Rigi Anzeiger
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Dem Abbruchhammer entkommen

Ruedi Webers Schaffen dank Freunden im Luzerner Garten erhalten

Jahrzehntelang schuf der gelernte Steinmetz Ruedi Weber in seiner Freizeit zahlreiche Werke, die um ein Haar dem Abbruchhammer zum Opfer gefallen wären. Sie haben einen neuen Platz im Luzerner Garten gefunden und strahlen auf den Betrachter eine geheimnisvolle Kraft trotz viel dargestelltem Unheil aus.

Auf der heutigen Liegenschaft Sternmatt in Kriens schuf der Steinmetz und Bildhauer Ruedi Weber seine zahlreichen Werke. Vor einem Jahr wurde die Liegenschaft verkauft. Die Zukunft der unzähligen, aus Stein gemeisselten Figuren und Skulpturen von Weber lag im Ungewissen. Freunde wie Bruno Jenny vom Luzerner Garten in Ebikon, die Luzerner Grafik-Designerin Verena Zellweger, der ehemalige Leiter Kulturgüterschutz der Stadt Luzern, Dr. Ueli Habegger, und andere Personen schlossen sich zusammen und zügelten mit Unterstützung von Firmen alle nach Ebikon. Einen Teil der Skulpturen und Figuren sind nun im Luzerner Garten zu bewundern Sie beeindrucken, fesseln und strahlen eine rätselhafte Kraft aus. Die Vermutung liegt nahe, dass es jene Energie ist, die Ruedi Weber über all die Jahre in sein Schaffen reinsteckt. Der Titel der Ausstellung «Mögliche Welten» steht richtungsweisend für all das, was Weber beschäftigte respektive in sich und mit seinem Schaffen nach aussen trug. Diese Welten sind alles andere als schön, passen sogar zu heutigen Ereignissen. Schlicht ausgedrückt, stellte Ruedi Weber das Gräuel auf der ganzen Weltkugel auf seine Art dar. «Die Erde ist das Spiegelbild des Menschen» hielt er auf einem Betonsockel fest, auf dem ein Frosch auf der einen Seite und ein menschliches Auge auf der anderen Seite in den Spiegel schauen. Ausdrucksstärke verlieh Weber seinen Werken mit archaischen, mystischen, schamanischen und symbolischen Elementen. Die Schlange erscheint beispielsweise wiederkehrend. Anleihen anderer Künstler tauchen ebenso auf, so etwa der menschliche Kopf, wie sie beispielsweise Pablo Picasso in seinem Werk «Guernica» darstellte. Bei weitem reicht ein Rundgang durch die Ausstellung nicht aus, um die Skulpturen und Figuren aus dem über 40jährige Schaffen von Ruedi Weber betrachten zu können. Immer wieder sind neue Details zu entdecken. So hat der Bildhauer nebst Stein auch andere Materialien verwendet.

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Sinnbildliche Darstellung der Erde als Spiegelbild des Menschen.

Immer wieder Neues
«Das ist längst noch nicht alles, was hier gezeigt wird», offenbarte Verena Zellweger. Etliche Werke von Ruedi Weber müssen noch restauriert und konserviert werden. Ab Spätherbst wird es dann Wechselausstellungen mit weiteren Figuren und Skulpturen von Ruedi Weber im Luzerner Garten geben. Die Besichtigung ist übrigens jederzeit möglich. Die Werke können auch gekauft werden. Gespannt darf man sein, wenn die Interessengemeinschaft Freunde Ruedi Weber ein Werkverzeichnis erstellt hat und die Welt des Steinmetz besser verstehen lässt.

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Verena Zellweger und Bruno Jenny vor einem Werk von Ruedi Weber.

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Menschlicher Kopf à la Picasso hinter Gittern.