppen sabotierten, sorgten auch thailändische Partisanen dafür, dass die Eisenbahnstrecke von Thailand nach Burma möglichst spät würde in Betrieb genommen werden. In der Stadt Ubon Ratchathani in der gleichnamigen Provinz wurde ein Denkmal für diese Kämpfer errichtet. Neben den europäischen und amerikanischen Kriegshelden haben also auch tapfere Thailänder den Ausgang des zweiten Weltkrieges zumindest leicht beeinflusst.

Stephanie Sigrist aus Risch absolviert ein Austauschsemester in Bangkok und berichtet darüber regelmässig im Rigi Anzeiger.

E-Mail aus Bangkok 1: Nächster Halt Tempel und Abgase 

E-Mail aus Bangkok 2: Warnungen stellen sich als nichtig heraus 

E-Mail aus Bangkok 3: Autorität der Lehrer ist unangetastet 

E-Mail aus Bangkok 4: Nur kleine Wolken über Bangkok 

E-Mail aus Bangkok 5: Bequeme Thais und hinterlistige Tuktukfahrer

E-Mail aus Bangkok 6: Wehe dem, der den König nicht ehrt

E-Mail aus Bangkok 7: Rollerunfälle sind Todesursache Nummer eins

E-Mails aus Bangkok 8: Fluss im Regenwald oder doch Sugar Daddy?

E-Mails aus Bangkok 9: Andere Länder, andere Tischsitten 

E-Mail aus Bangkok 10: Ungeschriebene Gesetze regeln das Zusammenleben

E-Mail aus Bangkok 11: Das Tierwohl geht in Thailand oft vergessen

E-Mail aus Bangkok 12: Auch in Thailand gibt es heuer Grund zum Feiern

E-Mail aus Bangkok 13: Ins Nirgendwo entsandt

E-Mail aus Bangkok 14: In Thailand wird Pretty Woman wahr

E-Mail aus Bangkok 15: Auch bei Sextouristinnen hoch im Kurs