Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Den Kreislauf des Wassers beleuchtet

Ebikon / Rontal: Seit 1993 findet jedes Jahr am 22. März der Weltwassertag statt. Heuer stand das Thema «Wasser und Abwasser» als Kreislauf im Fokus. Die Schweiz ist mit dem Wasserhaushalt privilegiert. Die Gemeinde Ebikon nutzt die natürlichen Ressourcen und stellt allen Einwohnern täglich Trinkwasser bereit und entsorgt das Schmutzwasser.

pd./red. Dank einem unterirdischen Kanalnetz von 130’000 Kilometern und 800 öffentlichen Kläranlagen werden in der Schweiz, saubere Gewässer und die nötige Siedlungshygiene sichergestellt. Zählt man den Wert der Wasserversorgungsanlagen dazu, ergibt sich ein beachtliches Volksvermögen von durchschnittlich 30000 Franken pro Einwohner. In der Gemeinde Ebikon beträgt der Bruttowert der gemeindeeigenen Infrastruktur rund 140 Millionen Franken. Die Gemeinde Ebikon leistet ihren Anteil mit den gemeindeeigenen Schmutz- und Mischwasserleitungen von 75 Kilometern. Sie verfügt über Grundwasserpumpwerke, welche pro Tag fünf Millionen Liter Wasser für die Einwohner der Gemeinden Buchrain, Dierikon, Ebikon und zum Teil Adligenswil liefern. Das Abwasser wird gemeinsam mit den Rontaler Gemeinden aufbereitet. «Zukünftige Herausforderungen bestehen im Werterhalt dieser Infrastruktur sowie im Umgang mit verschiedenen Spurenstoffen. Um keinen Substanzverlust der Infrastruktur zur erleiden, muss die Sanierungsgeschwindigkeit künftig deutlich erhöht werden. Wenn die Wasserinfrastrukturen nicht systematisch in Stand gehalten werden, drohen Wasserverluste, Leitungsbrüche und Qualitätsprobleme», sagt Bruno Haagmans, Leiter Tiefbau.

Die Gemeinde Ebikon erneuert die Wasserinfrastruktur laufend, wie an der Luzerner Strasse während der Kantonsstrassensanierung. Bild pd

Die Gemeinde Ebikon erneuert die Wasserinfrastruktur laufend, wie an der Luzerner Strasse während der Kantonsstrassensanierung. Bild pd

Wasserbilanz der Schweiz
Da Wasser in einen Kreislauf von Niederschlag eingebunden ist, wird es genutzt und nicht verbraucht. Somit ist Wasser kein global knapper Rohstoff. Die Herausforderung besteht vielmehr in der Erhaltung der Wasserqualität. Aufgrund der Alpen verfügt die Schweiz als Wasserschloss Europas über eine beachtliche Niederschlagsmenge. Diese übersteigt die gefragten 300 Liter pro Tag eines Einwohners der Schweiz bei weitem. Aufgrund der guten Rohwasserqualität benötigt das Niederschlagswasser oft nur eine minimale Behandlung, um die Aufbereitung als Trinkwasser sicherzustellen. Obwohl Trinkwasserqualität vorhanden ist, bleibt der Anteil zum Trinken klein. Ein Grossteil wird für die Hygienebedürfnisse verwendet. Dieser Luxus ist aufgrund der moderaten Wasserpreise möglich. Ein Kubikmeter bzw. 1000 Liter Trinkwasser kosten durchschnittlich zwei Franken. Nebst der grossen Menge an Wasser ist zudem eine intakte Infrastruktur zur Aufbereitung von Rohwasser in Trinkwasser nötig.

Siedlungshygiene verdoppelte Lebenserwartung
Nicht immer war die Siedlungshygiene in heutigem Masse sichergestellt. Kanalisationen zur Ableitung des Schmutzwassers stellten die Siedlungshygiene im 19. Jahrhundert erstmals sicher. Damit stieg die Lebenserwartung von 40 auf 80 Jahre. Der massive Gewinn an Lebensqualität ging aber mit der zunehmenden Gewässerverschmutzung einher, weil das ungereinigte Abwasser in Bäche, Flüsse und Seen geleitet wurde. 1960 entstanden schweizweit die ersten Kläranlagen, um dem Fischsterben, den Schaumteppichen und dem Algenblüten entgegenzuwirken. Die Wasserqualität der Fliessgewässer hat sich seit den 1970er Jahren bezogen auf die Belastungen mit Nährstoffen stark verbessert. Der Eintrag von Mikroverunreinigungen ist die neue und zurzeit grösste Herausforderung. Der Ausbau der Abwasserreinigung und die Anwendung neuer Abwassertechnologien sowie Massnahmen in der Landwirtschaft haben die Einträge der Schmutz- und Nährstoffe in die Seen stark verringert.

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