Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Der Hund scheint verschwunden

Der Rotkreuzer Häslivater will Kantonstierarzt anzeigen

Das traurige Hundeleben in Rotkreuz hat die Gemüter aufgewühlt. Inzwischen ist der Hund offenbar verschwunden, der Häslivater will gegen den Kantonstierarzt ein Strafverfahren wegen ungenügender Wahrnehmung seiner amtlichen Pflichten eröffnen und der Kantonstierarzt verweigert jede Stellungsnahme.

Die Berichterstattung im Rigi Anzeiger über den Fall des in einer Werkstatt gehaltenen Schäferhundes hat auch Tele Züri dazu bewogen, sich des Falles anzunehmen. Zu spät. «Die TV-Leute haben mich darüber informiert, dass der Hund laut Kantonstierarzt inzwischen vom Vater des Hundehalters nach Portugal gebracht worden sei», erklärt Ulrich Bichsel. Und er habe in der Tat den Hund seit einer Weile nicht mehr gesehen. «Ich halte es für möglich, dass sie ihn getötet haben», befürchtet der engagierte Tierfreund. Gegenüber dem Rigi Anzeiger will Kantonstierarzt Werner Limacher keine Stellungnahme abgeben. «Der Artikel war voreingenommen und einseitig», kritisiert er. Und zu einem laufenden Verfahren wolle er sich nicht äussern. Ungeachtet des Umstandes, dass zahlreiche Leser am weiteren Schicksal des Hundes Anteil nehmen und auch konkrete Hilfsangebote vorlegen.

Verschlag oder Zwinger?

In Kürze wird der ohnehin demnächst abtretende Zuger Kantonstierarzt aber ein Verfahren in eigener Sache am Hals haben. Häslivater Bichsel ist nämlich dabei, ein Strafverfahren wegen Vernachlässigung amtlicher Pflichten einzuleiten. Zu den zentralen Vorwürfen zählt die Unterbringung des Hundes während des Werkstattbetriebes in einem Verschlag. «Ich kann anhand meiner Fotos und Vergleichsmessungen nachweisen, dass der Verschlag maximal 1,8 Quadratmeter klein war», sagt Ulrich Bichsel. Gegenüber dem Rigi Anzeiger hatte Limacher festgehalten, dass es sich nicht um einen Verschlag, sondern ein Zwinger mit zehn Quadratmeter handle. Das entspricht den gesetzlich vorgeschriebenen Minimalmassen für einen Hund über 45 Kg Gewicht. Wobei Einzelhaltung verboten ist. «Für einen solchen Zwinger hat es gar keinen Platz in der Werkstatt», kontert Bichsel, der mit den Verhältnissen in der Werkstatt vertraut ist. Immerhin musste der portugiesische Werkstattbetreiber und Hundehalter – der schon beim ersten Beitrag jeden Kommentar verweigert hat – auf Weisung der Feuerpolizei inzwischen seine brandgefährliche Unordnung in der Werkstatt beseitigen.

Die Zwingermasse

Zu Leserreaktionen Anlass gegeben haben die im Beitrag vermerkten Zwingermasse für Hunde. Laut Tierschutzverordnung gelten folgende Minimalmasse: Pro Hund bis 20 Kg sechs Quadratmeter, zwischen 20 und 45 Kg acht und über 45 Kg zehn Quadratmeter. Der Schweizerische Schäferhundverband dagegen nennt folgende Zahlen, die wohl mehr als Empfehlung für hundefreundliche Hundehalter zu verstehen sind:

Unterkunft für einen erwachsenen Hund:
• ohne direkten Zugang zum Auslauf 12m²
• mit direktem Zugang zum Auslauf 50m² (Unterkunft und Auslauf)

Die vorstehenden Masse setzten täglich regelmässige Bewegungsmöglichkeiten ausserhalb des Zwingers voraus.

 

Die Berichterstattung im Rigi Anzeiger vom 16. August