Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Der Rücktritt einer Sozialvorsteherin

Buchrain: Am Mittwoch­abend, 31. Januar 2018, teilte Sandra Gerber den Medien mit, dass sie als Gemeinderätin und Sozialvorsteherin zurücktritt. Anderntags informierte sie den Gemeinderat darüber. Er wiederum reagierte mit einer Medienmitteilung.

Sandra Gerber tritt zurück. Bild zvg

Sandra Gerber tritt zurück. Bild zvg

pd./red. Das Rücktrittsschreiben, das Sandra Gerber mit einer Nachrichtensperre bis 1. Februar 2018, 12 Uhr, belegte, lautete folgendermassen: «Auf Mitte 2018 werde ich als Gemeinderätin und Sozialvorsteherin der Gemeinde Buchrain zurücktreten. Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Sie ist das Resultat von intensiven Überlegungen und über mehrere Monate gereift. Sie basiert alleine auf der schwierigen Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinderates Buchrain.

Diese Entscheidung ist unabhängig vom Stopp des Projektes ‹Neubau des Altenzentrum Tschann›. Persönlich stehe ich hinter dem Entscheid des Gemeinderates. Mein Amt bin ich angetreten mit dem Motto ‹mich für die MitbürgerInnen in Buchrain einzusetzen›, mit vielem Elan, Motivation, Optimismus und Tatendrang. Weiter mit dem Verständnis ‹Chancen erkennen – Verantwortung übernehmen – Prioritäten setzen›. Nach anderthalb Jahr als Gemeinderätin und Sozialvorsteherin von Buchrain muss ich einsehen, dass ich in der aktuellen Gemeinderatskonstellation meine Vorstellungen eines Ressorts Soziales, das nicht nur gleich zu setzen ist mit wirtschaftlicher Sozialhilfe und Kostenträger, nicht vorantreiben kann. Von Legislaturbeginn an traf ich im Gemeinderat auf mangelndes Verständnis für Themen des Ressorts Soziales und wenig Willen sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Dies führt dazu, dass die operative, wie strategische Arbeit gehindert wird. Dies unabhängig der finanziellen Situation der Gemeinde Buchrain. Zusätzlich wurden im Gemeinderat die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wechsel von der operativen zur strategischen Sozialvorsteherin nicht gewürdigt. Von mir vorgeschlagene Lösungsansätze um die Zusammenarbeit im Gemeinderat zu verbessern wurden mehrmals durch Gemeinderatsmitglieder abgelehnt, ohne alternativen Lösungsansatz. Mit meinem Rücktritt erst zum 30. Juni 2018 biete ich der Gemeinde die Möglichkeit meine Nachfolge zu regeln und die Geschäfte bis dahin ohne Unterbruch zu führen.

Meine bisherigen ehrenamtlichen, freiwilligen und politischen Tätigkeiten sind von meiner Rücktrittsentscheidung nicht betroffen.

Bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern, Kollegen, Mitarbeitern und Freunden, die mich bei meiner Arbeit unterstützt haben und unterstützen, bedanke ich mich für ihr Vertrauen ganz herzlich. Ich werde mich in Zukunft weiter für ein lebendiges Dorf aktiv einsetzen. Buchrain ist es wert. Buchrain und Buchrainerinnen liegen mir weiterhin sehr am Herzen.»

Gemeinderat machte sich Sorgen
Der Medienmitteilung der Gemeinde Buchrain kann entnommen werden, dass Sandra Gerber am 1. Februar, bei Ratsbeginn, ihre Gemeinderatskollegen über ihren Rücktritt informiert hat. Ausserdem schreibt die Gemeinde: Die Dossierführung der Sozialvorsteherin genügte den gestellten Qualitätsansprüchen nicht um strategische Entscheide herbeizuführen und umzusetzen. Der Gemeinderat hatte sich in der Folge schwerwiegende Sorgen um die sachgerechte und kompetente Führung einzelner Dossiers gemacht. Ein konstruktiver, sachbezogener, strukturierter und stufengerechter Ratsbetrieb war in letzter Zeit sehr schwierig. Diverse Feedbacks an die Sozialvorsteherin führten nicht zur erhofften Verbesserung. Der Gemeinderat schaut voraus und er wird nun schnellstmöglich die Ersatzwahl organisieren.»