Rigi Anzeiger
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«Das Weib war unangreifbar»

«MeggerHäx» treibt seit 30 Jahren ihr Unwesen

Einer jahrhundertealten Sage zufolge sorgte einst ein «Weib» in Meggen für Fürchterliches. Seit 30 Jahren ist die Hexe als Fasnachtsfigur wieder aktiv, dank der Initiative einiger Herren der Fröschenzunft Meggen. Das runde Jubiläum wird heuer besonders gefeiert.

MeggerHäxWEB«Auf dem kleinen Gut ‹zur Ewigkeit› (in der Nähe der heutigen Eichmatt in Meggen), wohnte eine Hexe. Sie verstand alle bösen Künste, besonders aber war sie kundig im Wetter machen. Den Schnittlauch holte sie sich in Mailand. Die Leute von Meggen und Umgebung schädigte sie auf verschiedene Arten. Aber so oft man ihr auf den Leib rücken wollte, musste man wieder unverrichteter Dinge abziehen. Denn das Weib war unangreifbar, solange es Erde unter den Füssen hatte. Endlich konnte man sie unbeobachtet verfolgen, und als sie in Luzern auf die Hofbrücke trat, überwältigte man sie mühelos.» aus: «Luzerner Sagen», von Kuno Müller

Die jahrhundertealte Sage über die Megger Hexe wurde vor 30 Jahren aufgenommen, um eine eigene Megger Fasnachtsfigur zu schaffen. Initiant war Eugen Birrer, der damalige alt-Zunftmeister der Fröschenzunft Meggen. Mitbeteiligt waren seine Zunftkameraden Seppi Aregger, Peter Bonetti, Erich Moser, Fredi Scherer, Kurt Schilliger und Hermann Stocker.

Der bekannte Maskenbildner Josef Wolf aus Kriens schnitzte nach den Vorgaben der Zünftler eine prägnante Holzmaske, Emmi Birrer-Seiler aus Meggen entwarf die passende Bekleidung der Hexe: Diese trägt eine Bluse, einen langen Rock, eine kariert-gemusterte Schürze, einen Umhang mit Kapuze und wollene Handschuhe. Die Stoffe sind erdfarben und nicht synthetisch oder glänzend. Zu den Requisiten gehört auch ein Besen.

An der Inthronisation des Zunftmeisters anfangs Januar 1983 wurde das bis dahin geheim gehaltene Projekt «Megger Häx» der gesamten Fröschenzunft vorgestellt, samt extra produzierter Plakette mit Hexen-Motiv. Am Fröschenball Ende Januar 1983 hatte die «Megger Häx», beziehungsweise eine ganze Hexengruppe, ihren ersten öffentlichen Auftritt.

 

Haushaltungen «verhexen»

Seit 30 Jahren ist die «Megger Häx» fester Bestandteil der Megger Fasnacht. Alljährlich sind die Hexen mit dabei an der Bescherungsfahrt des Zunftmeisters, am Schmutzigen Donnerstag und vor allem am grossen Umzug am Fasnachtssonntag in Meggen, meist mit dem Hexenwagen, und verteilen Hexentee (Minzentee mit Zwetschgen) und Gebäck an die Zuschauer. Die «Megger Häx» zeigte sich auch schon am Umzug in Luzern oder in Nachbargemeinden. Tradition hat die alte Fasnacht, am Sonntag nach dem Aschermittwoch. Dann besuchen die Hexen, als Gast ist das Zunftmeisterpaar mit dabei, ausgewählte Haushalte in Meggen, um zu «hexen», die alte Hexensage bekannt zu machen und mit Geschenken die Gastfreundschaft zu verdanken.

Neben Kultur und Fasnacht ist den Megger Hexen auch die Geselligkeit übers Jahr wichtig. So wird alljährlich ein Hexenausflug, gelegentlich auch eine zweitägige Hexenreise organisiert.

Die Gruppe umfasst derzeit zehn aktive Hexenpaare aus den Reihen der Fröschenzunft. Am Umzug machen jeweils aber auch Angehörige und Gäste mit, sodass die Hexengruppe, mit Maske und Kleidung, jeweils wesentlich grösser ist.

 

Mitmachen beim Umzug als «Megger Häx»

Das diesjährige 30 Jahr Jubiläum der wieder aktivierten «Megger Häx» wird an der kommenden Fasnacht besonders gefeiert. Geplant sind zahlreiche Überraschungsauftritte. Ein besonderer Akzent soll am Fasnachtsumzug in Meggen vom Sonntag, 10. Februar 2013 gesetzt werden. Wer dabei als «Megger Häx» mit einem eigenen Hexenkostüm mitmachen möchte, kann sich der Hexengruppe gerne anschliessen. Willkommen sind Jung und Alt. Bei Fragen geben der Hexenmeister Thomas Korner, tel. 041 377 27 88 oder Eugen Birrer, tel. 041 377 22 20 gerne Auskünfte.

Einen ersten Auftritt haben die Megger Hexen übrigens heute, am «verhäxte Friitig» in Meggen am 19. Januar. Auf dem Dorfplatz wird ab 20 Uhr im Hexenwagen eine Grappa- und Kaffee Bar betrieben.