Rigi Anzeiger
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Der Ball rollt bald auf Kunstrasen in Adligenswil

Debattenreiche Gemeindeversammlung in Adligenswil

229 Stimmberechtigte nahmen an der Gemeindeversammlung Adligenswil teil. Der Sonderkredit von 1,87 Millionen Franken für ein neues Kunstrasenfeld auf dem Sportareal Löösch sorgte für Gesprächsstoff.

cek. Als besorgniserregend bezeichnete die Präsidentin der Controlling-Kommission, Marion Maurer, das Rechnungsergebnis der Gemeinde Adligenswil für das Jahr 2013. Dieses fiel zwar mit 600’000 Franken Mehraufwand minim besser aus, als budgetiert. Die langfristigen Schulden stiegen von 22,7 auf 28 Millionen Franken. Die Präsidenten der Ortsparteien kommentierten unterschiedlich. Jörg Meyer von der SP fand: «Wie viele anderen Gemeinden hat Adligenwil kein Ausgaben-, sondern ein Einnahmenproblem». Seitens der SVP befürchtete Ferdinand Huber eine Steuererhöhung: «Ich bin gespannt mit welcher Strategie der Gemeinderat an der Budgetversammlung im Herbst aufwarten wird.» Einig waren sich jedoch alle, dass die Rechnung genehmigt werden sollte.

Rückweisung fand keine Zustimmung
Vor einem Jahr lehnte der Gemeinderat die Investitionen für ein Kunstrasenfeld auf dem Sportareal Löösch ab und stiess auf Widerstand. Nun hat sie mit dem FC Adligenswil einen Kompromiss ausgearbeitet, der ein etwas kleineres Kunstrasenfeld vorsieht, das auch der Innerschweizerische Fussballverband bewilligte. Das kommt 630000 Franken günstiger als das einst vom Fussballclub gewünschte Feld. Derselbe muss sich zudem mit mindestens 250000 Franken an der Realisierung beteiligen. Ein weiterer Beitrag von 100000 Franken leistet Udligenswil an die Baukosten, sofern hier die Gemeindeversammlung im Herbst dafür die Zustimmung gibt. Aus dem Swisslos-Sportfonds ist ein grösserer Betrag zu erwarten. Zehn Prozent an den Unterhaltskosten von zirka 120000 Franken übernimmt der FC Adligenswil. Dem Antrag des Gemeinderates, 1,8 Millionen als Sonderkredit für die Erstellung eines Kunstrasenfeldes zu bewilligen, standen viele kritisch gegenüber insbesondere aufgrund der Finanzlage Adligenswils. «Wie wird die Gemeinde das langfristig überstehen? Für uns ist das eine Katze im Sack», fand Jörg Meyer von der SP. Der Wunsch der GLP, dieses Geschäft im Herbst zu traktandieren, fand wenig Zustimmung. «Wir können nur hoffen, dass uns das Geld nicht ausgeht», äusserte Ferdinand Huber von der SVP. Ein FDP-Mitglied sagte: «Es kann nur schlechter kommen, wenn wir länger warten.» Klare Unterstützung erhielt der Kunstrasen von der CVP und anschliessend auch grossmehrheitlich von der Versammlung. Der glückliche FCA-Präsident Stefan Rieder verdankte das mit einer Einladung zum 30-Jahr-Jubiläum des Fussballclubs, das vom 29. bis 31. Mai 2015 gefeiert wird. Das Initiativkomitee, das sich rund um Rigert für das neue Kunstrasenfeld eingesetzt hatte, liess zudem in einer Pressemitteilung verlauten: «Der FCA betrachtet das Votum als einen Vertrauensbeweis an den Verein und als eine Anerkennung der Freiwilligenarbeit, welche die Mitglieder des Fussballklubs leisten. Er wird bei der Realisierung des Kunstrasens nach Kräften mitarbeiten, seine finanziellen Zusicherungen einhalten und sein Versprechen zur Erbringung von Eigenleistungen einlösen.»

Neue Führungsstruktur
Auch Adligenswil beschäftigt sich mit dem Thema neues Führungsmodell, bei dem sie mit der Firma HSS aus Sursee zusammen arbeitet. Deren Inhaber René Steiner erläuterte drei Varianten, die in Frage kommen könnten: Mit drei Gemeinderäten, heutiges Modell jedoch optimiert und CEO-Modell. Am 20. August 2014 lädt der Gemeinderat zu einer Informationsveranstaltung ein, um die Bevölkerung einzubeziehen. Ausserdem läuft bis 24. Juni 2014 das öffentliche Mitwirkungsverfahren zur Kernzone Alters- und Gesundheitszentrum, zu der am 10. Juni eine Informationsveranstaltung stattfindet.

«Ja» für den Sonderkredit zum neuen Kunstrasenfeld im Löösch.

«Ja» für den Sonderkredit zum neuen Kunstrasenfeld im Löösch.

 

In Adligenswil werden Haltestellen aufgehoben

Nachgefragt bei Olivier Bucheli, Sicherheitsvorsteher der Gemeinde Adligenswil

 

Olivier Bucheli, weshalb werden die Haltestellen Post und Moos der Postauto-Linie 73 aufgehoben?

Aus Sicherheitsgründen, denn zu den Hauptverkehrszeiten herrschen im Bereich Post enge Verhältnisse und bei der Haltestelle Moos (Fahrtempo 80) fehlt ein Fussgängerstreifen. Der Gemeinderat steht hinter diesen Änderungen. Sie werden auch die Gemeinderechnung entlasten.

Das Widspüel soll nur noch am Morgen von Udligenswil nach Luzern und am Nachmittag von Luzern nach Udligenswil bedient werden. Ist diese Einführung definitiv?

Der Gemeinderat sieht diese Lösung nicht als optimal fürs Widspüel an, da eine regelmässige Bedienung auch mit niedriger Frequenz der Bevölkerung besser dienen würde. Ideen in dieser Richtung werden mit dem VVL (Verkehrsverbund Luzern) diskutiert. Eine Optimierung könnte sicher die Rechnung entlasten, aber erst auf den regulären Fahrplanwechsel 2015 eingeführt werden.

Weshalb wird auch die Aufhebung von einer der Haltestellen Talrain, Rigiblick und Gämpi diskutiert?

Die drei Haltestellen folgen sehr dicht aufeinander. Im Regionalverkehr gilt ein Mindestabstand von 300 Metern zwischen zwei Haltestellen. Diese Massnahme muss zuerst geprüft werden.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit dem VVL?

Wir teilen mit dem VVL das Ziel, ein gutes und effizientes ÖV-Angebot aufzustellen und sind mit ihm regelmässig im Gespräch. Dabei sind wir auch auf verlässliche Budgetzahlen angewiesen, was letztes Jahr leider nicht der Fall war. Doch das Angebot ist auch von Entwicklungen und Elementen abhängig, auf die weder der VVL noch wir Einfluss haben wie beispielsweise die NEAT, die neue Durchmesserlinie in Zürich und die Zugersee-Sperrung. In diesem Zusammenhang wäre es ein Einfaches viele Züge in Ebikon statt in Rotkreuz wenden zu lassen. Das Angebot würde mit geringen Mehrkosten stark verbessert. Hier sind wir auf eine Kooperation mit dem Kanton Zug angewiesen, dessen Fokus derzeit eingleisig vom Zimmerbergtunnel dominiert wird.