Rigi Anzeiger
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Den Verkehr optimieren und lenken

Rontal: Das Gebiet Luzern Ost wächst und mit ihm die Mobilität. Neue Strassen können nicht gebaut, hingegen Optimierungen vorgenommen werden. Diese wurden vergangenen Montag im Gemeindehaus Ebikon vorgestellt.

Robert Küng, Regierungsrat Kanton Luzern: «Der Verkehr kann nicht verdrängt werden.»

Robert Küng, Regierungsrat Kanton Luzern: «Der Verkehr kann nicht verdrängt werden.»

cek. Viele im Rontal beschäftigt das mögliche Verkehrsaufkommen im Zusammenhang mit der Mall of Switzerland. Viele befürchten ein Chaos. Bernd Hofer, Geschäftsführer der FREO Switzerland AG und Projektleiter der Mall of Switzerland, sowie Norbert Schmassmann, Direktor der Verkehrsbetriebe AG (VBL) liessen durchblicken, dass man gerade an den vier Eröffnungstagen auf Extremsituationen mit rund täglich 50 000 Besucherinnen und Besucher gerüstet sei.  Die Buslinie 23 fährt seit vergangenen Mittwoch im 7.5 Minuten Takt bis Root D4. Seitens der SBB werden – falls notwendig – zusätzliches Rollmaterial eingesetzt. Die Mall bietet ausserdem einen Shuttle-Bus-Betrieb an. Für Autofahrer werden zusätzliche Plätze im Parkhaus der Firma Schindler angeboten. Ein mögliches Verkehrschaos schliesst Hofer zumindest am Morgen aus, da die Mall um 9 Uhr öffnet. «Als der Seetalplatz gebaut wurde, haben auch viele einen Verkehrskollaps vermutet. Das traf aber nicht zu», sagte Regierungsrat Robert Küng. Auf jeden Fall werde die Verkehrssituation beobachtet und analysiert, auch nach den Eröffnungstagen. «Im 1. Quartal 2018 werden wir dann ein Reporting machen», fügte Küng an.

Mögliche Massnahmen
Das Projekt Optimierung Gesamtverkehr Luzern Ost wurde erstmals im März 2016 vorgestellt. Vergangenen Montag zeigten die daran beteiligten Partner – der Kanton Luzern, die Gemeinde Ebikon, der Verkehrsverbund Luzern – bereits realisierte und geplante Projekte, die in Zusammenarbeit mit der VBL erarbeitet wurden. Die Gesamtverkehrsoptimierung zielt auf eine zukunftsfähige Mobilität im Gebiet Luzern Ost – zu dem gehört das ganze Rontal – ab, denn bis ins Jahr 2030 wird mit einem Siedlungs- und Mobilitätswachstum von über 30 Prozent gerechnet. «Bis dahin bauen wir keine neuen Strassen. Der Verkehr kann auch nicht verdrängt werden», sagte Regierungsrat Robert Küng. Massnahmen, die ergriffen werden könnten, zeigte Kurt Sidler, Geschäftsführer von LuzernPlus auf wie beispielsweise in Form von Verkehrssteuerung- und lenkung, Anpassung und Erstellung von Parkplatz-Reglementen sowie die Verbesserung des Langsamverkehrsnetzes.

Eckpfeiler des Konzeptes
Weitere ÖV-Optimierungen erfolgen mit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2017. So geht die neue Linie 111 in Betrieb und erschliesst das Seetal mit Inwil und dem Rontal. Auf der Linie 22 fährt neu jeder Kurs nach Perlen. Ausserdem verkehrt die Linie 110 zu Hauptverkehrszeiten im 30-Minuten-Takt. Die Kantonsstrasse K17 als wichtige Verkehrsachse im Gebiet LuzernOst soll im Abschnitt Einmündung Schlösslistrasse bis zur Weichlenstrasse angepasst und erneuert werden, um die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems sicherzustellen. Das Projekt ist bereits im Bauprogramm 2015-2018 enthalten. Den Realisierungszeitpunkt wird der Kantonsrat mit dem neuen Bauprogramm 2019–2022 festlegen. Die Verlängerung der Trolleybus-Verlängerung und der Bau des Bushub in Ebikon bilden weitere Eckpfeiler. Anfang 2018 entscheidet der Kantonsrat über die beiden Sonderkredite in der Höhe von 14,5 bzw. 11,9 Millionen Franken.

Bushub – eine Herausforderung
Der geplante Bushub oder auch Busbahnhof in Ebikon hat einige betriebliche Anforderungen zu erfüllen, so unter anderem 8 Haltekanten für 6 Buslinien, Park- und Ride-Parkplätze, Velo-Parkplätze, Taxi-Parkplätze, Mobility-Standplätze und öffentliche Anlagen. Einem Primeur gleich kam das Betriebskonzept, das Gemeinderat Hans Peter Bienz vorstellte (mehr dazu in der nächsten Ausgabe des Rigi Anzeiger). Gemäss seinen Angaben soll der Bushub sowohl Funktionalität wie auch Aufenthaltsort sein.

Übersichtskarte mit den wichtigsten Massnahmen und Optimierungen, die zumindest bis 2020 realisiert sein sollten. Bild pd

Übersichtskarte mit den wichtigsten Massnahmen und Optimierungen, die zumindest bis 2020 realisiert sein sollten. Bild pd